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Myanmar: Zeitreise in ein vergessenes Land

Nur noch wenige Touristen besuchen das von Naturkatastrophen und blutigen Aufständen gezeichnete ehemalige Burma. Unser Asien-Korrespondent hat die Einreise gewagt.

U Ba kann sein Glück kaum fassen. Ein Fahrgast. Fast den ganzen Tag hat er am Flughafen ausgeharrt. Mehrere Dutzend Fahrer warteten auf Gäste, doch nur wenige Passagiere entstiegen den Maschinen aus Bangkok und Singapur. "Willkommen in Myanmar", sagt U Ba, spürbar erleichtert, dass seine Geduld belohnt wurde. Er verstaut den Rucksack im Kofferraum und öffnet eine Tür seines verbeulten Wagens. Die Fenster sind herunter gekurbelt, es ist heiß und feucht. Das Auto hat eine Klimaanlage, aber die ist kaputt. Die Stossdämpfer ebenfalls. Die Anzeigen am Armaturenbrett auch. "Entschuldigung", murmelt U Ba mit einem sanften Lächeln, nach dem ersten Schlagloch, "es gibt keine Ersatzteile."

Im Dunkeln fahren wir in eine sechs Millionen Einwohner zählende und doch kaum beleuchtete Stadt. Stromausfall. Wie so oft. Auf Bürgersteigen brennen Kerzen, das wenige Licht in den Häusern stammt von Generatoren, die laut in Hinterhöfen, Gärten oder Straßen brummen.

Wer von Bangkok aus nach Rangun fliegt, muss seine Uhr um dreißig Minuten zurückstellen. Der wirkliche Zeitunterschied zwischen den Städten beträgt jedoch mindestens dreißig Jahre. Die ehemalige Hauptstadt Myanmars wirkt wie aus der Zeit gefallen. Westliche Handys funktionieren nicht. Mit dem weltweiten Telefonnetz besteht nur eine sehr langsame und unregelmäßige Verbindung. Ausländische Zeitungen und Zeitschriften sind oft Monate alt.

Bäume wachsen aus Hausfassaden

Die Innenstadt ist voller Menschen, sie hängen an den wenigen Bussen, schieben sich über die engen Bürgersteige, bieten Obst oder Gemüse feil. An vielen Straßenecken sitzen Gäste in Garküchen und kleinen Teehäusern und beobachten das Treiben um sie herum. Ein Spaziergang durch das Zentrum macht schnell klar, warum das frühere Rangun während der britischen Kolonialzeit als eine "Perle des Ostens" galt. In fast jeder Straße stehen noch prächtige Kolonialbauten, das Zollamt, die Post, der ehemalige Sitz des Gouverneurs, geben eindrucksvoll Zeugnis von der Pracht, die einst in der Stadt geherrscht hat - und von der Armut und dem Niedergang, den die korrupten Militärs über das Land gebracht haben. Kaum ein Gebäude ist renoviert, aus Hausfassaden wachsen Bäume, Gullies fehlen die Deckel, das Abwasser fließt in kleinen Kanälen offen durch viele Straßen, es stinkt nach Kloake und Abfällen.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit Ranguns ist die Shwedagon Pagode, das religiöse und spirituelle Zentrum Myanmars. Ihre, mit vielen Tonnen Gold überzogene, Stupa überragt alle Gebäude, sie ist von fast jedem Punkt der Stadt aus zu sehen. Von Sonnenaufgang bis in die Nacht strömen Menschen zum Gebet auf die Anlage mit ihren hunderten von kleinen Stupas und Buddhas. Dabei geht es mehr lebensfroh als andächtig zu. In manchen Ecken sitzen ganze Familien und picknicken. Kinder spielen Kriegen, ein junges Liebespaar hockt etwas abseits, im Schatten eines Pavillions schlafen Gläubige.

Am Nachmittag sitze ich in der Nähe der Sule Pagode am Straßenrand in einer Garküche und trinke "burmese Tea", eine hellbraune Mischung aus starkem Tee und gesüßter Dosenmilch. Neugierige Augen mustern mich. Ein älterer Herr hockt sich zu mir. Sein Englisch ist ausgezeichnet, er hat früher als Touristenführer gearbeitet. "Es kommen nicht mehr viele Fremde", sagt er. "Das Überleben wird von Tag zu Tag schwieriger." Wir unterhalten uns über neue Hotels und Restaurants und ich möchte wissen, ob es in der Stadt schon einen "McDonalds" gibt. Er überlegt angestrengt. Nach einer Weile fragt er: "Ist der Herr Schotte?"

Zugfahrt nach Mandalay

Am nächsten Morgen setzt sich der Zug pünktlich um kurz vor fünf Uhr mit einem heftigen Ruck in Bewegung. Er wackelt, rüttelt und schwankt. Im Laufschritttempo macht er sich auf den Weg von Rangonnach Mandalay, eine Strecke von rund 500 Kilometern, für die 18 Stunden braucht. Eine Zugfahrt ist nicht die schnellste und auch nicht die bequemste Art Myanmar zu bereisen, aber mit Sicherheit die eindrucksvollste.

Soll man das Reiseland Myanmar boykottieren?

Durch die offenen Fenster weht feucht-warme Luft herein, am Horizont geht langsam die Sonne auf. In der Morgendämmerung zieht eine asiatische Postkartenlandschaft vorbei. Sattgrüne Reisfelder, gesäumt von Palmen. Bananenstauden, Mango- und Papayabäume. Hin und wieder eine Pagode oder eine Stupa. In den Dörfern erwacht derweil das Leben.

Bei jedem Halt entern fliegende Händler die Wagons. Laut rufend laufen sie durch die Gänge und verkaufen Mangos und Melonen, gegrillte Hühnerschenkel, Kekse, Kaffee und Tee aus Plastiktüten mit Strohhalmen. Alle halten erstaunt inne, sobald sie den Ausländer entdecken. Dann strahlen sie und überschütten ihn mit Fragen: "Where are you from, Sir? How are you? What is your name?"

Ein westlicher Reisender ist in Myanmar zu einem seltenen Anblick geworden. Bis zum Sommer 2007 erlebte das Land einen Touristenboom. Immer mehr Urlauber entdeckten die Faszination dieser ehemaligen britischen Kolonie. Dann schlug die Militärregierung friedliche Proteste gewaltsam nieder, mehrere Dutzend Menschen starben. Wenige Monate später fegte ein Taifun über die Küste und tötete mehr als 130.000 Menschen. Die Generäle weigerten sich lange, ausländische Helfer ins Land zu lassen. Seitdem ist Myanmar von der touristischen Weltkarte verschwunden. Warum soll man in ein Land reisen, in dem Soldaten friedliche Demonstranten ermorden? In dem tausende von politischen Oppositionellen in Gefängnissen sitzen. In dem korrupte Diktatoren ihre Bevölkerung lieber leiden lassen, anstatt Hilfe anzunehmen.

U Win sitzt im Speisewagen und rührt nachdenklich in seinem Nescafé. Er besitzt in der Nähe des Inle Lakesein kleines Hotel, in dem früher viele Touristen abgestiegen sind. In den vergangenen zwölf Monaten hat er kaum noch ein Zimmer vermietet. "Warum soll man nach Burma reisen?", wiederholt er mit müder Stimme und blickt aus dem Fenster. "Weil es so schön ist. Weil Touristen unsere Hoffnung auf Besserung sind. Warum bestraft man uns für unsere Regierung", fragt er und schaut sein Gegenüber aus traurigen Augen an. "Wem hilft es, wenn man unser Land boykotiert?" Er hofft auf die kommenden Monate. Oktober bis März ist die beste Reisezeit für Myanmar. Wenn es dann nicht besser wird, muss er sein Hotel schließen. So wie U Win geht es vielen Burmanen die als Taxifahrer, Souvenirverkäufer, Fremdenführer, in Hotels und Restaurants vom Tourismus gelebt und ihre Familien ernährt haben. Sie hatten gehofft, der touristische Reichtum Myanmars wäre für sie ein Weg aus der Armut.

Denn das Land hat seinen Besuchern so viel zu bieten, wie kaum ein anderes in Südostasien. An der endlosen Küste mit seinen Fischerdörfern reiht sich ein kilometerlanger Sandstrand an den anderen, das Wasser ist. Die alte Königsstadt Bagan gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Asiens, vergleichbar nur mit Angkor Wat in Kambodscha.

Am magischen Inle Lake

Eine der schönsten Attraktionen ist der Inle Lake in den Shan Staaten. Der über 20 Kilometer lange besitzt eine geradezu magische Schönheit. An den Berghängen leuchten weiße, mit bunten Fähnchen geschmückte Stupas in der aufgehenden Sonne. Dazwischen steigen Rauchsäulen in den blauen, wolkenlosen Himmel.

In der Nähe des Sees liegt U Wins Hotel. Hier warten 28 Angestellte auf zwei Gäste. Das freundliche wie-schön-dass-Sie-da-sind-Lächeln zur Begrüßung gelingt ihnen nur mit Mühe. Zu deutlich liegt in ihrem melancholischen Blick die Furcht um ihre Zukunft.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(