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Flug von American Airlines: Boeing-Pilot stirbt im Landeanflug

Zu medizinischen Notfällen kann es während des Reiseflugs nicht nur in der Kabine kommen, sondern auch im Cockpit. Zwei Zwischenfälle in den letzten Tagen erregen die Gemüter. Das professionelle Verhalten einer Stewardess verhinderte Schlimmstes.

Boeing 737 von American Airlines

Eine Boeing 737 der Fluggesellschaft American Airlines, in der sich der tragische Zwischenfall ereignet hat.

Für die Passagiere an Bord des Fluges mit der Nummer 1353 von American Airlines verlief der Trip von Dallas/Forth Worth zum Albuquerque International Sunport reibungslos. Nicht jedoch für die Cockpit-Crew der Boeing 737-800.

Der Jet landete am Mittwoch sogar einige Minuten früher als geplant auf dem Flughafen der größten Stadt im Bundesstaat New Mexico. Der Grund: Der Pilot hatte kurz zuvor dem Tower einen medizinischen Notfall gemeldet, um bevorzugt landen zu können.

Was keiner der Passagiere ahnen konnte: Während des Landeanflugs hatte sich im Cockpit ein Drama abgespielt, wie das "Albuquerque Journal" vermeldet. Kopilot William “Mike” Grubbs hatte gesundheitliche Probleme und war im Dienst zusammengebrochen.

Als die Boeing 15:37 Uhr Ortszeit ohne Probleme aufsetzte, rollte sie zum Gate, wo sie von einem medizinischen Rettungsteam erwartet wurde. Doch die Wiederbelebungsversuche des Notarztes für den Kopiloten verliefen ohne Erfolg. Er konnte nur noch den Tod feststellen.

Nicht der erste Todesfall im Cockpit

"American Airlines ist in tiefer Trauer über den Tod des ersten Offiziers William 'Mike' Grubbs", sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft später. "Wir kümmern uns um die Familie und Kollegen des ersten Offizier Grubbs, und unsere Gedanken und Gebete sind in dieser schwierigen Zeit mit ihnen."

Dass ein Crew-Mitglied an Bord verstirbt, kommt selten vor. Bekannt ist der Fall eine Pilotin von Air New Zealand im Jahre 2014. Nur wenige Augenblicke nach der Landung des Dreamliners im australischen Perth kollabierte Ann Barbarich im Cockpit. Sie verstarb kurz darauf in der Klinik. Mediziner vermuten, dass ein geplatztes Aneurysma in ihrem Gehirn die Todesursache war.

Stewardess springt als Co-Pilotin ein

Eher passiert es, dass gesundheitliche Probleme von einem der Flugkapitäne zu einer außerplanmäßigen Landung führen. Erst diese Woche wurde ein Zwischenfall im Cockpit einer Maschine des Ferienfliegers Tuifly öffentlich, der sich im Oktober vergangenen Jahres ereignet hatte.

Auf dem Flug von Hannover nach Mallorca wurde dem Kopiloten bei einem Besuch der Toilette auf der Höhe von Marseille schwindelig. Die Kolleginnen der Kabinen-Crew legten ihn daraufhin ausgestreckt auf den Kabinenboden in der vorderen Küche. Ein mitreisender Sanitäter konnte Erste Hilfe leisten und diagnostizierte einen niedrigen Blutdruck, wie der "Aviation Herald" berichtet.

Daraufhin nahm eine Flugbegleiterin den Sitz des Kopiloten ein und half dem Piloten bei der Landung auf dem Flughafen von Palma de Mallorca, indem sie die Checkliste vorlas. "Sowas kommt extrem selten vor, und die Sicherheit war in keiner Weise beeinträchtigt", sagte ein Pressesprecher von Tuifly.

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