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2600 Euro Usbekistan verspricht Touristen Entschädigung, wenn sie sich im Urlaub mit Corona infizieren

Khast-Imam-Moschee in Taschkent, Usbekistan
Die Khast-Imam-Moschee gehört zu den Sehenswürdigkeiten in der usbekischen Hauptstadt Taschkent
© monticelllo / Getty Images
Der zuletzt erstarkende Tourismussektor Usbekistans kriselt in der Covid-19-Pandemie. Der Präsident möchte mit einem ungewöhnlichen Angebot wieder Urlauber in das zentralasiatische Land locken.

Das Coronavirus bedeutet für viele Urlaubsländer, deren Wirtschaft sonst vor allem im Sommer stark vom Tourismus leben, schwere Einschnitte. Auch wenn die Grenzen geöffnet und Reisen möglich sind, verzichten viele Menschen in diesem Jahr auf Urlaub in fernen Ländern. Usbekistan gilt nicht gerade als Urlaubsziel Nummer eins – dennoch ist auch das Land in Zentralasien auf Touristen angewiesen.

Die Regierung will Reisenden mit einem ungewöhnlichen Angebot einen Urlaub in Usbekistan schmackhaft machen. Wer sich während seines Aufenthalts in dem Land mit dem Coronavirus infiziert, soll 3000 US-Dollar – umgerechnet 2600 Euro – als Entschädigung enthalten. Präsident Schawkat Mirsijojew unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Das gilt allerdings nur, wenn die Touristen in dem Land mit einem eigens zertifizierten Tourguide unterwegs waren, der auf die Einhaltung der Hygieneregeln achtet.

Usbekistan will Tourismussektor retten

Auch die Unterkünfte müssen bestimmte Hygienestandards erfüllen. "Wir wollen Touristen versichern, dass sie nach Usbekistan kommen können", sagte Sophie Ibbotson, usbekische Botschafterin in Großbritannien, in einem Statement. "Wir sind so zuversichtlich, dass die neuen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, die im Tourismussektor eingeführt werden, Touristen vor einer Covid-19-Erkrankung schützen werden, dass der Präsident dafür sogar mit seinem Geld einsteht."

2600 Euro: Usbekistan verspricht Touristen Entschädigung, wenn sie sich im Urlaub mit Corona infizieren

Usbekistan hatte wegen der Pandemie seine Außengrenzen am 16. März geschlossen und will nun langsam den Tourismus wieder in Schwung bringen. Seit einigen Wochen sind Flugreisen in das Land wieder möglich, einreisen dürfen allerdings nur usbekische Staatsbürger und Menschen aus Ländern mit geringem Corona-Risiko – etwa China, Südkorea oder Israel. Deutsche müssen nach Angaben des Auswärtigen Amtes zunächst für 14 Tage in Quarantäne.

Vor der Pandemie war der Tourismus laut der usbekischen Botschaft in Deutschland "ein noch relativ junger, aber boomender Wirtschaftszweig". Die usbekische Präsidialverwaltung teilte Ende Mai mit, dass 1500 Tourguides und 1200 Hotels wegen des Coronavirus ihre Arbeit einstellen mussten. Insgesamt 250.000 Menschen seien dadurch in ihrem Einkommen "ernsthaft beeinträchtigt".

Quellen:Dekret "Usbekistan – sichere Reise garantiert" / Auswärtiges Amt / Usbekische Botschaft in Deutschland / Usbekische Präsidialverwaltung 

epp

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