Flutkatastrophe Reisestopp für Südostasien


Wegen der Flutkatastrophe im Indischen Ozean haben die deutschen Reisekonzerne TUI und Thomas Cook alle für die nächsten Tagen geplanten Reisen in die besonders betroffenen Gebiete abgesagt.

Thomas Cook stoppte die für den Sonntag und Montag angesetzten Flüge mit rund 1.000 Passagieren, wie ein Sprecher sagte. Bei TUI sind rund 200 Reisende betroffen, die am Sonntag und am Montag in die Region fliegen wollten. Bis Sonntagmittag gab es noch keine genauen Angaben über verletzte Urlauber, mindestens ein Deutscher wurde aber in Thailand verletzt.Als Reaktion auf das schwere Erdbeben in Südostasien richtete das Auswärtige Amt Krisenstäbe in Berlin und an den betroffenen Botschaften ein. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Sonntag, es sei noch nicht bekannt, ob deutsche Urlauber unter den Opfern seien. Die Krisenstäbe, unter anderem in Bangkok, Dhakar, Jakarta und Colombo, arbeiteten mit den Reiseveranstaltern zusammen. Es wurde eine Hotline unter der Nummer 030-50001000 eingerichtet.

Shuttle-Flüge für sofortige Abreise

Die Reiseveranstalter teilten mit, ihre Flugzeuge sollten leer in die Katastrophengebiete fliegen, um den dort festsitzenden Reisenden eine sofortige Ausreise zu ermöglichen. Nach Angaben des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV) wird derzeit aber noch geprüft, wie weit eine Evakuierung der Urlauber überhaupt möglich ist. Nach Angaben des Verbandes wurde mindestens ein deutscher Reisender auf der thailändischen Insel Phuket verletzt. Nähere Einzelheiten waren aber zunächst nicht bekannt. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist eine Hauptreisezeit für Südostasien.Thomas Cook berichtete, von den deutschen Veranstaltern im Unternehmensbereich - darunter auch Neckermann-Reisende - befänden sich insgesamt 4.000 Gäste auf den Malediven, in Sri Lanka und in der Region um die Insel Phuket. Am Sonntagmittag wurde laut Unternehmenssprecher Steffen Milchsack noch versucht, die Gäste in den Hotels zu erreichen. Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor.Die Kommunikation in den Katastrophengebieten gestaltete sich den Angaben zufolge schwierig. TUI habe bis zum Sonntagmittag zwar alle Reiseleiter vor Ort erreicht, die aber selbst noch nicht alle Gäste erreicht hätten. Von verletzten Reisenden sei zunächst nichts bekannt geworden. Für eine endgültige Aussage fehlten aber genauere Informationen. Auf den Malediven scheine den TUI-Reisenden nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nichts passiert zu sein, sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann.Bei den von Thomas Cook gestoppten Flügen handelt es sich um drei am (heutigen) Sonntag, mit Ziel Malediven, Insel Phuket und Hauptstadt von Sri Lanka, Colombo. Am (morgigen) Montag entfällt ein Flug nach Colombo. Bei TUI handelt es sich um die Ziele Sri Lanka, Phuket und Malediven. Die Reisenden würden informiert, Stornokosten entstünden nicht.

Kostenlose Umbuchung bis Silvester möglich

Thomas Cook bietet den Reisenden nach Auskunft eines Sprechers zudem die kostenlose Umbuchung aller bis zum 31.12. angesetzten Flüge in die Krisenregion an. Ob diese auch gestoppt würden, werde später entschieden. Auch TUI will zunächst weitere Informationen über die Lage vor Ort abwarten, bevor eine Entscheidung über die in den kommenden Tagen anstehenden Flüge gefällt werden soll, wie ein Sprecher sagte.AP


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