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Onur Air: Defekte Triebwerke und alte Reifen

An Maschinen der türkischen Fluggesellschaft Onur Air sind nach einem Zeitungsbericht bei Stichproben defekte Triebwerke und abgefahrene Reifen entdeckt worden. Mittlerweile hat die Airline in vier Ländern Einflugverbot.

An Maschinen der türkischen Fluggesellschaft Onur Air sind nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" bei Stichproben defekte Triebwerke und abgefahrene Reifen entdeckt worden. Außerdem fehlten dem Blatt zufolge Versicherungspolicen, die mitgeführt werden müssen. Einige Piloten hätten sogar ihre Fluglizenzen nicht mit im Cockpit gehabt. Die Zeitung bezog sich auf Informationen aus niederländischen Luftfahrtkreisen.Maschinen der privaten Fluggesellschaft dürfen inzwischen aus Sicherheitsgründen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und in der Schweiz nicht mehr starten und landen. Belgien und Österreich kündigten schärfere Kontrollen der Flugzeuge an."Onur Air hatte von uns eine Liste aller Mängel, wurde mehrfach verwarnt, zuletzt Dienstag", sagte Fred van Zeel von der niederländischen Luftfahrtbehörde der Zeitung.

Nach Angaben der "Bild am Sonntag" soll Onur-Air-Chef Cankut Bagana behauptet haben, die Gesellschaft sei in den vergangenen 14 Jahren unfallfrei geflogen. Am 17. Juni 2003 ist jedoch eine Maschine der Airline beim Abflug in Groningen (Niederlande) über die Startbahn hinausgerast, wie die Zeitung schreibt. Alle 141 Passagiere seien damals über Notrutschen in Sicherheit gebracht worden.Wie Luftfahrtexperten dem Blatt weiter sagten, habe Onur Air nicht nur eigene Maschinen im Einsatz, sonder chartere regelmäßig dazu, oftmals "von Fluggesellschaften jenseits des Urals". So seien am Wochenende vor Pfingsten drei TriStar der Fluggesellschaften EuroAtlantik, LuzAir (beide Portugal) sowie der Skygate International aus Jordanien für Onur Air im Einsatz gewesen.Außerdem schreibt die Zeitung, dass zur Onur-Flotte ein Airbus A300B4-605R mit der Kennung TC-OAB gehört. Dieser sei bis November 2002 für die kirgisische Fluggesellschaft "KYRGYZ International" im Einsatz gewesen. Auch das habe Firmenchef Bagana bislang bestritten.

DPA / DPA

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