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Aschewolke sorgt für Flugchaos: Deutscher Luftraum bleibt geschlossen

Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrung des Luftraums über den internationalen Flughäfen Deutschlands bis Sonntag früh verlängert.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen entschied am Samstagmorgen aufgrund aktueller Wetterdaten, dass der Luftraum über Deutschland bis Sonntag 02.00 Uhr gesperrt wird.

Alle 16 internationalen deutschen Flughäfen und die Regionalflughäfen sind derzeit geschlossen. In ganz Europa sitzen tausende Flugreisende fest. Die für den Flugverkehr erhoffte Entwarnung aus Island blieb vorerst aus. Der Gletschervulkan stieß auch am Samstag weiter eine gewaltige Säule mit Rauch und Asche in die Atmosphäre. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik mitteilte, wurden in der Nacht keine Veränderungen der Aktivitäten unter dem Eyjafjalla-Gletscher beobachtet. Der Wind weht weiter in südliche Richtung. Das bedeutet, das die Aschewolke weiter auf den europäischen Kontinent zutreibt.

Am späten Samstagvormittag will die Deutsche Flugsicherung entscheiden, ob die Sperrung für den deutschen Luftraum verlängert werden muss. Der DFS-Sprecher sagte, die riesige Aschewolke nach dem Vulkan-Ausbruch auf Island habe sich mittlerweile in Richtung Südosten stark ausgedehnt.

Wie ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport am Samstagmorgen berichtete, verlief die Nacht für mehrere hundert an dem Airport gestrandete Reisende ruhig. Rund die Hälfte der insgesamt 1400 im Flughafengebäude aufgestellten Feldbetten sei belegt gewesen. Die Reisenden wurden mit Essen und Trinken versorgt.

Am Freitag waren etwa 60 Prozent der etwa 28.000 Flüge in Europa ausgefallen, in Deutschland etwa 7000 von sonst 10.000. Neben den circa zwei Dutzend Flughäfen in Norditalien, darunter Mailand, Turin, Venedig und Bologna - stellten ab Samstagmitternacht auch die Schweizer Airports den Betrieb ein. Der Flughafen Zürich hatte schon zweieinhalb Stunden vorher dichtgemacht.

In Großbritannien und Belgien bleibt der Luftraum bis mindestens Samstagabend gesperrt. Die britische Luftverkehrsbehörde weitete am Morgen das Flugverbot bis 19.00 Uhr Ortszeit (20.00 MESZ) aus, wie die BBC berichtete. Die belgische Regierung verlängerte das Flugverbot bis mindestens Samstag 20.00 Uhr, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das Verkehrsministerium berichtete. Für die nordfranzösischen Flughäfen gilt die Sperrung zunächst wie in Deutschland bis Samstag um 14.00 Uhr. Davon betroffen sind auch die beiden Pariser Großflughäfen. Die Schweiz verlängert die Sperrung ihres Luftraums bis Samstag 20.00 Uhr. Das teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit. Ab 9.00 Uhr werde allerdings der Luftraum in großer Höhe - ab rund elf Kilometern - für Überflüge freigegeben. Im Laufe des Tages werde die Situation neu bewertet.

Die Not der Fluggesellschaften

Der Ferienflieger Thomas Cook hatte zuvor sämtliche Flüge von deutschen Flughäfen am Samstag gestrichen. Betroffen sind davon Reisen der Veranstalter Neckermann Reisen, Thomas Cook Reisen, Bucher Last Minute und Air Marin, wie das Unternehmen in Oberursel in der Nähe von Frankfurt/Main mitteilte. Es könne kostenlos umgebucht werden. Auch der Ferienflieger Condor hat für Samstag alle Flüge aus Deutschland gestrichen. Die irische Gesellschaft Ryanair kündigte am Freitagabend an, im Norden Deutschlands und in vielen weiteren europäischen Ländern bis mindestens Montag 13.00 Uhr keine Maschinen starten zu lassen.

Die Fluggesellschaft SAS will ab Montag bei einer anhaltenden Einstellung des Luftverkehrs 2500 Beschäftigte ohne Lohn freistellen. Wie das Unternehmen am Samstag in Oslo mitteilte, seien entsprechende Ankündigungen an die Betroffenen des Bodenpersonals in Norwegen übermittelt worden. Weiter hieß es, auch das Konkurrenzunternehmen Norwegian bereite ähnliche Maßnahmen vor.

Der Flugverkehr über Skandinavien ist wegen der Vulkanasche aus Island seit Donnerstag so gut wie komplett eingestellt. Ein Sprecher der schwedischen Luftfahrtbehörde sagte am Samstag in Stockholm, man rechne mit einer "eher noch verschlimmerten Situation" bis mindestens Sonntag.

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