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Branche spürt den Aufschwung Deutsche Urlauber fliegen auf die Türkei


Streiks im Luftverkehr, Vulkanasche aus Island und Unruhen in Bangkok - die Urlaubsbranche hat in diesem Jahr oft über Gegenwind geklagt. Doch am Ende verbuchen die Reiseveranstalter ein kräftiges Plus. Und die Deutschen behalten den Titel Reiseweltmeister.

Die ersten sechs Monate dieses Jahres waren voller Rückschläge für die Reisebranche: Im Februar streikten die Piloten der Lufthansa, im Mai legte die Aschewolke des isländischen Vulkans unter dem Eyjafjallajökull den Luftverkehr in Europa lahm, und kurze Zeit später herrschte in Bangkok der Ausnahmezustand. Jetzt wollen die Reisebüros, Veranstalter und Fluglinien von der Krise nichts mehr wissen.

"Die Deutschen reisen wieder mehr und geben auch wieder mehr für den Urlaub aus", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Klaus Laepple, anlässlich der 60. Jahrestagung des Verbandes im marokkanischen Ferienort Agadir. "Damit bleibt unsere Nation zum wiederholten Male auch 2010 Reiseweltmeister." Demnach hat die Reisebranche die Wirtschaftskrise hinter sich gelassen.

Kreuzfahrten boomen

Bei den beliebten Zielen am Mittelmeer geht der Trend eindeutig von West nach Ost. Spanien konnte nach den Rückgängen der vergangenen Jahre den Abwärtstrend zwar stoppen, die Türkei legte aber um neun Prozent zu. Auch die Fernreiseziele lockten wieder vier Prozent mehr Urlauber an - nach Ansicht des Verbandes eine Folge des günstigen Dollar-Wechselkurses und niedrigerer Kerosinpreis-Zuschläge.

Die Auseinandersetzungen in Bangkok blieben ohne Auswirkungen auf die Urlaubsnachfrage, denn auch Thailand verzeichnete steigende Besucherzahlen. Überdurchschnittlich stark wuchs der Kreuzfahrtenmarkt: Insgesamt erzielten die Reedereien ein durchschnittliches Umsatzplus von zwölf Prozent, aufgeteilt auf ein Wachstum von rund 15 Prozent bei Hochseekreuzfahrten und rund fünf Prozent bei Flusskreuzfahrten.

Über 21 Milliarden Euro Umsatz

Nach ersten Hochrechnungen des DRV steigerten die deutschen Reiseveranstalter ihre Umsätze im Ende Oktober beendeten Tourismusjahr 2009/10 um zwei bis drei Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Weil die Preise im Schnitt sanken, stieg die Zahl der Urlauber sogar noch kräftiger an - um rund fünf Prozent, schätzt der DRV.

"Für die gerade begonnene Wintersaison 2010/11 stehen die Vorzeichen für eine weitere positive Entwicklung recht gut", sagte Laepple. Der gebuchte Umsatz liege derzeit prozentual zweistellig im Plus. Allerdings gebe es auch Unsicherheiten. "Denn die Luftverkehrssteuer verteuert die Mobilität der Bundesbürger, so dass die Auswirkungen überhaupt noch nicht abschätzbar sind", kritisiert DRV-Präsident Laepple die von der Bundesregierung für Flüge ab 1. Januar 2011 eingeführte Steuer.

tib/DPA DPA

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