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Luftfahrt: Wieso es Araber nach Deutschland drängt und der HSV besser aufsteigen sollte

Airline-Manager Thierry Antinori hofft für die Expansion von Emirates auf Deutschland. Doch der Wiederstand ist groß, auch wenn die Gesellschaft einer der größten Airbus-Kunden ist.

Ein Airbus A380 von Emirates fliegt über die Hamburger Innenstadt und die Alster

Ein Airbus A380 von Emirates fliegt über die Hamburger Innenstadt und die Alster

Als Flug EK59 am vergangenen Dienstag auf dem Hamburger Flughafen landet, ist der Empfang standesgemäß: Gleich drei gelb-schwarze Follow-Me-Fahrzeuge geleiten den Airbus A380 der Fluglinie Emirates aus Dubai zum Ankunftsgate. Zwei Feuerwehrfahrzeuge markieren mit Wasserfontänen den Weg, hunderte Flughafenmitarbeiter stehen Spalier.

Der Riesenflieger eröffnet die erste regelmäßige Route mit dem Riesenflieger in Hamburg. Als Emirates-Vorstandsmitglied Thierry Antinori seinen Sitz 3F verlässt und den Flughafen betritt, erwarten ihn Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher, Flughafenchef Michael Eggenschwiler und der extra aus Berlin angereiste Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate Ali Abdulla Al Ahmed.

250 Sitze mehr am Tag

Viel Protokoll für die Auswechselung eines Flugzeugtyps. Denn schon bisher wurde Hamburg zwei Mal täglich von Emirates-Maschinen angeflogen – allerdings vom etwas kleineren Typ Boeing 777. Die A 380 hat etwa 250 Sitze mehr an Bord. Doch Antinori hat mehr im Sinn mit Hamburg, vor allem aber mit Europas größter Volkswirtschaft Deutschland. Der ehemalige Lufthansa-Manager kennt den Markt und will mehr davon für seinen neuen Arbeitgeber gewinnen: Emirates ist auf Wachstumskurs.

„Wir kaufen lieber Flugzeuge, als ganze Airlines“, sagt Antinori und spielt auf den gescheiterten Einstieg von Etihad, einer Airline aus dem benachbarten Emirat Abu Dhabi, bei Air Berlin an. Alleine 105 A380 hat Emirates zur Zeit in der Flotte. 57 weitere sind bestellt und werden bei Airbus in Hamburg in den nächsten Jahren ausgeliefert werden. „Der nächstgrößte Betreiber hat 18“, sagt er stolz.

Doch der Druck die Jets mit mehr als 500 Sitzen im Schnitt zwei Mal täglich zu füllen, ist groß. Zumal das Umfeld mit steigenden Spritkosten, der angespannten Lage am Golf mit Bürgerkriegen im Jemen, Iraq und Syrien und dem Konflikt zwischen Iran und Saudi Arabien und einer eher schwächelnden Weltwirtschaft nicht gerade günstig ist. „Wir leben in unruhigen Zeiten“, gibt Antinori zu. „Aber wir nutzen unsere Chancen.“

Nur vier Städte sind erlaubt – egal welche

Und die sieht der gebürtige Franzose in Deutschland: Bisher darf die Airline vier beliebige Städte im Land anfliegen, so oft sie möchte. „Aber Deutschland hat mindestens sieben wichtige Städte mit Potenzial. Und die wollen wir alle anfliegen.“ Bisher werden Frankfurt, München, Düsseldorf und eben Hamburg bedient. „Berlin und Stuttgart haben großes Potenzial“, so Antinori. „Aber momentan bewegt sich bei den Gesprächen mit der Bundesregierung gar nichts“, klagt er. Die Lufthansa, die am meisten unter einer Ausweitung des Emirates-Angebots leiden würde, dürfte das freuen. 

Um trotzdem mehr Kunden zu erreichen will Emirates deswegen mit Easyjet kooperieren. Schon ab dem Frühjahr könnten deren orangefarbenen Billigflieger Passagiere zu den Emirates-Abflughäfen bringen. „Die Gespräche laufen gut.“

Wann die Loyalität mit dem HSV endet

Weniger gut läuft das Marketing in Sachen Fußball: Emirates ist Trikotsponsor des HSV, der gerade in die zweite Liga abgestiegen ist. Das ist wenig standesgemäß für eine selbsternannte First-Class-Airline. Man habe einen Vertrag bis Juni 2019, sagt Antinori.

Darüber hinaus will er sich aber nicht festlegen. „Wir sind loyale Menschen, aber wir wollen natürlich nicht, dass der HSV für immer in der 2. Liga ist.“

Wieder auf dem Siegertreppchen bei der Skytrax-Umfrage 2018: Singapore Airlines.

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