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Studienreisen: Auf Tuchfühlung mit fremden Völkern

Studienreisen sind für Kenner. Die organisierten Touren versprechen einzigartige Einblicke in fremde Kulturen und verlangen dafür oft einen stolzen Preis: Zehn Tage Südamerika können so viel kosten wie ein Kleinwagen. Aber was weiß der Reiseleiter, was nicht im "Lonely Planet" steht?

Von Ansgar Vaut

Auf Tuchfühlung mit fremden Völkern: Immer mehr Touristen interessieren sich für Kultururlaub, zu einem Massenphänomen verkommt diese Art von Reisen aber noch nicht

Auf Tuchfühlung mit fremden Völkern: Immer mehr Touristen interessieren sich für Kultururlaub, zu einem Massenphänomen verkommt diese Art von Reisen aber noch nicht

Mönche treffen in Burma, Fotografieren lernen in der Toskana, auf den Spuren des Whiskys Edinburgh durchstreifen - wer eine Studienreise bucht, hat eine riesige Auswahl an ausgefallenen Zielen und Programmen. Kaum noch weiße Flecken auf dem Globus, den deutsche Touristen mit ihrem Reiseleiter nicht erkundet hätten. Die großen Anbieter wie Gebeco, Studiosus oder die Volkshochschulen haben jährlich Hunderte von Touren im Katalog. Eine Stufe darunter tummeln sich in Deutschland rund 40 kleinere und mittlere Anbieter, spezialisiert auf ausgetüftelte Reisen, mit denen man die Welt von Islands heißen Quellen bis nach Feuerland entdecken kann.

Zum Schnäppchenpreis sind die geleiteten Exkursionen nicht zu haben. Zwar geizen die Deutschen beim Reisen nicht. Aber Preise von 5.000 Euro für zwei Wochen Argentinien oder 1.300 Euro für eine Woche Burgund sorgen dafür, dass Studienreisen nicht zum Massenphänomen verkommen. Rund vier Prozent der Deutschen haben laut Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen in den vergangenen drei Jahren an einer Studienreise teilgenommen. Und wenn diese Nische auch eine Nische bleiben wird, so liegt sie doch voll im Trend: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der über 3000 Euro teuren Reisen mehr als verdoppelt.

Von der Erlebnis- zur Sinnkultur

Künftig werden immer mehr Menschen den Urlaub nutzen, um schlauer zu werden, schätzt Edgar Kreilkamp, Professor für Tourismusmanagement an der Universität Lüneburg: "Schon der demografische Faktor spricht dafür. Teilnehmer einer Studienreise sind älter als der Durchschnittstourist. Und wenn die Bevölkerung altert, wächst die Zielgruppe für Studienreisen." Doch noch schwerer als die Alterspyramide wiege ein anderer gesellschaftlicher Umbruch, so Kreilkamp: "Wir entwickeln uns weg von der Erlebniskultur und hin zur Sinnkultur. Touristen wollen künftig weniger Kommerz und Oberflächlichkeit, dafür mehr authentische Erlebnisse."

Und authentische Erlebnisse gehören zur Studienreise wie der Strandflirt zum Ibizatrip. Wer reist, um sich zu bilden, will nicht nur alte Tempel und schiefe Türme knipsen, sondern auf Tuchfühlung mit fremden Völkern gehen - mitten rein ins exotische Leben. Ernst Scheiner vom Weiterbildungszentrum Ingelheim organisiert seit Jahren Studienreisen für Volkshochschulen und weiß: "Unsere Kunden wollen lehrreiche Begegnungen mit Menschen vor Ort. Das kann ein peruanischer Bauer sein, ein Fabrikleiter in Indien oder ein Abgeordneter im Berlin." In einem chinesischen Dorf klopfte Scheiner mit seiner Gruppe schon an eine fremde Haustür und stellte sich mit "Guten Tag, wir möchten Ihr Land lieben lernen!" vor. Kurz darauf saßen die Reisenden aus Rheinland-Pfalz mit der chinesischen Bäuerin am Tisch, man teilte sich Sonnenblumenkerne und grünen Tee und verglich das Leben an Rhein und Jangtse.

Auch Kunden unter 50 sollen gelockt werden

Wer mit der Volkshochschule reist, bekommt eine ausführliche Vorbereitung, oft mit Wochenendseminar und langer Literaturliste. Andere Veranstalter forcieren den Bildungsaspekt weniger stark und lassen neben den geführten Ausflügen Freizeit für Strand, Shopping oder Bollywood-Kino. Schon der Begriff Studienreise ist vielen nicht ganz geheuer, klingt er doch nach professoraler Belehrung in der Mittagshitze. Viele Kataloge werben mittlerweile lieber mit "Erlebnis-", "Abenteuer-" oder "Kulturreisen" und wollen so Kunden unter 50 Jahren locken.

Das Ausbalancieren von Organisation und Spontaneität ist bei jeder dieser Touren der Drahtseilakt, den der Reiseleiter bewältigen muss, meint Andreas Hilmer vom Hamburger Veranstalter a&e Reiseteam. "Vor Ort bietet es sich mitunter an, den Tourplan zu ändern. Das ist aber nur begrenzt möglich. Das deutsche Reiserecht reicht bis in den asiatischen Dschungel, und wir müssen anbieten, was im Katalog steht." Dass auf Studienreise trotzdem nicht alles planbar ist, erfuhr Hilmer mit einer Reisegruppe im Regenwald von Borneo. Dort wollte man den Stamm der Iban in ihren typischen, bis zu 500 Meter langen Häusern besuchen. Im Dorf eingetroffen, fanden die Reisenden jedoch keine Iban vor. Als die Dschungelbewohner schließlich abends aus dem Wald zurückkehrten, hatten sie erst einmal anderes zu tun, als mit Deutschen zu plauschen: Im Fernsehen lief eine amerikanische Daily-Soap, die auch in Borneo zur Tagesroutine geworden ist. Der Reisschnaps zur Begrüßung musste erst einmal warten.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(