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Unwetter sprengt Life Ball: Gewittersturm verursacht Millionenschäden

Schwere Unwetter haben vor allem in Bayern enorme Schäden angerichtet. In Brandenburg und Tschechien gab es sogar Tote. Die Eröffnungsshow des Life Ball in Wien zum Start der internationalen Aids-Konferenz musste wegen sintflutartiger Regenfälle abgebrochen werden.

Extremer Regen und Sturmböen haben in der Nacht zum Sonntag in Niederbayern einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Überflutete Keller und Wasserkanäle, umgestürzte Bäume und leichte Murenabgänge hielten die Feuerwehr und die Polizei in mehr als 150 Einsätzen auf Trab. Besonders betroffen war der Landkreis Passau, wie die Polizei in Straubing mitteilte.

Auf der Autobahn bei Passau kam es infolge von Aquaplaning zu vereinzelten Unfällen, bei denen ein Mensch leicht verletzt wurde. Tennisballgroße Hagelkörner zerschlugen mancherorts die Scheiben fahrender Autos, Verletzte gab es laut Polizei nicht. Im oberbayrischen Landkreis Weilheim-Schongau wurde das Dach eines Hauses durch den Hagel nahezu komplett zerstört. Vielerorts war für die Abwasserkanäle der Regen zu viel: Sie konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, Gullydeckel wurden aus der Fassung gedrückt.

Sturmböen bis 107 Studenkilometer

In Nordrhein-Westfalen standen zahlreiche Keller, Garagen und Straßen unter Wasser. In Bottrop musste die Polizei eine voll gelaufene Unterführung sperren. Zum Teil stand das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch auf den Straßen. Vielerorts wurden Bäume durch Sturmböen entwurzelt. In Münster blockierte ein umgestürzter Baum eine Bahnstrecke für den Güterverkehr. In Duisburg wurde ein Autofahrer leicht verletzt, als ein Baum auf das fahrende Fahrzeug stürzte. Vor allem im Ruhrgebiet und im Norden Nordrhein-Westfalens waren Polizei und Feuerwehr stellenweise im Dauereinsatz.

Der Wetterdienst Meteomedia in Bochum registrierte Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 107 Stundenkilometern. Mancherorts fielen innerhalb kurzer Zeit rund 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. "Es gab einige kräftigere Gewitterzellen, die aber immer nur lokal begrenzt für Unwetter gesorgt haben", sagte Jürgen Weiß von Meteomedia.

Life-Ball-Show fällt ins Wasser

In Österreich saßen deutsche Urlauber in brütender Hitze im Mega-Stau. Bereits am Samstagvormittag bildeten sich auf der Transitstrecke Tauernautobahn vor dem Tauerntunnel rund 24 Kilometer Stau, berichtete der Verkehrsclub ÖAMTC. Die Menschen mussten in ihren Autos vier bis fünf Stunden bei Temperaturen weit über 30 Grad ausharren.

Die Abkühlung durch den Regen am Abend fiel dann ebenfalls zu vehement aus. Vor allem in Wien war das schlechte Wetter alles andere als willkommen. Denn sintflutartige Regenfälle ließen dort die Eröffnung des 18. Life Ball zugunsten von Aidskranken ins Wasser fallen. Das Spektakel vor dem Rathaus der österreichischen Hauptstadt hatte am Samstagabend gerade begonnen, als ein gewaltiger Wolkenbruch die Veranstalter zum Abbruch der Bühnenshow zwang. Zahlreiche Prominent flohen ins Innere des Rarhauses, einen Fashion Show fiel dem Unwetter zum Opfer.

Todesopfer in Brandenburg und Tschechien

Heftige Stürme wüteten auch in Tschechien und der Slowakei und richteten dort ebenfalls schwere Schäden an. In Tschechien wurde in der Gemeinde Kyselka in der westböhmischen Region Karlsbad ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Er sei auf der Stelle tot gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur CTK.

Schon in der Nacht zum Samstag war durch ein Unwetter in Brandenburg ein Mann ums Leben gekommen. Im Landkreis Dahme-Spreewald wurde ein Camper durch einen umstürzenden Baum in seinem Zelt erschlagen.

dho/ins/DPA/AP / AP / DPA

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