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Wetter: Tief "Tina": Der Sommer macht lange Pause

Der Monat Juli hatte es mit Hitzewellen und Tropennächten in sich. Die ersten drei Wochen bescherten uns Rekordwerte. Jetzt vermasselt uns Tief "Tina" den Sommer. Am Wochenende soll es besser werden - aber nur vorübergehend.

Von Till Bartels

Madrid und Moskau melden seit Wochen Spitzentemperaturen über der 40-Grad-Marke. Selbst unmittelbar am Polarkreis werden rekordverdächtige Werte zwischen 35 und 40 Grad erreicht. Aber in Deutschland haben sich die Temperaturen merklich abgekühlt. Nach der Hitze in den letzten Wochen fragen sich nun viele Menschen, wie es mit dem Sommer weitergeht.

Azorenhoch zum Wochenende

Bis Freitag dauert das zum Teil frühherbstliche Wetter an. Nach dem Tief "Silke" folgt das nächste Tief, das auf den Namen "Tina" hört. Besonders an den Alpenrändern wird mit länger andauerndem Niederschlag gerechnet. Die derzeitigen Hitzepole haben sich nach Südwest- und Osteuropa verzogen. "Dort liegen jeweils starke Hochdruckgebiete, die für Hochsommer pur sorgen. Mitteleuropa muss dagegen mit tiefem Luftdruck leben", erklärt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Kurzfristig bringt ein Azorenhoch am Wochenende wieder Wärme nach Deutschland. Im Südwesten klettert das Quecksilber bis auf 30 Grad. Vor allem der Samstag bringt viel Sonne und selten Gewitter. Im Laufe des Sonntags werden Schauer und Gewitter im Westen wieder zahlreicher.

Die erste Augustwoche startet erneut wechselhaft und deutlich kühler. Es gibt Aprilwetter bei maximal 18 bis 24 Grad am Tag und ziemlich kühlen 8 bis 15 Grad in der Nacht. "Am Montag dominiert starke bis geschlossene Bewölkung, die Sonne lässt sich nur selten sehen", sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. Auch am Dienstag befinden sich der Süden und das Küstengebiet unter Schauern und Gewittern. Sonst überwiegen Wolken, in der Mitte scheint häufiger die Sonne. Mit einer Rückkehr des Hochsommers ist frühestens zum zweiten Augustwochenende zu rechnen.

Rekordwerte im Juli

Die Abkühlung auf normales mitteleuropäisches Temperaturniveau in der vergangenen Woche hat verhindert, dass der Juli als wärmster Monat in die deutsche Wettergeschichte eingeht. Kurz vor Monatsende liegt die mittlere Temperatur noch um etwa drei Grad über dem Normalwert. "Das reicht für einen Platz unter den ersten fünf", sagte Gerhard Lux vom DWD. Bisher heißester Monat in der DWD-Statistik war der Juli 2006.

Dennoch gab es in diesem Jahr an einigen Stationen Hitzerekorde, vor allem im Norden und Osten. Dort schien auch die Sonne am längsten - bisher über 300 Stunden. Am 11. Juli war es in Genthin (Sachsen-Anhalt) 38 Grad heiß, der bisherige Rekord lag dort bei 37,9 Grad, gemessen am 16. Juli 2007. Und auch am Berliner Alexanderplatz wurde am 11. Juli ein Spitzenwert erreicht: Mit 37,8 Grad wurde der bisherige Rekord vom 16. Juli 2007 knapp übertroffen. Damals war es dort 37,7 Grad heiß.

Der absolute Hitze-Rekord für Deutschland wurde aber nicht angekratzt: Er liegt bei 40,2 Grad und wurde mehrmals gemessen - am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf (Bayern), am 9. August 2003 in Karlsruhe und am 13. August 2003 in Freiburg und Karlsruhe.

mit DPA

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