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Champions-League-Halbfinale Real gegen Barça: Messi schießt Barcelona im Alleingang zum Sieg

Der FC Barcelona darf vom Finale der Champions League träumen. Dank eines Doppelpacks von Superstar Lionel Messi hat Barça das Halbfinalhinspiel gegen Erzrivalen Real Madrid mit 2:0 gewonnen. Bester Mann auf dem Platz war neben Messi der deutsche Schiedsrichter der Partie.

Mit einem Doppelpack hat Weltfußballer Lionel Messi dem FC Barcelona bei Real Madrid den Weg ins Endspiel der Champions League geebnet. Der argentinische Superstar entschied am Mittwoch den "Klassiker"-Marathon Real gegen Barça, Teil III mit seinen Champions-League-Toren zehn und (76./87.) elf im Alleingang, sicherte und verschaffte seinem Team mit dem 2:0 (0:0) die perfekte Ausgangsposition für das Rückspiel am 3. Mai. Reals Ass Mesut Özil musste in dem unspektakulären Geduldsspiel mit zahlreichen hässlichen Fouls nach einer schwachen Leistung bereits zur Halbzeit raus. Der souveräne Schiedsrichter Wolfgang Stark war neben Messi bester Mann auf dem Platz. Der Bankkaufmann aus Ergolding hatte die hitzige Partie sicher im Griff und verteilte zwei Rote Karten für Barcas Ersatzkeeper José Pinto (45.+2) und Reals Abwehr-As Pepe (61.).

Der dritte von vier "Clásicos" innerhalb von zweieinhalb Wochen hatte vor 71.000 Zuschauern im Bernabéu-Stadion mit Gourmetfußball nichts zu tun. Barca setzte auch ohne den verletzten Feingeist Andres Iniesta (Wadenverletzung) auf seinen bewährten Ballbesitzfußball, übernahm schnell die Initiative, verfing sich aber immer wieder im dichten Defensivnetz der "Königlichen". Real beschränkte sich auf taktisch disziplinierte Kettenverschieberei und fand in der Offensive nicht statt. Einzige Sehenswürdigkeiten der ersten halben Stunde waren der knapp verzogene Schuss von Barcelonasn Stürmer David Villa (11.) aus 18 Metern und die Möglichkeit von Xavi (25.), der nach einem tollen Pass von Lionel Messi aus acht Metern an Real-Keeper Iker Casillas scheiterte.

Real zeigt passive und destruktive Spielweise

Die Strategie von Reals Coach José Mourinho riss sogar das heimische Publikum zu Pfiffen hin. Spaniens Rekordmeister wollte den Erzrivalen mit gruppendynamischer Defensivarbeit zermürben und dann mit zunehmender Spieldauer das eigene Offensivpotenzial ausspielen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte wären die Gastgeber für ihre passive und destruktive Spielweise sogar fast belohnt worden. Barcas Torhüter Victor Valdes konnte den flatternden Distanzschuss von Cristiano Ronaldo nur mit Mühe abklatschen - der blasse Özil wurde beim Nachfassen aus guter Position zurecht wegen Abseits zurückgepfiffen.

Sekunden nach dem Halbzeitpfiff hatte Wolfgang Stark die kniffligste Situation der gesamten Partie zu lösen. Bei Wortgefechten und Handgreiflichkeiten zwischen beiden Teams verlor Pinto die Nerven und wurde von Stark noch in der Pause mit einer Roten Karte bestraft. Dabei war der Unparteiische von der Madrider Sportpresse vor dem Spiel noch scharf angegangen worden, weil er sich einmal anerkennend über Messi geäußert hatte ("Es ist ein Vergnügen, ihn spielen zu sehen").

Reals Offensive stellt die Arbeit ein

Ein Vergnügen war die Begegnung aber auch in den zweiten 45 Minuten nicht. Die Katalanen, die als Tabellenführer der Primera Division schon acht Punkte vor Real und damit vor dem 21. Meistertitel stehen, fanden zunächst keine offensiven Antworten auf das Abwehrsystem der Madrilenen. Nach dem Platzverweis für Pepe (62.) stellte Real selbst die kleinsten Offensivbemühungen ein. Der aufgeregte Coach Mourinho musste wegen einer Unbeherrschtheit (62.) auf die Tribüne. Villa und Pedro vergaben in der 68. Minute klare Möglichkeiten für die Gäste, ehe Messi mit seinem 51. und 52. Pflichtspieltreffer dieser Saison zum Matchwinner avancierte.

Sebastian Fest, DPA / DPA

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