F1-Qualifying Doppel-Pole für die Silberpfeile


Beim Großen Preis von Japan werden die beiden Silberpfeile in der ersten Reihe stehen. Im Qualifying im japanischen Fuji konnte sich der WM-Führende Lewis Hamilton knapp vor Fernando Alonso durchsetzen. Nick Heidfeld fuhr auf Position fünf.

In weltmeisterlicher Manier hat Lewis Hamilton im Wetterchaos am Fuji die Nerven behalten und sich in letzter Sekunde vor Fernando Alonso die Pole-Position für den Großen Preis von Japan gesichert. Um 7/100 Sekunden schlug der Formel-1-Spitzenreiter am Samstag den Titelverteidiger im zweiten McLaren-Mercedes bei der Qualifikation auf dem 4,563 Kilometer langen Fuji-Speedway. "Das ist eine perfekte Position. Fantastisch für mich", sagte Hamilton mit einem breiten Grinsen, während Alonso neben ihm saß. "Es ist okay, aber die Pole-Position wäre natürlich besser gewesen", sagte der Spanier.

Die zweite Reihe bildet beim drittletzten Saisonrennen das Ferrari-Verfolger-Duo mit Kimi Räikkönen und Felipe Massa, für die an diesem Sonntag (6.30 Uhr/RTL und Premiere) der Kampf um den WM-Titel bereits beendet sein kann. "Wir hatten Probleme mit dem Getriebe, aber das sollte bis morgen behoben sein. Ich bin zuversichtlich", meinte der Finne Räikkönen.

Heidfeld fuhr auf Platz fünf

Fünfter wurde in der Qualifikation Nick Heidfeld im BMW-Sauber, Nico Rosberg Sechster und Sebastian Vettel überraschend im Toro Rosso Neunter. Dies gelang noch keinem Piloten mit diesem Team. "Fantastisch. Eine großartige Erfahrung", sagte Vettel, der in der Startaufstellung sogar auf den achten Rang vorrückt. Denn Landsmann Rosberg wird wegen eines Motorwechsels an seinem Williams-Toyota um zehn Plätze zurückgestuft. Dort wird er neben Ralf Schumacher stehen. Der Toyota-Pilot fuhr nach erfolgreicher erster Session dem Japaner Sakon Yamamoto ins Heck des Spyker-Wagens: "Das ist ärgerlich." Nicht über Rang 20 kam Adrian Sutil im zweiten Spyker hinaus.

Im Kampf um die beste Ausgangsposition startet Hamilton zum fünften Mal in seiner Premierensaison von der Pole-Position. Ebenfalls zum fünften Mal bilden die Silberpfeile die erste Startreihe. "Ein Spaziergang wird es nicht - nicht für uns, nicht für die Konkurrenz", sagte Haug.

Dunst und tiefstehende Wolken

Nicht einmal das Wirrwarr beim morgendlichen Training konnte den 22-jährigen Hamilton aus der Ruhe bringen. Wegen des Dunstes und der tiefstehenden Wolken über der Strecke durften die Piloten nur vier Minuten auf die Strecke - von geplanten 60. Grund war, dass der Rettungshubschrauber im Bedarfsfall nicht hätte abheben könne. Dabei ist die Gegend bekannt für ihre Launen. 1976 stellte Niki Lauda wegen heftiger Regenfälle und Angst um seine Sicherheit seinen Rennwagen vorzeitig ab, James Hunt wurde Weltmeister mit einem Punkt Vorsprung.

In dieser Saison ist eine Titelentscheidung in Japan ausgeschlossen, erst in einer Woche kann es in Shanghai zum Showdown kommen. Doch bereits im Land der aufgehenden Sonne erwartet Hamilton wieder einen "harten Kampf". Einen Zusammenstoß, wie es ihn beinahe in Spa-Francorchamps in der Kurve Eau Rouge gegeben hätte, schloss der Engländer aber aus: "Wir sind keine Idioten."

Alonso will sensibel vorgehen

Er werde tun, was er tun könne, um die Führung zu übernehmen, aber auch so sensibel vorgehen, dass jeder das Ziel erreiche, meinte Alonso, der zwei Punkte Rückstand auf Hamilton wettmachen (95:97) muss, um zum ersten Mal seit dem zweiten Rennen wieder die alleinige Führung zu übernehmen. Dritter ist vor dem 15. von 17 WM-Läufen Räikkönen mit insgesamt 84 Punkten. Massa ist Vierter mit 70 Zählern.

"Sehr zufrieden", war der WM- und Qualifikations-Fünfte Heidfeld. "Es war keine einfache Runde. Ich hatte gehofft, näher ranzukommen. Aber dem war leider nicht so", sagte der Mönchengladbacher. Kopfzerbrechen dürfte allen Teams das Wetter machen. Die Niederschlags-Wahrscheinlichkeit soll am Sonntag 40 Prozent betragen. "Wir müssen und uns sowohl auf Regen als auch auf eine abtrocknende Piste einstellen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Von mir aus kann Weltuntergang sein, dann habe ich vielleicht bessere Chancen", meinte Rosberg sarkastisch.

Jens Marx/DPA DPA

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