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Formel 1 Formel-1-Analyse - Vettels Konkurrenz rückt näher


Ein dritter Platz von Sebastian Vettel reichte in Suzuka zum erneuten Titelgewinn für den Deutschen, aber die Konkurrenz wetzt bereits die Messer und rüstet zum Großangriff im nächsten Jahr.

Sebastian Vettel hat sich zwar erneut die Formel-1-Krone aufgesetzt, aber der Große Preis von Japan in Suzuka hat gezeigt, dass der Titel im nächsten Jahr nicht so eine einfache Angelegenheit werden dürfte, wie dieses Jahr. Nicht der erneut draufgängerisch fahrende Lewis Hamilton, sondern Jenson Button hat sich zusammen mit Fernando Alonso endgültig als härtester Konkurrent Vettels etabliert.

Button ärgster Vettel-Rivale

Bei seinem Sieg auf dem High-Speed-Kurs in Suzuka zeigte Button viel Fingerspitzengefühl und dank seiner reifenschonenden Fahrweise erfuhr er seinen zwölften Karriere-Erfolg. Und dies soll nicht sein Letzter gewesen sein. Nach Suzuka beginnt eigentlich bereits die neue Saison und die Teams basteln an den Boliden 2012.

Und 2012 soll wieder Buttons Jahr werden. Kurz vor dem Japan-Grand Prix unterschrieb der 31-jährige Brite nach monatelangen Verhandlungen einen neuen Vertrag bei McLaren, der ihm angeblich bis zu 58 Millionen Euro über vier Jahre bringen soll. "Dieses Team hat die Ressourcen, das Personal und die Erfahrung, um einen Titel zu fahren", hat Button ein klares Ziel vor Augen.

Nach dem Rennen von Suzuka richtete Button auch noch eine persönliche Kampfansage an Vettel, nachdem die beiden in der Startphase des Japan-Grand Prixs aneinandergeraten waren: "Hast du mich nicht gesehen?", soll Button Vettel laut bbc.co.uk gefragt haben. Vettels Antwort: "Doch, du warst hinter mir." Button schließlich: "Komm schon, ich war halb neben dir. Okay, fahren wir also so unsere Rennen."

Red Bull arbeitet weiter akribisch

Aber auch wenn Button gegenüber Vettel vielleicht aufgeholt hat, schläft man bei Red Bull natürlich auch nicht und das Team ist höchst professionell aufgestellt. Beinahe schon sensationell war die logistische Leistung, nachdem Vettel im freien Training am Freitag seinen Frontflügel zerstört hatte, ihm bis zum Qualifying am Samstag einen neuen Frontflügel quer über den halben Erdball aus der Fabrik im englischen Milton Keynes zu beschaffen.

"Danke an die Jungs in der Fabrik. Ohne sie wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin", galt Vettels Dank nach der Pole Position so wieder einmal seinem Team. Wobei er sogar bereit gewesen sein soll, die Kosten für den Transport aus eigener Tasche zu zahlen - immerhin rund 120.000 Euro schätzte Niki Lauda.

In einem Interview mit der Welt am Sonntag sprach Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz über die weiteren Ziele. "Natürlich werden wir versuchen, unseren Vorsprung auch 2012 mitzunehmen. Wir wissen aber sehr wohl, dass es fast noch anstrengender ist, ein so hohes Niveau langfristig zu halten, als es zu erreichen", so Mateschitz.

Ein großes Plus von Red Bull ist es, dass das Personal kaum Änderungen unterworfen ist. "Mehr oder weniger große oder kleine Korrekturen gibt es laufend. Aber wir sind stolz darauf, dass wir in allen Schlüsselpositionen kaum Fluktuation haben - dass das nicht an mangelnder Nachfrage und Angeboten liegt, kann man sich wohl gut vorstellen", zeigte sich Mateschitz froh, weiter mit Teamchef Christian Horner, Technik-Spezialist Adrian Newey und natürlich Fahrer Sebastian Vettel zusammenarbeiten zu können.

Hamilton vs Massa geht in die nächste Runde

Ihre Rivalität mit in die nächste Saison nehmen werden wohl auch Lewis Hamilton und Felipe Massa. Wobei der Brasilianer eigentlich meist der Leidtragende überhasteter und riskanter Manöver des Engländers ist. So auch in Suzuka: In einer Schikane fuhr Massa neben Hamilton, der aber immer weiter nach Außen zog, bis es schließlich zwischen den beiden krachte.

Hamilton gab später an, Massa nicht gesehen zu haben und an dieser Stelle auch mit keinem Manöver des Brasiliners gerechnet zu haben. Die Rennkomissare sahen es ähnlich und sprachen keine Strafe aus, was Massa aber nicht beruhigen konnte. "Es passiert ja nicht nur mit mir, sondern mit allen anderen - selbst im Qualifying am Samstag und auch während des vergangenen Rennens", zitiert motorsport-total.com Massa.

Aber auch Hamilton war frustriert, nicht nur aufgrund seines Crashs, aber vor allem wegen seiner Leistung im Rennen. "Es ist klar, dass unser Auto über die Geschwindigkeit zum Siegen verfügt, aber ich war nicht in der Lage, heute mitzukämpfen. Also werde ich abreisen und mir die Daten anschauen, um herauszuarbeiten, wie ich zurückschlagen und kommendes Wochenende in Korea konkurrenzfähig sein kann", sucht Hamilton bei sich selbst die Fehler.

Schumacher wird immer besser

Gespannt darf man auch sein, wie sich Michael Schumacher in den nächsten Rennen präsentieren wird. In Suzuka führte der Rekordweltmeister erstmals seit 2006 wieder über einige Runden und schaffte, nachdem er vom achten Platz ins Rennen gegangen war, den Sprung auf Rang sechs nach vorne.

"Ich bin zufrieden. Mehr war sicherlich nicht drin. Es ist etwas mehr, als ich vor dem Rennen erwartet hatte. Man muss ja auch sehen, dass es keine technischen Ausfälle oder Ausfälle generell auftraten. Platz sieben wäre realistisch gewesen, Platz sechs wurde es. Damit dürfen wir, so denke ich, zufrieden sein", sagte Schumacher in einem Interview mit motorsport-total.com.

Vettel und Schumacher also obenauf, weniger gut lief es aber für die anderen Deutschen in Japan. Timo Glock hatte mit dem Ausgang an der Spitze erwartungsgemäß nichts zu tun, konnte aber als 20. das teaminterne Duell im Marussia-Virgin gegen den Belgier Jerome D'Ambrosio für sich entscheiden.

Nach seinem Pech im Qualifying kämpfte sich Nico Rosberg immerhin vom letzten Startplatz noch auf Rang zehn nach vorn, einen Platz vor Adrian Sutil im Force India, der damit erneut knapp an den Punkterängen vorbeifuhr.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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