FORMEL 1 Formel 1 bleibt Mount Everest des Motorsports

Mit ihrer Drohung, eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel 1 zu planen, haben die Automobilunternehmen die Königsklasse des Motorsports in Frage gestellt.

Mit ihrer Drohung, eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel 1 zu planen, haben die Automobilunternehmen die Königsklasse des Motorsports in Frage gestellt. Doch nach Meinung von Experten ist der ungewöhnlich einmütige Schritt der Konstrukteure, den Fiat-Manager Paolo Cantarella am Mittwoch verkündet hatte, nur eine Machtdemonstration derjenigen, ohne die im Motorsport nichts läuft.

Mitsprechen bei der Vermarktung

Schließlich zahlen die Autofirmen wie BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Renault oder Ford zusammen jährlich Milliarden für den Rennzirkus. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und RTL-Sportkommentator, Christian Danner, nennt es daher verständlich, dass sie bei der Vermarktung des Ganzen auch mitsprechen wollen.

Dass es tatsächlich zu einer Konkurrenz zur Formel 1 kommt, hält er für ausgeschlossen. Das »verwässert die Situation« und wäre für alle Beteiligten schädlich. Er rechnet damit, dass der »Mount Everest des Motorsports« bleibt. Die Autounternehmen wollten dem ungeliebten Mehrheitseigner der Formel-1-Gesellschaft »Slavia Ecclestone Corporation« (SLEC), Leo Kirch, nur ihre Position deutlich machen, meint Danner.

Lediglich Drohungen

Auch der ehemalige Rennfahrer und ZDF-Kommentator Jochen Mass sagt, dass die Autounternehmen die neue Rennserie »nicht wirklich wollen«. Es seien lediglich Drohungen, damit Kirch und EM.TV, die seit vergangenen Freitag 75 Prozent an SLEC halten, sie zukünftig bei wichtigen Entscheidungen nicht einfach übergehen.

Denn die Formel 1 ist laut Danner die weltweite »Bühne auf der die Automobilhersteller spielen«. Daher wollen sie sicherstellen, dass die Formel 1 weiterhin Millionen von Fernsehzuschauer verfolgen können, und Kirch die Rechte nicht einfach an Pay-TV-Sender verkauft. Ansonsten lohnt sich der milliardenschwere Aufwand nicht, den sie jährlich in die teuren Autos, Fahrer und Organisation stecken, sagt Danner.

Kein reines Pay TV

Die Münchner KirchGruppe betonte am Donnerstag erneut, dass es nicht in ihrem Interesse sei, die Formel 1 nur im Bezahlfernsehen zu senden. Die Gesellschafter der SLEC würden alles dafür tun, die Massenattraktivität der Rennsportserie zu erhalten. Sorgen, Kirch wolle die Formel 1 zukünftig nur im hauseigenen Bezahlfernsehen (Pay TV) Premiere World übertragen, wies ein Kirch-Sprecher als unbegründet zurück.

Der Automobilsport-Weltverband FIA hat bisher keine Einwände gegen eine neue Rennserie, die in Konkurrenz zur Formel 1 treten soll. Ein Sprecher erklärte am Donnerstag in Genf lediglich, dass die Serie auf die Einhaltung der international gültigen Regeln und Sicherheitskriterien überprüft werden müsste.

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