FORMEL 1 Jean Alesi geht vom Gas


Nach 13 Jahren Renn-Alltag packt Formel-1-Veteran Jean Alesi seinen Koffer. In den 13 Jahren seiner Karriere war der 37 Jahre alter Franzose bei 201 Rennen am Start.

Nach 13 Jahren Renn-Alltag packt Formel-1-Veteran Jean Alesi seinen Koffer. In den 13 Jahren seiner Karriere war der 37 Jahre alter Franzose bei 201 Rennen am Start. Beim Großen Preis von Japan in Suzuka wird der am kommenden Sonntag zum letzten Grand Prix seiner wechselvollen Karriere starten. »Ich werde in der kommenden Saison keine Rennen mehr fahren«, kündigte Alesi auf einer Pressekonferenz in Tokio an.

Wachablösung

Jordan-Pilot Alesi hatte am 30. September beim USA-Grand-Prix in Indianapolis seinen 200. WM-Lauf bestritten. Teamchef Eddie Jordan nahm in dieser Woche den Japaner Takuma Sato als neuen Fahrer für die Saison 2002 unter Vertrag. Trotz der »Wachablösung« will er den kleinen Franzosen mit dem großen Kämpferherzen aber nicht einfach in Rente schicken. »Ich würde es gerne sehen, wenn er als Ausbilder bleibt«, meinte der Ire, »Jean hat erhebliche Kenntnisse.«

Erfahrung seit 1989

Diese Erfahrung hat sich Draufgänger Alesi seit seinem Debüt 1989 in Paul Ricard redlich erworben. Erst als fünfter Pilot in der Formel-1-Geschichte durchbrach er in Indianapolis die 200er-Schallmauer. Der dienstälteste Fahrer war für Teamchef Jordan eher ein Notnagel als ein Wunschpilot für den vor dem Hockenheim-Grand- Prix entlassenen Heinz-Harald Frentzen. »Dabei gibt es auf dem Markt keinen besseren als mich«, tönte Alesi damals ziemlich frech.

1995 einziger Sieg

Nach Riccardo Patrese (256 Starts), Gerhard Berger (210), Andrea de Cesaris (208) und Nelson Piquet (204) wird auch Alesi (201/nach Suzuka) im 200er-Club in Rente gehen. 1995 hatte er in Kanada seinen einzigen Grand Prix gewonnen.

Premiere im Tyrell

Alesi wurde 1989, als er für Tyrrell seine ersten Formel-1-Rennen bestritt, Europameister der Formel 3000. Auf einem Reynard des Jordan-Rennstalls übrigens. An sein Grand-Prix-Debüt kann er sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen: »Plötzlich fuhr ich gegen die Stars meiner Jugend. Namen, die ich bis dahin nur aus dem Fernsehen kannte. Um mich herum in der Startaufstellung standen Senna, Mansell, Patrese.«

»Senna war mein Held«

Dies änderte sich in den vergangenen Jahren, Alesi wurde der »Methusalem« der Branche: »Ich habe die Karrieren meiner Kollegen von Anfang an miterlebt. Häkkinen ist für mich deshalb nicht der zweifache Weltmeister, sondern ein Kollege meiner Generation.« Einen Fahrerkollegen wird Alesi nie vergessen: »Senna war mein Held. Die Unfälle von Senna und Ratzenberger in Imola werden für immer ein Schock bleiben.« Formel-1-Veteran Alesi war an dem schwarzen Wochenende von Imola nur Zuschauer.


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