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Formel 1: Niederlage für Schumi

Auf der Jagd nach seinem sechsten WM-Titel muss Michael Schumacher heute beim Großen Preis der USA aus der vierten Reihe starten. Sein WM-Rivale Räikkönen machte es besser: Pole für den Finnen.

Auf der Jagd nach seinem sechsten WM-Titel muss Michael Schumacher beim Großen Preis der USA aus der vierten Reihe starten. Seine beiden WM-Rivalen Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen machten es in der Qualifikation am Samstag in Indianapolis auf der 4,192 km langen Strecke besser. Der Finne Räikkönen im McLaren-Mercedes fährt im vielleicht vorentscheidenden Formel-1- Rennen der Saison zum zweiten Mal in seiner Karriere von der Pole-Position. Der Kolumbianer Montoya im Williams-BMW schaffte auf dem legendären Motorspeedway immerhin noch die viertbeste Zeit. "Wir waren nicht schnell genug", gab der fünfmalige Weltmeister Schumacher unumwunden zu.

"Die WM ist wieder ein Stück offener", sagte Schumacher, "aber ich bin ja auch schon vorher davon ausgegangen, dass der Titel erst in Japan vergeben wird." Vor dem vorletzten Formel-1-Lauf des Jahres heute führt Michael Schumacher in der Fahrer-Wertung mit 82 Punkten vor Montoya (79) und Räikkönen (75). In der Marken-WM liegt Williams-BMW mit 141 Punkten vor Ferrari (137) und McLaren-Mercedes (120).

Schumacher hofft auf Hilfe von Barrichello

Hinter Räikkönen holte sich Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) den 2. Platz. "Er kann Montoya wichtige Punkte wegnehmen", hofft Schumacher auf Hilfe. Der Franzose Olivier Panis im Toyota wurde Dritter. Ralf Schumacher im zweiten Williams-BMW beendete die Qualifikation als Fünfter mit Kopfschmerzen. Die bei Sauber ausgemusterten Mönchengladbacher Nick Heidfeld und Heinz- Harald Frentzen gehen von den Startpositionen 13 und 15 in ihren vorletzten Grand Prix für das Schweizer Team.

"Ein Superjob von Kimi"», lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug seinen Piloten nach dessen Glanzleistung. "Kimi hätte ich nicht unbedingt vorn erwartet", wunderte sich Michael Schumacher. Nach einer blitzsauberen Fahrt des jungen Finnen blieben die Uhren auf 1:11,670 Minuten stehen. Publikumsliebling Montoya war 0,278 Sekunden langsamer, Schumacher gar 0,524. "Das Rennen ist lang, da weiß man nie, was passiert. Aber wir haben eine gute Strategie", hofft Räikkönen auf seinen zweiten Karrieresieg, der seine Aktien im Dreikampf steigen lassen würde und ihm echte Chancen auf den ersten Titelgewinn seiner noch jungen Formel-1-Karriere eröffnen könnte.

Am Haken zurück in die Box

Für Michael Schumacher begann der Tag nicht gerade vielversprechend. Sein Ferrari blieb in der ersten der beiden Trainingseinheiten nach Problemen mit dem Benzindruck stehen. Der Kerpener musste aussteigen und warten. Trotzdem blieb er gut gelaunt, plauderte mit Fotografen und Streckenposten. Immer wieder winkte er ins Publikum. Schumacher half sogar beim Schieben. Dann kam der Abschleppwagen, und der Weltmeister wurde am Haken zurück in die Box gefahren. Der Schaden für Schumacher hielt sich allerdings in Grenzen, da die Piste nach einem Gewitter noch feucht war und auch die Konkurrenz lange Zeit in der Box blieb. Auch in der zweiten «Halbzeit» musste Schumacher lange warten, ehe alle Probleme gelöst waren und er auf die Strecke konnte.

Volker Gundrum, dpa

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