HOME

Formel 1: Ralf Schumacher jubelt - Bruder Michael Fünfter

Überraschung in Monaco: Mit einer verpatzten Runde hat Weltmeister Michael Schumacher seine Trumpfkarte für den Sprung an die WM-Spitze aus der Hand gegeben.

Überraschung in Monaco: Mit einer verpatzten Runde hat Weltmeister Michael Schumacher seine Trumpfkarte für den Sprung an die WM-Spitze aus der Hand gegeben. Während sein Bruder Ralf im Spielerparadies mit einer blitzsauberen Fahrt brillierte und seinen BMW-Williams noch vor WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen (Finnland) im McLaren-Mercedes und seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (Kolumbien) erst zum zweiten Mal in seiner Karriere auf die Pole-Position steuerte, beendete der Ferrari-Star das Einzelzeitfahren am Samstag lediglich als Fünfter: "Ich bin nicht ganz zufrieden."

Keine ideale Position

Der fünfmalige Weltmeister musste auch noch den Italiener Jarno Trulli im Renault vorbeiziehen lassen und stellte mit süß-säuerlichem Gesichtsausdruck fest: "Das ist keine ideale Position, besser wäre es gewesen, in der ersten Reihe zu stehen." Die Flinte ins Korn werfen wollte Schumacher, der in der WM-Wertung vor dem siebten der 16 Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) zwei Punkte hinter Räikkönen liegt, aber nicht: "Es ist nicht aussichtslos." Für die beiden Sauber-Piloten Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen, die auf die Ränge 14 und 15 fuhren, ist die Ausgangsposition beim Formel-1-Klassiker dagegen alles andere als rosig.

Fast vier Zehntelsekunden fehlten Michael Schumacher, der auf dem 3,340 Kilometer langen Stadtkurs zunächst mit bester Zwischenzeit unterwegs gewesen war. Doch dann fiel der 34-Jährige aus Kerpen immer weiter zurück. Auch, weil die Michelin-Konkurrenz Vorteile hatte.

Ralf Schumacher überrascht

"Erst habe ich gedacht, es wird eng, dann war ich sehr überrascht", sagte Ralf Schumacher, bei dem die Uhren bei 1:15,259 Minuten stehen geblieben waren, über die Fahrt seines Bruders. Als der seine Bestzeit nicht unterbieten konnte, jubelte der kleine Bruder, der letztmals vor zwei Jahren in Frankreich ganz vorn stand. "Ich bin überglücklich, gerade hier auf der Pole zu stehen. In Monte Carlo ist das extrem wichtig. Aber es ist erst Samstag, abwarten wie es am Sonntag läuft."

Überholen fast unmöglich

Auf dem engen Kurs ist Überholen fast unmöglich, deshalb ist eine gute Startposition sehr wichtig. Nach den Regeländerungen (Tankverbot nach der Qualifikation) kommt auch der Taktik eine große Rolle zu. Da sich auch Michael Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) als Siebter nicht in den Top-Vier qualifizieren konnte, drängt sich die Frage auf, ob die beiden Ferraris mehr Benzin an Bord hatten. "Ralf selbst ist schwerer als ich. Das Auto ist die große Frage", sagte Michael Schumacher, der glaubt, dass "wir etwas schwerer sind". BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger sagte: "Wenn Ralf als erster aus der ersten Kurve kommt, hat er auch Chancen, das Rennen zu gewinnen."

Stark schlug sich auch Räikkönen. "Das war eine superspannende Qualifikation. Kimi hat die Pole um 36 Tausendstelsekunden verfehlt. Glückwunsch an Ralf Schumacher und Willimas-BMW", sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug. Räikkönen hat nun beste Chancen, seine WM-Führung zu verteidigen.

Unfall von Button

Nach einem schweren Trainingsunfall bei 290 km/h am Vormittag war Jenson Button in der Qualifikation am Nachmittag nicht dabei und wird am Sonntag aus der Boxengasse starten müssen. "Er ist o.k., hat eine Prellung im rechten Knie", sagte Formel-1-Arzt Sid Watkins. Nach dem schlimm aussehenden Crash wurde Button aus dem völlig demolierten Wrack geborgen und im Princess Grace Hospital in Monaco untersucht und behandelt. Der 23-Jährige klagte über leichte Übelkeit, sein BAR- Team zog den Piloten aus der Qualifikation zurück und will am Sonntagmorgen entscheiden, ob er beim Großen Preis fahren kann.

Wissenscommunity