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Formel 1: Sebastian Vettel startet in Bahrain von der Pole-Position

Sebastian Vettel bezeichnete die Berichte über die Lage in Bahrain als ''großen Hype'' und löste damit viel Kritik aus, im Qualifiying war er nicht zu schlagen und startet in Bahrain von der Pole-Position.

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel startet beim Großen Preis von Bahrain von der Pole Position. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister fuhr in der Qualifikation auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir in 1:32,422 Minuten die Bestzeit. Nico Rosberg belegte eine Woche nach seiner bislang ersten Pole Position in China auf den fünften Platz. Der Mercedes-Pilot war 0,098 Sekunden langsamer als Vettel.

Der britische WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton kam im McLaren-Mercedes auf Rang zwei. Der Australier Mark Webber startet im zweiten Red Bull als Dritter in den fünften Saisonlauf. Nico Hülkenberg fuhr im Force-India auf den 13. Platz.

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher schied sensationell schon in der ersten K.o.-Runde aus. Wegen eines nicht mehr funktionierenden Heckflügels hatte der Mercedes-Pilot nach eigenen Angaben "wenigstens eine halbe Sekunde verloren" und konnte auch nicht mehr auf die Strecke, um sich zu verbessern. Schumacher wurde 18. Timo Glock belegte im Marussia Rang 23.

Kritik an Bahrain-GP will nicht abreißen

Automobil-Weltverbandschef Jean Todt hat das Festhalten am umstrittenen Formel-1-Rennen in Bahrain erneut verteidigt. "Ja, das ist gut für den Sport", sagte der Franzose an der Strecke von Sakhir dem britischen Sender BBC. Trotz der anhaltenden politischen Proteste in Bahrain hatte der Weltverband entschieden, den Grand Prix nicht wie im Vorjahr abzusagen.

Die schiitische Opposition in Bahrain verlangt Reformen vom sunnitischen Königshaus. Die Protestbewegung hatte in den vergangenen Tagen auch gegen die Austragung des Formel-1-Rennens demonstriert. Nach Auseinandersetzungen am Freitagabend in Manama hatte es einen Toten gegeben.

"Wir sind kein politisches Organ, sondern ein sportliches", sagte Todt. Auch Bahrains Kronprinz Salman bin Hamad Al-Chalifa und Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hatten Forderungen nach einer Rennabsage zurückgewiesen.

Das Schweigen der "Sportler"

Die Kritik am Schweigen der Formel 1 wird immer lauter. "Ich hoffe, dass diese Fahrer, die nicht über die Geschehnisse sprechen wollen, eines Tages ihre Meinung ändern. Wenn nicht, werden sie ihre Kinder vielleicht fragen, warum sie in einem Land ein Rennen gefahren sind, in dem die Herrschenden so viele Leute verhaften und foltern", sagte Zainab Al-Khawaja, die Tochter eines inhaftierten Oppositionsführers, der britischen Zeitung The Independent.

Ihr Vater, der dänisch-bahrainische Menschenrechtsaktivist Abdulhadi Al-Khawaja, ist seit dem 8. Februar im Hungerstreik. Er war nach den blutigen Unruhen in Bahrain im Vorjahr verhaftet und von einem Sondergericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die unbedarften Äußerungen des Weltmeister Sebastian Vettel sorgten für Unruhe. Vettel hatte gesagt: "Unser Job ist der Sport, sonst nichts." Zudem bezeichnete der 24-Jährige die Berichte über die Lage in Bahrain als "großen Hype".

Hype um Menschenrechte? Vettel ohne Kompass 

"Ist noch irgendwas von diesem alten Klischee eines moralischen Kompasses übrig?", kommentierte The Independent und beschrieb Vettel als "schändlichen Mann". Internetaktivisten brachten die offizielle Formel-1-Seite zum Absturz. Die britische Times veröffentlichte eine beißende Karikatur, die Ecclestone in einem Rennwagen zeigt, der von einem Scheich mit Blut betankt wird. Im Hintergrund liegen Leichen.

sportal.de / sportal

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