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FORMEL 1: Sicherheitsdebatte um Streckenposten

Die Verantwortlichen der Rennstrecken machen sich Gedanken, wie die Helfer am Streckenrand besser geschützt werden können.

Der tragischen Tod des Streckenpostens beim Formel-1-Rennen in Melbourne hat Fahrer, Fans und Verantwortliche aufgeschreckt. War es doch schon der zweite tödliche Unfall eines sogenannten »Marshalls« innerhalb kürzester Zeit. Schon beim letzten Rennen in Monza wurde ein Streckenposten von einem abgerissenen Rad erschlagen.

Trotz aller Bemühungen haben es weder die Teams noch die Verantwortlichen FIAA (Internationale Motorsport Vereinigung) bisher geschafft, die Gefahr die von abgerissenen Reifen ausgeht, in den Griff zu bekommen. Verstärkte Radaufhängungen sind längst Pflicht, sogar an ein dünnes Stahlseil wurde in Erwägung gezogen, um Felge und Reifen bei einem Crash am Chassis zu halten. Bisher ohne Erfolg. Bei derart hohen Geschwindigkeiten, so scheint es, ist es unmöglich, ein Abreißen der Reifen zu verhindern.

Die Verantwortlichen der Rennstrecken machen sich nun erneut Gedanken, wie die meist freiwilligen Helfer am Streckenrand besser geschützt werden können.

Als Vorbildlich gelten seit einiger Zeit die Vorkehrungen, die beim Umbau des Nürburgringes getroffen wurden. Lücken in den Fangzäunen gibt es auch in der Eifel. Dort sind sie aber überlappend gebaut. Reifen und Wrackteile können dadurch nicht ungehindert durch die Absperrung fliegen. Hinzu kommen auf dem Nürburgring noch kleine Betonhäuschen, die an besonders unfallträchtigen Streckenabschnitten die Streckenposten schützen. Stehe ein Streckenposten so geschützt und gehe erst dann heraus, wenn er den Einsatzbefehl vom Rennleiter erhalte, könne im Prinzip kein Unfall passieren, erklärte Arno Diedrichs, Nürburgring-Rennleiter, in einem Interview mit dem Südwestrundfunk.

Weitere Vorwürfe an den Sicherheitsvorkehrungen in Melbourne kommen unterdessen aus Hockenheim. So mutmaßt der Chef der Streckensicherung am Hockenheimring, Harald Roth, dass der abgerissene Reifen möglicherweise durch eine Lücke im Fangzaun gekommen ist, die extra für Fotografen hineingeschnitten worden sei.

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