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Großer Preis von Deutschland: Weltmeister fernab der Musik

Formel1-Weltmeister Michael Schumacher fährt der Konkurrenz weiter hinterher. In Hockenheim geht der Ferrari-Pilot aus Startreihe drei ins Rennen. Die Pole-Position sicherte sich der Finne Räikkönen.

Michael Schumacher hat beim Heimauftritt Schadensbegrenzung betrieben und sich die Chance auf einen Podiumsplatz beim Großen Preis von Deutschland erhalten. Während sich McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen in brillanter Manier die Pole-Position holte, fuhr der siebenmalige Formel-1-Weltmeister im Qualifikationstraining die fünftbeste Zeit. "Es hat sich nichts verbessert bei uns", sagte Schumacher angesichts der dritten Startreihe. "Wir siedeln uns hinter McLaren-Mercedes und Renault an."

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso belegte hinter dem Briten Jenson Button im BAR-Honda den dritten Platz. Der fünfmalige Saisonsieger aus Spanien profitierte dabei vom Abflug des Silberpfeil-Rivalen Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer manövrierte nach Top-Durchgangszeiten seinen McLaren-Mercedes in der letzten Kurve ins Kiesbett. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir um den Sieg kämpfen können", sagte Alonso. Vor dem zwölften Saisonlauf führt der Renault-Pilot mit 77 Punkten souverän vor Räikkönen (51) und Schumacher (43).

Hoffen auf Regen

Vorjahressieger Schumacher sieht nur im Fall eines Wetterumschwungs Chancen auf einen Sprung aufs Treppchen: "Wenn es regnet, ist vielleicht ein Podestplatz möglich. Wir sind noch immer nicht da, wo wir mal waren." Vor äußerst mäßiger Kulisse hatte der 36 Jahre alte Ferrari-Star in 1:15,006 Minuten satte 0,686 Sekunden Rückstand auf Räikkönen. Sein Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) enttäuschte als 15. auf ganzer Linie.

Nick Heidfeld nährte als Siebter im BMW-Williams ein klein wenig die Zuversicht auf einen Aufwärtstrend. "Ich hoffe, dass wir in die Punkte fahren können, aber davon waren wir in den letzten Rennen meilenweit entfernt. Deswegen müssen wir realistisch bleiben", sagte der Mönchengladbacher. Ralf Schumacher kam im Toyota nicht über den dürftigen zwölften Platz hinaus.

Das Tempo gibt derweil eindeutig McLaren-Mercedes mit "Iceman" Räikkönen vor. "Wir freuen uns sehr über diese Pole", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug beim Heimspiel des schwäbischen Automobilherstellers. Räikkönen freute sich: "Es ist toll. Das ist ein wichtiges Rennen, da ich zuletzt vier Punkte auf Fernando verloren habe." Insgesamt sicherte sich der Finne zum siebten Mal in seiner Karriere den besten Startplatz. In dieser Saison gelang ihm dieses Kunststück zum vierten Mal.

"Habe es vermasselt"

Allerdings trübte Montoyas Aussetzer die Freude im McLaren-Mercedes-Lager. "Es hätte natürlich geholfen, wenn beide in der ersten Reihe gestanden hätten", befand Räikkönen. "Der Fehler war unnötig und ärgerlich. Ohne ihn wäre die erste Reihe sicher gewesen", pflichtete Haug bei, nachdem Montoya in aussichtsreichster Position liegend rund hundert Meter vor dem Ziel in die Reifenstapel gerutscht war. "Ich war auf einer guten Runde und hätte die Pole holen können. Es war mein Fehler, ich habe es vermasselt", sagte der Kolumbianer kleinlaut. Von ganz hinten startend, kann der Sieger von Silverstone nicht wie erhofft als Puffer gegen Alonso dienen.

Jens Marx und Elmar Dreher/DPA / DPA

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