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Jüngster Sieger aller Zeiten: Max Verstappen - Urknall im Formel-1-Universum

Max Verstappen ist nach dem Sieg in Spanien das neue Wunderkind in der Formel 1. Noch nie war ein Pilot in so jungen Jahren so abgezockt. Sein Arbeitgeber Red Bull darf auf eine neue Erfolgsära hoffen.

Wer auf der Suche nach Wundern ist, ist in der Formel 1 genau richtig. Denn in der Königsklasse des Motorsports, in der alles ein Stück größer, glitzernder und geschwätziger ist als in anderen Sportarten, ist man mit dem Begriff Wunder schnell zur Hand. Am vergangenen Rennwochenende war es war wieder soweit. Diesmal allerdings kommt das, was auf dem Circuit de Catalunya passierte, wirklich ganz nah an das heran, was ein Wunder ausmacht. Mit dem Erfolg des erst 18-jährigen Max Verstappens beim Großen Preis von Spanien geschah nämlich etwas absolut "Außergewöhnliches und aller Erfahrung Widersprechendes“ (Duden). Ob auch noch eine göttliche Macht ihre Finger im Spiel hatte, sei mal dahingestellt. Nur eines ist klar: Vertsappen ist jetzt der jüngste Formel-1-Siger aller Zeiten. Er löste Sebastian Vettel ab, der 2008 mit 21 Lenzen zum ersten mal gewonnen hatte.

Das fünfte Saisonrennen war auf jeden Fall in allen Belangen spektakulär. Erst schossen sich die beiden Silberpfeil-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton gegenseitig ab. Dadurch wurde der Weg frei für eine der schönsten Geschichten, die die Formel 1 in den vergangenen Jahren geliefert hat: Red-Bull-Pilot Verstappen raste, fehlerlos und nervenstark bis zum Schluss, nach 66 Runden als Erster über die Ziellinie. Selbst den Attacken des doppelt so alten Kimi Räikkönen im Ferrari widerstand der Renn-Teenie. Es ist gerade diese Coolness, die alle beeindruckt. Noch nie gab es einen Piloten, der so jung auf allerhöchstem Niveau brillierte. Zum Vergleich: Michael Schumacher war vier Jahre älter, als er zum ersten Mal gewann.

Kollegen und Medien verneigen sich vor Max Verstappen

Fahrerkollegen, Experten und die internationalen Medien verneigen sich vor Verstappen. Papa Jos stockte die Stimme, Opa Frans heulte wie ein kleines Kind. Das meistgehörte Wort nach dem sensationellen Auftritt des "Jahrhunderttalents" (Niki Lauda) beim seinem Sieg auf dem Circuit de Catalunya: "Unglaublich." 

Die spanische Zeitung Spaniens "El Periódico" schwärmte von seinem Nachfolger : "Die Astronomen sagen, ein Urknall habe am Anfang der Entstehung des Universums gestanden. Ähnliches scheint in der Formel 1 zu gelten, wo nach dem Zusammenkrachen der Mercedes-Rennwagen ein neuer Stern aufging. Sein Name ist Max Verstappen.“

Verstappen gilt schon lange als Wunderkind. Das Rennfahrer-Gen wurde ihm in die Wiege gelegt. Vater Jos war Formel-1-Rennfahrer (107 Rennen, kein Sieg), auch Mutter Sophie Kumpen bestritt professionell Autorennen. Im Alter von drei Jahren saß er das erste Mal im Kart, mit 16 Jahren wechselte er in die Formel 3, mit 17 debütierte er als Testfahrer bei Toro Rosso, 2015 erhielt er – immer noch 17 -  sein erstes Cockpit beim Red-Bull-Nachwuchs-Team.

Verstappens Berufung wurde kritisiert

Es gab damals Stimmen im Fahrerlager, die die Berufung eines 17-Jährigen als Sicherheitsrisiko kritisierten. Oder Red Bull vorwarfen, wieder ein neues Talent an den Start zu bringen, das wie einige andere zuvor nur verheizt würde. Denn das Auswahlverfahren bei den Österreichern ist knallhart. Nur Kenner erinnern sich noch an Jean-Eric Vergne, Sebastien Buemi, Jamie Alguersuari, Vitantonio Liuzzi, Sebastien Bourdais und Scott Speed. Sie alle galten mal als hoffungsvolle Talente und wurden am Ende gnadenlos aussortiert. 

Verstappen wird sich nicht in diese Reihe stellen, so viel ist sicher. Nur wenige Tage vor seinem historischen Sieg war er auf Anordnung von Helmut Marko, dem Motorsportchef beim Brausekonzern, von Toro Rosso zu Red Bull gewechselt, der Russe Daniil Kyvat wurde kühl ins Nachwuchsteam zurückgestuft. Verstappen bewies, dass Marko das richtige Gespür hatte. Es sieht danach aus, als wenn bei Red Bull eine neue Ära begonnen hat.

mit Material von DPA

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