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Melbourne: Schumi: Ferrari "ganz klar" Favorit

Die Formel 1 startet in die erste Saison nach Michael Schumacher. Beim Großen Preis von Australien sieht der Weltmeister von 2006 sein altes Team trotzdem in der Favoritenrolle.

Für Michael Schumacher ist Ferrari auch ohne Michael Schumacher der große Favorit in der neuen Formel-1-Saison. Der Rekordweltmeister tippt vor dem Start des ersten Rennens in Melbourne "ganz klar" auf seinen Nachfolger Kimi Räikkönen und seinen letztjährigen Teamkollegen Felipe Massa. Der nach 91 Siegen in 249 Rennen im vergangenen Oktober zurückgetretene Schumacher fühlt sich als Renn-Renter wohl. "Er wirkt extrem frisch, fit, ausgeruht und ausgeglichen. Die Ausstrahlung ist ganz klar die eines Mannes, der glücklich und mit sich im Reinen ist", sagte seine Sprecherin Sabine Kehm. "Er genießt die Zeit mit seiner Familie und Freunden, und das merkt man ihm auch an."

Schon beim Großen Preis von Australien wollen die deutschen Piloten die Gunst der Stunde nutzen. "Michael hat die Formel 1 in den letzten Jahren ganz einfach geprägt. Aber es gibt jetzt vier starke, deutsche Formel-1-Fahrer, die in der neuen Saison dabei sein werden daher wird auch diese Saison für die Fans eine sehr spannende", sagt sein für Toyota fahrender Bruder Ralf Schumacher. "Doch erst einmal wird eine große Lücke entstehen", glaubt Williams-Fahrer Nico Rosberg.

Norbert Haug: „Formel 1 auch ohne Schumi spannend“

"Michaels Erfolge waren absolut einzigartig. Sicher werden ihn seine Fans vermissen. Diejenigen, die an der Formel 1 interessiert sind, werden aber dabei bleiben. Und das sind in Deutschland sicher mehr als vor Michaels Zeit", sagt BMW-Pilot Nick Heidfeld. Neuling Adrian Sutil vom Spyker-Team glaubt ebenfalls an eine Fortsetzung des Booms auch ohne den Superstar: "Besonders auch aus Deutschland kommen viele junge Fahrer, die das Zeug für eine große Karriere haben." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zeigt zwar großen Respekt vor der Wirkung, die die 16 Schumacher-Jahre mit sieben WM-Titeln hinterlassen haben, glaubt aber: "Die Formel 1 wird auch ohne Schumacher spannend bleiben." Sein BMW-Kollege Mario Theissen vermutet: "Man will sehen: Wer hat das Zeug dazu, ein Großer zu werden."

"Melbourne symbolisiert ein neues Kapitel in der außergewöhnlichen Geschichte der Scuderia. Nach elf Jahren wird es nicht mehr Michael Schumacher sein, der am Lenkrad eines unseres Autos sitzt", sagte Ferrari-Direktor Jean Todt. Doch der Franzose konnte bei der Entwicklung des neuen Rennwagens auf die Hilfe und den Rat seines Starlenkers bauen. Als "Sonderberater" teile er Wissen, seine Urteilsfähigkeit und seine Entscheidungskraft für Weiterentwicklungen nicht nur im Formel-1-Umfeld, sondern auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei den Straßenautos, definierte seine Sprecherin die Rolle. "Um diese Aufgabe so erfüllen zu können, wie es Michaels Anspruch ist, ist er über alle Abläufe stets informiert", sagte Sabine Kehm. Spekulationen, nach denen der 38-Jährige zu Testfahrten wieder ins Cockpit klettern wolle, erteilte sie eine Absage: "Das ist nicht geplant und auch nicht nötig."

Schumacher nicht in Melbourne dabei

"Viel läuft über Telefon, aber auch über E-Mail, Internet, Videokonferenz. So bleibt Michael über alle Entwicklungen auf dem Laufenden", sagte die Schumacher-Sprecherin. Ab und zu werde er sich auch vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation machen, um seine Ideen, Vorschläge, aber auch Einschätzungen auf einer idealen Basis treffen zu können. Und deshalb wird Schumacher zwar "definitiv" nicht in Melbourne sein. Stattdessen werde er "sicher vor dem Fernseher sitzen und Ferrari die Daumen drücken, das Telefon immer in Reichweite".

Volker Gundrum/DPA / DPA

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