Qualifying in Sepang Formel 1 sieht rot


Für den deutschen Formel-1-Piloten Adrian Sutil war beim Qualifying für den Großen Preis von Malaysia schon nach der ersten Runde Schluss. Auf den vorderen Plätzen muss sich Weltmeister Fernando Alonso zwischen Ferrari einreihen.

Melbourne-Pechvogel Felipe Massa hat in Malaysia eindrucksvoll sein WM-Potenzial gezeigt und souverän die Pole Position geholt. Der Brasilianer fuhr im Backofen von Sepang klar Bestzeit vor McLaren-Mercedes-Konkurrent Fernando Alonso und seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen. "Das war eine tolle Runde. Ich hoffe, ich kann im Rennen meine Position halten. Das wäre ein Traum", sagte Massa klatschnass, aber glücklich, nach dem schweißtreibenden Qualifikationstraining zum Großen Preis von Malaysia.

35 Grad Tropen- Hitze und bis zu 60 Prozent Luftfeuchtigkeit

Noch leicht ermattet nach den Strapazen durch 35 Grad Tropen- Hitze, 50 Grad heißem Asphalt und bis zu 60 Prozent Luftfeuchtigkeit, jubelte Massa über seine insgesamt vierte Pole Position in 1:35,043 Minuten auf dem 5,543 Kilometer langen Kurs: "Ich bin glücklich, nachdem es in Melbourne nicht so gut gelaufen war." Beim Auftakt in Australien hatte der Südamerikaner nach einem Getriebeschaden in der Qualifikation als Letzter starten müssen, kämpfte sich aber noch bravourös auf Rang sechs vor.

Beim zweiten Saisonlauf am Sonntag (Start: 9.00 Uhr zu sehen bei RTL und Premiere) ist Massa nun heißer Favorit. "Das wird sehr hart. McLaren-Mercedes ist sehr konkurrenzfähig", sagte er über den gegenüber Melbourne etwas näher gerückten Rivalen. "Das ist wie Fahren in der Sauna. Wir verlieren viel Körperflüssigkeit. Heute Abend muss ich viel trinken - aber nur Wasser, nichts anderes."

Erleichterung herrschte auch bei Teamkollege Kimi Räikkönen nach Rang drei. "Der Motor ist okay", sagte der Auftaktsieger und WM-Spitzenreiter. Er und das ganze Team hatten trotz einer positiven Simulation gezittert, ob das durch ein Wasserleck in Australien zwischenzeitlich überhitzte Ferrari-Triebwerk den extremen Bedingungen in Sepang standhalten würde. Nur die Abstimmung sei noch nicht perfekt, meinte der Nachfolger des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher. "Aber ich denke, dass ich über eine schnelle Runde mehr leiden musste als über die Renndistanz."

Alonso spricht von einem guten Tag

Von "einem guten Tag für uns" sprach der zweimalige Champion Alonso, der mit 0,267 Sekunden Rückstand auf Massa wie in Melbourne den zweiten Platz belegte: "Wir haben ein konkurrenzfähigeres Paket als in Australien." Er rechne damit, die Roten im Rennen stärker als zuletzt Paroli bieten zu können. "Aber wir müssen realistisch bleiben. Auf der Langdistanz sind wir noch nicht so schnell wie Ferrari", so der Spanier. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug freute sich nach dem "echten Qualifying-Krimi" über Alonso und den erneut viertplatzierten britischen Formel-1-Frischling Lewis Hamilton: "Fernando, Lewis und das ganze Team haben klasse gearbeitet."

BMW-Sauber-Pilot Heidfeld war als Fünfter in 1:36,543 Minuten bester Deutscher: "Ich bin sehr zufrieden. Das war heute das Optimum, was ich erreichen konnte, denn die Balance meines Autos ist noch nicht ideal." Der wegen seiner Zwangspause im ersten Freitagstraining immer noch verärgerte Mönchengladbacher richtete damit zugleich einen weiteren verbalen Seitenhieb gegen die für den Einsatz von Testpilot Sebastian Vettel (Heppenheim) Verantwortlichen.

Schumacher wieder in den Top-Ten

Zufrieden registrierte Nico Rosberg nach Rang sechs: "Heute lief das Auto besser. Ich bin sehr zufrieden." Der Williams-Pilot aus Wiesbaden träumt davon, wieder in die Punkte zu fahren: "Das wäre super." Punkte sind auch das Ziel von Ralf Schumacher (Kerpen), der Neunter wurde. "Wieder in den Top Ten zu stehen, stellt mich sehr zufrieden, da es bisher ein schwieriges Wochenende für mich war. Ich habe Probleme mit dem Grip und der Balance." Neuling Adrian Sutil (Gräfelfing) musste im Spyker als Qualifikations-Letzter Lehrgeld bezahlen. Er war schon in der ersten Runde ausgeschieden.

DPA DPA

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