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Ralf Schumacher: Geldstrafe statt schlechtem Startplatz

Ralf Schumacher ist mit einem blauen Auge davongekommen. Das FIA-Berufungsgericht hat die Strafe wegen seines Startunfalls auf dem Hockenheimring umgewandelt. Statt in Ungarn zehn Startplätze nach hinten versetzt zu werden, sind nun 50.000 Euro fällig.

Ralf Schumacher ist mit einem blauen Auge davongekommen. Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes (FIA) hat die Strafe wegen seines Startunfalls beim Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring umgewandelt. Zwar muss der Williams-Pilot 50.000 Dollar zahlen, weil auch das FIA-Gremium in dem 28-Jährigen den Hauptschuldigen für die Kollision mit Ferrari-Fahrer Rubens Barrichello und McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen sah. Doch dafür wird er beim Grand Prix von Ungarn am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) in Budapest nicht um zehn Startplätze zurückgesetzt. Damit erhöhen sich die Chancen des zweimaligen Saison-Siegers, vorne mitzufahren. Denn auf dem Hungaroring, auf dem nur schwer überholt werden kann, wäre die Rückversetzung ein schweres Handicap gewesen.

Unerwartetes Urteil

"Erwartet habe ich dieses Urteil nicht", schrieb Ralf Schumacher am Mittwoch auf seiner Homepage, nachdem er am Mittag von seinem Teamchef Frank Williams informiert worden war, "ich hab’ das Ganze auf mich zukommen lassen, die Hoffnung war aber da." Dass trotzdem 50.000 Dollar zu zahlen seien, machten seine "Luftsprünge zwar ein paar Zentimeter weniger hoch, aber ich bin sehr froh und dankbar, dass das FIA-Gericht so entschieden hat."

Schumacher beteuert Unschuld

Schumacher war am Dienstag zu der Anhörung am FIA-Sitz in Paris selbst erschienen. Er hatte seine Unschuld beteuert und den Crash am 3. August erneut als "normalen Rennunfall" bezeichnet. Sein Team hatte zahlreiche Videoanalysen und Grafiken vorgelegt, die beweisen sollten, dass der WM-Vierte keine Schuld an dem Unfall trug. Die Rennkommissare auf dem Hockenheimring hatten Schumacher die alleinige Verantwortung für die Kollision gegeben, durch die alle drei beteiligten Fahrer ausschieden, und ihn mit der Rückversetzung in der Startaufstellung in Ungarn bestraft. Dagegen hatte Williams-BMW Einspruch eingelegt.

Entscheidung korrekt, Strafe zu hart

Das Berufungsgericht unter Vorsitz des Belgiers Philippe Roberti de Winghe mochte den Ansichten der Vertreter von Williams-BMW nicht vollständig folgen. "Das Gericht bestätigt die Entscheidung der Stewards gegen Ralf Schumacher, stellt aber fest, dass die Strafe unangemessen war", hieß es in der FIA-Mitteilung aus Paris. Immerhin räumte das Gremium ein, dass nach Auswertung des Berichts des Technischen und Sicherheitsberaters Peter Wright auch Barrichello und Räikkönen Mitverantwortung tragen könnten.

Mehr Spaß in Ungarn

Für Ralf Schumacher ist der Fall erledigt. Er konzentriert sich nun ganz auf Budapest: "Nicht nur, dass der Spaßfaktor im Ungarn-Grand-Prix damit ein wesentlich höherer sein wird, durch diese Entscheidung bleibt auch meine winzig kleine theoretische Chance auf die WM bestehen." In der Fahrerwertung liegt der Kerpener vor dem 13. von 16 WM-Rennen hinter seinem Bruder und Ferrari-Piloten Michael Schumacher (71 Punkte), seinem Team-Kollegen Juan Pablo Montoya (65) und Räikkönen (62) mit 53 Zählern an vierter Stelle.

"Es geht auch um die Konstrukteurs-WM"

Auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zeigte sich zufrieden mit dem Urteil mit Blick auf die Teamwertung, in der der britisch-deutsche Rennstall mit zwei Punkten Rückstand auf Ferrari (120) Zweiter ist: "Für unser Team ist es wichtiger denn je, zwei starke Piloten vorn zu haben. Schließlich kämpfen wir auch um die Konstrukteurs-WM.

Claas Hennig und Volker Gundrum / DPA

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