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Vor dem Hockenheim-GP: "Der Ferrari ist einfach schlecht"

Nach dem sechsten Platz in Silverstone steht Michael Schuhmacher beim Heim-Grand-Prix ein hartes Rennen bevor. Während er vor dem freien Training mit Abstimmungsproblemen kämpft, hat Niki Lauda den Ferrari schon abgeschrieben.

Vor dem Großen Preis von Deutschland sind die Erwartungen des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schuhmacher trotz eines Geheimtrainings gering. "Um den Sieg werden wir nicht mitfahren können. Es wird für uns ein schwieriges Wochenende", prophezeite der 36-Jährige. "Ich bin eher pessimistisch." Mehr als der Kampf ums Podium sei beim zwälften Saisonlauf auf dem Hockenheimring wohl nicht drin, sagte Schumacher.

Zuvor hatte Schumacher in Mugello 85 Testrunden im F2005 gedreht. Immer wieder stoppte er, um den Boliden mit seinen Ingenieuren neu abzustimmen. Richtig in Fahrt kam der Ferrari aber nicht. Bei seiner schnellsten Runde war Schumacher knapp drei Sekunden langsamer als Barrichello bei seinem Streckenrekord im Februar 2004. "Der jetzige Ferrari ist einfach schlecht", urteilte Ex-Weltmeister Niki Lauda in einem Interview mit dem "Kicker".

Überrundung droht

So droht Schumacher ausgerechnet beim Heimrennen eine Überrundung. Zuletzt in Magny-Cours und Silverstone entging er dieser Höchststrafe nur um Sekunden. An der neuen Hierarchie in der Königsklasse wird der 36 Jahre alte Kerpener am Sonntag trotz neuer Aerodynamik kaum rütteln können. "Es fällt schwer zu glauben, wie man so ins Hintertreffen geraten kann", sagte Schumacher. "Im vergangenen Jahr waren wir eine Sekunde schneller als die anderen. Jetzt sind wir eine Sekunde langsamer. Ich weiß nicht, woran es liegt." Auch in der WM-Wertung liegt Schumacher (43 Punkte) abgeschlagen auf dem dritten Platz. Spitzenreiter Alonso steuert dagegen mit 77 Punkten zielstrebig seinen ersten WM-Gewinn an. Ernsthafte Gefahr droht dem spanischen Renault-Piloten allenfalls von Kimi Räikkönen (51), der im McLaren-Mercedes allerdings auch schon 26 Punkte zurückhängt.

Schuhmacher-Konkurrenz gibt sich selbstbewusst

Die Konkurrenz hat den siebenmaligen Champion Schumacher nicht mehr groß auf der Rechnung. "Für Michael wird es noch schwieriger als für mich, Fernando einzuholen, da wir wenigstens das passende Paket haben", sagte Silberpfeil-Rivale Räikkonen. "Aber wenn Fernando und ich ein paar Mal ausfallen, könnte es für ihn noch klappen." Allerdings werde auch für ihn der Titelgewinn angesichts des Rückstandes auf Alonso schwierig. "Es wird nicht leicht, ihn einzuholen. Aber wir versuchen alles", versprach der Finne.

Für Alonso ist Räikkönen und nicht Schumacher sein schärfster WM- Widersacher. "McLaren-Mercedes ist das Team, das man schlagen muss", sagte der fünfmalige Saisonsieger. "McLaren-Mercedes wird auch hier wieder das größte Potenzial haben", meinte auch Schumacher, für den es laut Alonso "im Moment nicht so gut aussieht. Er hat einen großen Punkte-Rückstand, und sein Paket ist nicht so toll." Zehntausende Fans werden in Hockenheim nichtsdestotrotz versuchen, den amtierenden Weltmeister mit Schuhmacher-Kappen, Ferrari-Flaggen und Jubelstürmen zum Erfolg zu tragen.

Jens Marx und Elmar Dreher/DPA / DPA

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