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French Open: Petkovic stürmt unter die letzten Vier

Andrea Petkovic zeigt sich bei den French Open von ihrer stärksten Seite. Belohnt wird sie mit dem Einzug ins Halbfinale - die beste Turnierleistung in ihrer Tennis-Karriere bisher.

Andrea Petkovic ist in das Halbfinale der French Open eingezogen und steht erstmals in ihrer Tennis-Karriere unter den letzten Vier bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Darmstädterin gewann in Paris 6:2, 6:2 gegen die Italienerin Sara Errani, die 2012 das Endspiel bestritten hatte. Als bislang letzte Deutsche hatte Steffi Graf vor 15 Jahren auf ihrem Weg zum French-Open-Sieg das Halbfinale im Stade Roland Garros erreicht. Auch im Mixed-Finale können die Deutschen punkten.

Petkovic trifft an diesem Donnerstag auf Simona Halep aus Rumänien. Die Weltranglisten-Vierte ließ der früheren Paris-Siegerin Swetlana Kusnezowa aus Russland beim 6:2, 6:2 ebenfalls keine Chance. Halep führt nach zwei Siegen im vorigen Jahr im direkten Vergleich 2:1 gegen Petkovic, die gegen Errani fantastisch auftrumpfte.

Kerber und Lisicki gratulieren

"Ich weiß nicht, was heute los war, aber ich bin sehr glücklich. Es ist unglaublich, ich liebe Paris", sagte Petkovic noch ein wenig fassungslos auf Französisch im TV-Sender Eurosport. "Ich habe mir gesagt, dass ich aggressiver spielen muss", meinte sie rückblickend nach der jüngsten Niederlage gegen Errani in Madrid. Die vorzeitig ausgeschiedenen Angelique Kerber und Sabine Lisicki gratulierten sofort via Twitter. "Geil Petko, riesen Glückwunsch", schrieb Kerber, auch Lisicki freute sich über den größten Erfolg der Fed-Cup-Kollegin bei einem der vier wichtigsten Turniere.

Damit nicht genug: Im Schatten von Petkovic zogen Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld jeweils mit ihren Partnern in das Mixed-Finale am Donnerstag ein. Görges gewann mit dem Serben Nenad Zimonjic 6:2, 6:2 gegen Timea Babos aus Ungarn und Eric Butorac aus den USA. Wenig später siegte Grönefeld mit Jean-Julien Rojer aus den Niederlanden 3:6, 7:6 (7:4), 10:5 gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa und Bruno Soares aus Brasilien. Der letzte Satz wurde in einem sogenannten Match-Tiebreak entschieden. Grönefeld war 2009 Wimbledonsiegerin im Mixed mit Mark Knowles von den Bahamas.

Petkovics Attacke auf Errani

Die Partien am Mittwoch begannen wegen Regens erst mit dreistündiger Verspätung, der Start ging mit einem 0:2-Rückstand daneben. Doch dann übernahm die Fed-Cup-Spielerin drei Jahre nach ihrem ersten Viertelfinale in Paris unerwartet deutlich das Kommando. Bei Wind und zeitweiligem Getröpfel stürmte Petkovic durch den ersten Durchgang und ließ sich mit dem wesentlich druckvolleren Spiel erst gar nicht auf die gefürchteten langen Ballwechsel gegen die kleine Errani ein. Nach sechs Spielgewinnen in Serie war der erste Durchgang nach 27 Minuten unter Dach und Fach.

Bei nun strahlendem Sonnenschein verlief die Partie im zweiten Satz ausgeglichener. Petkovic attackierte aber weiterhin bei jeder Gelegenheit den schwachen Aufschlag der Weltranglisten-Elften. Nach anfangs vier Breaks hielt sie als Erste ihren Aufschlag und nahm Errani anschließend zum 4:2 erneut das Service ab. In ihrem bisher besten Turniermatch schien das Selbstvertrauen bei der Nummer 27 der Tennis-Welt immer weiter zu wachsen, Errani war häufig machtlos und konnte den Gewinnschlägen oft nur hinterschauen.

Petkovic wich trotz einiger Fehler nicht von ihrem aggressiven Spiel ab. Nach abgewehrten Breakbällen und dem Spielgewinn zum 5:2 stieß sie ein entschlossenes "Come on" in Richtung ihrer Box aus. Nach nur 63 Minuten verwandelte die 26-Jährigen gleich ihren ersten Matchball, als eine Rückhand von Errani im Aus landete. Damit feierte Petkovic im dritten Vergleich den zweiten Erfolg über Errani.

awö/DPA / DPA

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