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Presseschau: "Der FC Bayern hat sich vom Mythos Anfield Road nicht einschüchtern lassen"

Der Auftritt der Bayern an der Anfield Road gegen Liverpool wird von den meisten Medien positiv bewertet. Besonders die Defensivleistung wird gelobt. Dennoch gibt es auch viel Skepsis, ob das torlose Remis für ein Weiterkommen reicht.

Ausgebremst: Mohamed Salah und David Alaba im Zweikampf

Ausgebremst: Mohamed Salah und David Alaba im Zweikampf

DPA

Niemand hat dem FC Bayern im Vorfeld der Partie gegen den FC Liverpool zugetraut, dass sie an der Anfield Road ohne Gegentor bestehen. Doch das Team von Niko Kovac präsentierte sich als disziplinierte und geschlossene Einheit, die einem klaren Plan folgte. Das 0:0 ist so gesehen ein kleiner Erfolg - besonders für den viel kritisierten Trainer Kovac. So bewerten auch die meisten Medien das Ergebnis, warnen aber gleichzeitig davor, dass noch längst nicht alles entschieden ist. Ein Blick in die Presse.

"Bild":  "Bayern-Krise? War da was...? Im Ernst: Es ist schon beeindruckend, wie Trainer Niko Kovac 2019 die Lage zu seinen Gunsten gedreht hat. (...) Dieses Unentschieden hat einen hohen Trainer-Anteil. So kompakt und diszipliniert ist der FC Bayern lange nicht mehr aufgetreten. Kovac hatte einen Plan und die Spieler sind ihm gefolgt."

"Süddeutsche Zeitung": "Die Taktik und ihre Umsetzung nahm Klopps Mannschaft die Wucht und löschte das Feuer an der Anfield Road. Dabei gab das mystische Backstein-Stadion, an dem noch nie eine deutsche Mannschaft gewinnen konnte, alles. Das berühmte "You'll never walk alone" sangen die Fans so laut, dass man die zeitgleich aus den Boxen kommende Champions-League-Hymne nicht hören konnte. Das Spiel begann also durchaus mit einem Orkan, aber so wie Salah und Mané ins Leere liefen, so verstummten auch die Gesänge von den Tribünen nach und nach wie die Schläge eines Boxers, der nach den ersten harten Fausthieben auf den Boxsack müde wird. Am Ende kam statt einem Sturm von den Rängen jedenfalls nur noch Nieselregen - die Trumpfkarte Anfield hat Klopp damit in diesem Duell verloren."

"Sport1":  "Der FC Bayern hat sich vom Mythos Anfield Road nicht einschüchtern lassen. Nach einem couragierten Achtelfinal-Hinspiel beim FC Liverpool besitzt der deutsche Rekordmeister gute Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League. Der FC Bayern trennte sich nach einer insgesamt sehr ansprechenden Vorstellung von Jürgen Klopps Mannschaft mit 0:0 und hat damit eine günstige Ausgangslage, um zum neunten Mal in Folge ins Viertelfinale der Königsklasse einzuziehen."

Gefährliche Ausgangslage

"Kicker": "Der FC Bayern hat sich am Dienstagabend mit einem 0:0 in Liverpool eine ordentliche, zugleich aber gefährliche Ausgangslage für das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale erarbeitet."

"Spiegel online": "Der FC Bayern hat im Hinspiel eine disziplinierte und defensiv starke Leistung gezeigt und damit seine Chancen aufs Weiterkommen verbessert. Im Rückspiel wird den Bayern allerdings eine Herangehensweise wie in Liverpool nichts nutzen. Um den notwendigen Sieg einzufahren, müssen sie mehr Risiko gehen, was wiederum den überragenden Konterspielern Salah, Firmino und Mané Räume eröffnen wird."

"Sportschau.de": Der deutsche Rekordmeister präsentierte sich vom Start weg als Einheit. Jeder Spieler, auch die vorderste Reihe, hatte seine Defensivaufgaben. Durch frühes Anlaufen und rigoroses Abräumen vor dem Strafraum gelang es zeitweise sogar, die Anfield Road derart verstummen zu lassen, dass vor allem die Gäste-Fans zu hören waren. Die gefürchtete Offensive um Mohamed Salah, Sadio Mané und Robert Firmino wurde zwar nicht komplett aus dem Spiel genommen, wohl aber in die Schranken gewiesen.

"Faz.net": "So wie das kleine Missverständnis nach knapp 97 Minuten Spielzeit (zwischen Klopp und Kovac beim Handgeben, Anm.d.Red.) lösten die Münchner beim 0:0 am Dienstagabend auch alle Aufgaben auf dem Rasen – selbstbewusst und souverän. Das bayrische "Mia san mia“, das viele in dieser Saison vermisst hatten, war wieder da, als es galt auf der großen Bühne des internationalen Fußballs. "Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Kovac. "Jetzt müssen wir sehen, dass wir zu Hause den Sack zu machen.“ In drei Wochen steht in München das Rückspiel an. Dann wird neben Thomas Müller, der wegen einer Roten Karte für beide Partien gegen Liverpool gesperrt ist, auch Joshua Kimmich fehlen. Er muss eine Gelb-Sperre verbüßen."

Links steht Uli Hoeneß im Anzug vor einem großen FC Bayern-Wappen, rechts liegt er als jüngerer Mann im Krankenhausbett
tis

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