HOME

1. Bundesliga: Berlin schlägt Stuttgart vor 52.000 Fans

Markus Babbel und seine Truppe haben es geschafft. Der erste Saisonsieg ist verbucht. Mit 1:0 (0:0) haben die Berliner den VfB Stuttgart geschlagen. Erst in den letzten zwanzig Minuten wurde die Hertha mutig. Dank eines Brasilianers war der Jubel am Ende im Olympiastadion riesengroß.

Markus Babbel und die Hertha feierten am vierten Spieltag den ersehnten ersten Sieg. Knapp über 52.000 Zuschauer bejubelten Raffael vier Minuten vor dem Ende für dessen Kopfballtreffer, der den 1:0 (0:0)-Sieg brachte.

Über weite Strecken stellten die Gäste das Team mit der reiferen Spielanlage. Doch ihren Angreifern fehlten die nötige Durchschlagskraft und Genauigkeit vor dem Tor. Die Berliner agierten erst in den letzten zwanzig Minuten mutiger und wurden kurz vor dem Ende belohnt.Beide Seiten mit zwei Wechseln in der Startformation

Nach einer enttäuschenden Niederlage zum Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg hatten die Berliner zuletzt in Hamburg und Hannover gepunktet. Gegen den VfB Stuttgart peilten sie folglich den ersten Sieg an. Der Gast aus dem Schwabenland wies vor dem Auftritt im Berliner Olympiastadion eine ausgeglichene Bilanz bei einem schweren Startprogramm (Schalke, Gladbach und Leverkusen) auf.

Beide Trainer nahmen im Vergleich zur letzten Partie zwei Wechsel vor. Markus Babbel konnte wieder auf den zuletzt verletzten Roman Hubnik in der Innenverteidigung zugreifen. Maik Franz fehlte dort aufgrund eines Nasenbeinbruchs. Für Tunay Torun rückte Pierre-Michel Lasogga in die Elf. Der Torjäger spielte auf der gewohnten Position im Sturmzentrum. Ramos nahm Toruns Position im linken Mittelfeld ein.Auf der Gegenseite hatte Bruno Labbadia zahlreiche Ausfälle im Abwehrzentrum zu beklagen. Kein einziger gelernter Innenverteidiger war auf der Bank zu finden. Khalid Boulahrouz musste wegen einer Sperre passen. Stefano Celozzi verteidigte stattdessen auf rechts. Weiter vorne bekam auf der linken Seite Shinji Okazaki eine Chance. Dort verdrängte er Christian Gentner.

Okazakis Kopfball an die Latte

Der VfB begann stürmisch. Cacau gab nach sechzig Sekunden einen ersten Warnschuss ab, der das von Thomas Kraft gehütete Tor nur um einen Meter verpasste. In der Folge beschränkten sich die Schwaben allerdings meist auf die Kontrolle des Spielgeräts. Das Spielfeld wurde in aller Breite genutzt. Doch es fehlte die zündende Idee, der erfolgreiche Pass ins Sturmzentrum.Die Berliner agierten noch einfallsloser, hatten bis auf einen Raffael-Schuss (18.), der von Sven Ulreich locker gehalten wurde, nichts zu bieten. Nach fast einer halben Stunde wurde der Gast aus Stuttgart erstmals richtig gefährlich. Tamas Hajnal brachte aus dem linken Halbfeld einen Freistoß vor das Tor. Dort köpfte der nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannte Okazaki (28.) den Ball aus zwölf Metern an die Torlatte.Nur sechzig Sekunden später zog Celozzi aus der Distanz ab. Kraft ließ den Ball nach vorne abprallen, doch zum Glück des Keepers produzierte Cacau lediglich ein Luftloch in bester Position. Die Partie nahm Fahrt auf. Auch die Hertha agierte nun zielstrebiger. Patrick Ebert (35.) tauchte im Strafraum auf, prüfte aus spitzem Winkel Ulreich, der zu einer Ecke abwehrte. Nur gab es diesen Eckstoß nicht, da das Gespann von Schiedsrichter Jochen Drees die Parade offensichtlich ignorierte.

Fernschüsse die einzigen Aufreger

Zu mehr Chancen reichte es bei der Hertha bis zum Pausenpfiff nicht. Der VfB hingegen verbuchte deren noch zwei. Cacau (43.) verfehlte vom rechten Strafraumeck das Tor, wie auch Serdar Tasci (44.) per Kopf nach einer Ecke aus fünf Metern. Folglich ging es torlos in die Kabinen.

Ohne personelle Änderung kamen beide Mannschaften zurück aufs Grün und wieder gaben die Schwaben den ersten Schuss ab. William Kvist sah eine Lücke, versuchte es aus zwanzig Metern mit einem Flachschuss. Das Ziel verpasste er aber um einen halben Meter.

Auch in der zweiten Spielhälfte wiesen die Stuttgarter die reifere Spielanlage auf, doch erneut fehlte weiter die Durchsetzungskraft in der Spitze, sodass einzig weitere Fernschüsse von Kvist (56.) und Martin Harnik Gefahrenmomente darstellten.

Ramos und Raffael vergeben ChancenEinen ruhigen Abend erlebte Referee Drees, der erst in der 68. Minute zum ersten Mal in die Brusttasche griff, um Cristian Molinaro zu verwarnen. Der nachfolgende Freistoß leitete die bis dahin beste Berliner Chance der Partie ein. Ebert flankte an den Strafraumpunkt, wo sich Ramos durchsetzte und per Kopf Ulreich zu einer Glanztat zwang.Sechs Minuten später konnte Ulreich eine scharfe Lell-Flanke nur nach vorne abwehren. Raffael bot sich sechs Meter vor der Grundlinie die Chance per Kopf zur ersehnten Führung. Doch Kvist stand im Weg. Die Stuttgarter spielten also nicht fehlerlos in der Defensive, was Labbadia mit Unmut registrierte.

Raffael der Held des Abends

Einer dieser Fehler führte zur Niederlage. Ulreich wehrte vier Minuten vor dem Schlusspfiff einen Fernschuss von Ramos zur Seite eigentlich ordentlich ab. Doch seine Innenverteidigung brauchte zu lange, um sich zu sortieren. Ebert brachte den Ball erneut vor das Tor, wo Raffael per Kopf aus sieben Metern vollendete.Die Stuttgarter antworteten mit wütenden Angriffen, doch der eingewechselte Pavel Pogrebnyak wie auch Okazaki vergaben letzte Chancen, sodass am Ende der erste Berliner Saisonsieg zu Buche stand.

Mit zwei Europapokalteilnehmern bekommen es beide Teams am nächsten Samstag zu tun. Die Stuttgarter werden Hannover 96 empfangen, die Berliner gar zum Meister nach Dortmund reisen. Es spricht viel dafür, dass es dann unterhaltsamer für die Fans wird.Uwe Toebe

sportal.de / sportal

Wissenscommunity