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1. Bundesliga Borussia Mönchengladbach besiegt Werder Bremen 5 -0


Am 30. April 1966 kassierte Borussia Mönchengladbach mit dem 0:7 gegen Werder Bremen seine bis heute höchste Heimniederlage in der Bundesliga. Am 19. November 2011 nahmen die Fohlen späte Rache und fegten die in orange spielenden Grün-Weißen im Verfolgerduell mit 5:0 vom Platz.

Borussia Mönchengladbach hat gegen Werder Bremen eindrucksvoll bewiesen, dass die Mannschaft dieses Jahr ein Bundesliga-Spitzenteam ist. Mit 5:0 (3:0) wurden die Gäste im Verfolgerduell nach Hause geschickt.

Die Werder-Abwehr konnte den in Bremen gebliebenen Naldo in der Defensive nicht ersetzen und war den gegnerischen Angreifern vor allem in puncto Geschwindigkeit deutlich unterlegen. Marco Reus nutzte dies mit einem Hattrick. Patrick Herrmann (16. Minute), Reus (23., 38. und 52.) und Juan Arango (54.) erzielten die Treffer für die furios aufspielenden Fohlen.

Naldo-Ausfall rächt sich

Während Lucien Favre die gleiche Elf ins Spiel schickte, die in Berlin gesiegt hatte, konnte Thomas Schaaf nicht auf Naldo zurückgreifen, der von einer Bronchitis geschwächt in Bremen bleiben musste. Dafür rückte Andreas Wolf in die Innenverteidigung. 

Den besseren Beginn vor 54.057 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park konnten die Gäste für sich verbuchen, die durch einen Kopfball von Sokratis nach einem Freistoß von Mehmet Ekici auch die erste Chance der Partie hatten (3. Minute). Beide Teams setzten den Gegner früh unter Druck. Vor allem Marco Reus sah sich oft drei in orange gekleideten Bremern gegenüber, sobald er an den Ball kam.

Bremen hatte in den ersten zehn Minuten mehr von der Partie, da die Abwehrspieler viele Bälle erobern konnten, die aber nicht in Torchancen umgemünzt werden konnten. Ganz anders die Borussia, die aus einer massiv stehenden Abwehr heraus konterte und durch Roman Neustädter die erste Großchance des Spiels hatte, doch der Gladbacher verzog seinen Schuss knapp am langen Pfosten vorbei (13.).

Geschwindigkeit schlägt Werder

Werder antwortete mit einem Ekici-Freistoß, den Torwart Marc-André ter Stegen aus dem Torwinkel fischen konnte (15). Die Führung für die Borussia fiel dann direkt im Anschluss. Eine Fehlerkette in der Bremer Abwehr ermöglichte den Gladbacher Treffer. Erst verlor Sokratis ein Kopfballduell gegen Juan Arango, dann konnte Clemens Fritz Mike Hanke nicht vom Ball trennen und schließlich stand Linksverteidiger Aleskandar Ignjovski zu weit von Patrick Herrmann entfernt, der zur Führung einköpfte (16.).

Es folgte eine Druckphase Mönchengladbachs, das sich einige Ecken erspielte und eine Chance durch Hanke hatte, der das Tor mit seinem Weitschuss aber deutlich verfehlte (20.). Bremen hatte dem schnellen Kurzpassspiel des Gegners in dieser Phase kaum etwas entgegenzusetzen, die nächste Chance hatten die Gastgeber durch Filip Daems, der das Tor aber auch verfehlte.

Reus machte es in der 23. Minute besser. Andreas Wolf und Sebastian Prödl waren nur Slalomstangen für den Torjäger, der schließlich auch Tim Wiese keine Chance ließ und seinen achten Saisontreffer erzielte. Ohne Naldo fehlte der Bremer Abwehr der stabilisierende Faktor.

Reus nicht zu halten

Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken zog sich Mönchengladbach nun zurück und verlegte sich aufs Kontern, womit es gegen die verunsicherte Bremer Defensive auch stets gefährlich blieb. Vor allem beim Tempo hatten die Bremer Verteidiger gegenüber ihren Gegenspielern kaum etwas entgegenzusetzen.

Dies zeigte sich auch in der 38. Minute, Herrmann enteilte nach einem Steilpass der kompletten Bremer Abwehr und fand mit einem Querpass in der Mitte des Strafraums Reus, der keine Mühe hatte, den Ball ins leere Tor zu bugsieren, da er von keinem Gegenspieler bedrängt wurde.

In der Halbzeit reagierte Werder-Trainer Schaaf und brachte Lukas Schmitz für den schwachen Ekici in die Partie. Schmitz übernahm den linken Außenverteidigers, Ignjovksi rückte ins Mittelfeld vor und Hunt übernahm die Position des Spielmachers von Ekici.

Arango mit Traumtor

Die Bremer kamen sehr aggressiv aus der Kabine und zeigten klar den Willen, sich hier nicht abschlachten zu lassen. Doch dies hielt nur wenige Minuten vor. Ein Freistoß von Arango fand Hanke, der von Wolf nicht eng genug gedeckt wurde, dessen Schuss konnte Wiese noch abwehren, doch Reus stand richtig und schoss den Abpraller ein (52.). Und wenn es einmal läuft, dann läuft es. Mit einem Außenristknaller in den Winkel erhöhte Arango auf 5:0 (54.). Das Bremer Debakel war perfekt. 

Werder zeigte Moral und griff weiter an. Ignjovski verpasste den Anschlusstreffer, da sich ein Gladbacher Abwehrspieler noch in seinen Schuss warf (58.). Ein Fernschuss Pizarros war dessen erste Chance (61.).

Die Zuschauer feierten ihre Borussia, die nun die Bremer bis zum eigenen Strafraum spielen ließ, dort aber sehr massiv die Werder-Angriffe erwartete und keine Möglichkeiten zuließ. Werder verlor auch noch Sokratis mit einer Gelb-Roten Karte (76.). Am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr.

In der Tabelle schob sich die Borussia - zumindest vorerst - am Gegner vorbei auf den zweiten Platz nach vorne, während Werder auf Rang fünf zurückfiel. Am kommenden Spieltag muss Mönchengladbach beim 1. FC Köln antreten, während Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart Wiedergutmachung betreiben kann.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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