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1. Bundesliga Helmes empfiehlt sich für weitere Aufgaben - Köln enttäuscht


Während sich Wolfsburgs Trainer Felix Magath und Matchwinner Patrick Helmes nach dem Sieg bei den Kölnern mit fast schon philosophischen Äußerungen über die nahe Zukunft ergingen, mussten die Geißböcke zumindest für den 1. Spieltag Abschied von den Visionen des Präsidenten nehmen.

Patrick Helmes wurde aufgestellt, sah und siegte. Sein erster Doppelpack nach guten zweieinhalb Jahren beim 3:0 des VfL Wolfsburg in Köln brachte nicht nur ihm, sondern auch seinem Team nach dem Aus im Pokal neuen Schwung für die Liga-Saison.

Eiskalt und hellwach: Helmes war präsent wie 2008/2009, als er für Leverkusen mit 21 Treffern erfolgreich war - und die Empfehlung an Wolfsburgs Trainer Felix Magath gelang perfekt: Helmes traf zweimal mit rechts und betrieb mit seinen Bundesligatoren 34 und 35 beste Eigenwerbung.

Er machte alles richtig, Magath aber auch: Mit der Aufstellung von Helmes, der überraschend den Vorzug vor Neuzugang Srdjan Lakic erhielt, setzte der Trainer beim Pokern auf die richtige Karte. Doch ein Stammplatz ist Helmes keineswegs gewiss.

Die Philosophen aus Wolfsburg

Trainer und Spieler ergingen sich über diese Frage in Plattitüden mit philosophischer Prägung: "Was ist in unserer Zeit schon sicher?", reagierte Magath auf die Frage, ob Helmes denn nun zum festen Startpersonal des Meisters von 2009 gehöre. "Er muss dieses Niveau mindestens halten. Dann steht weiteren Einsätzen nichts im Weg", so Magath.

Helmes, dem die FC-Fans den Wechsel zum Rhein-Rivalen Leverkusen 2008 noch immer nicht verzeihen und ihn deshalb auch am Samstag gnadenlos auspfiffen, gab sich völlig gelassen. "Ich hab's halt auf dem Zettel gelesen", sagte er zu seiner Start-Nominierung. "Und den Rest muss der Trainer entscheiden", meinte er zu einer Prognose, ob er wiederkommen darf. "Normalerweise sollte das so sein. Aber was ist schon normal", ergänzte er.

Zumindest nicht die Wahl des neuen Leitwolfes auf dem Rasen: Magath machte 10-Millionen-Euro-Neuzugang Christian Träsch vor dem Anpfiff anstelle von Marcel Schäfer zum Kapitän - doch der alte Amtsinhaber ließ sich keinesfalls hängen und machte mit einem direkt verwandelten Eckball - seinem ersten Liga-Tor seit 17. Mai 2008 - den Gästesieg perfekt.

Solbakken hört keine Pfiffe

Einen Kapitänswechsel haben auch die Kölner schon hinter sich: Stale Solbakken, als neuer Trainer auch neuer Hoffnungsträger auf bessere Zeiten in Köln, entband Publikumsliebling Lukas Podolski vom Amt und hat nach der vierten Auftaktniederlage in Serie gleich zwei Baustellen: Der FC, 2010/2011 viertbeste Heimelf, zeigte sich phasenweise außer Rand und Band und produzierte, zumeist durch den überforderten Innenverteidiger Kevin Pezzoni, haarsträubende Fehler, die von den Fans mit gellenden Pfiffen bedacht wurden.

"Ich habe keine Pfiffe gehört, ich habe nur das Spiel gesehen", meinte der Norweger Solbakken und nahm sein Team in Schutz. "Es war kein gutes Spiel von uns. Und das ist mein Fehler", bekannte der 43-Jährige freimütig. Von Konzeptfußball war fast nichts zu sehen, die Disharmonien zwischen den Spielerblöcken waren offensichtlich.

"Wir alle haben beim 1. FC Köln das gemeinsame Ziel, mit Fußball zu begeistern und durch Erfolge zu überzeugen" - diese Vision von FC-Präsident Wolfgang Overath, schwarz auf weiß im aktuellen Geißbock-Echo nachzulesen, lässt auf sich warten.

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