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1. Bundesliga Hertha BSC trennt sich von Michael Skibbe


Fünf Niederlagen in Serie und vor allem die 0:5-Packung in Stuttgart waren eine zu große Hypothek für Michael Skibbe. Medienberichten zufolge muss der Fünf-Spiele-Trainer von Hertha BSC schon wieder gehen.

Hertha BSC Berlin hat auf die anhaltende und auch vom neuen Trainer Michael Skibbe nicht zu stoppende Talfahrt reagiert und Skibbe nach nur fünf Spielen entlassen. Das meldet zumindest die Bild-Zeitung, eine offizielle Bestätigung von Seiten des Vereins steht aber noch aus. Ein Nachfolger soll vorerst intern gefunden werden.

Skibbe hatte alle fünf Pflichtspiele mit den Berlinern verloren, die 0:5-Pleite beim VfB Stuttgart war dann der Offenbarungseid, der Manager Michael Preetz zum Handeln veranlasste. Nicht wenige fordern in der Hauptstadt aber auch in Sachen Preetz Konsequenzen, immerhin stand er schon beim letzten Abstieg in der Verantwortung, als er mit der Verpflichtung von Friedhelm Funkel als Trainer ebenfalls nicht das Ruder herumreißen konnte. Auch in der Affäre um Ex-Trainer Markus Babbel machte der Manager keine gute Figur, nun der Fehlgriff mit Skibbe.

"Katastrophal"

Nach dem Debakel in Stuttgart herrschte bei den Berlinern schon direkt nach Abpfiff Alarmstimmung. Wie geprügelte Hunde schlichen die Berliner Spieler nach dem Debakel vom Rasen. "Das war eine katastrophal desolate Leistung. Wenn wir so weiterspielen, steigen wir ab", sprach Innenverteidiger André Mijatovic Klartext.

So deprimierend schwach wie beim 0:5 (0:4)-Debakel gegen die vor diesem Schlüsselspiel ebenfalls schwer angeschlagenen Schwaben hatten sich die Berliner in dieser Saison noch nicht präsentiert: Kein Mumm, kein Plan, kein Kampfgeist. Als Skibbe noch im Amt war, sprach er schonungslos von "einer absoluten Katastrophe". So eine "schlimme erste Halbzeit" habe er als Trainer noch nie erlebt. Mittelfeldmann Peter Niemeyer meinte niedergeschlagen: "Die erste Halbzeit war unser Spiel grausam. In der zweiten Halbzeit war es grausam, überhaupt auf dem Platz zu stehen."

Skibbe wollte weitermachen

Nach dem zehnten sieglosen Bundesligaspiel in Serie steckt der Aufsteiger tief im Abstiegskampf und in einer handfesten Krise. Berliner Sonntagsmedien forderten den Coach vor der Entlassung bereits unverhohlen zum Rücktritt auf. "Der Start war für ihn natürlich eine Katastrophe", wies Preetz auf die verheerende Bilanz unter dem Babbel-Nachfolger hin. Noch am Samstag reagierte Preetz auf die Frage, ob der Coach im Heimspiel gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund auf der Bank sitzen werde mit der üblichen Floskel: "Ja, davon gehe ich aus."

Der angeschlagene Skibbe hatte dagegen weiterhin mit der Unterstützung der Vereinsverantwortlichen gerechnet: "Ja, natürlich." Zumindest die trübsinnige, stundenlange Heimfahrt im Bus bestritten Mannschaft, Manager und Trainer laut Preetz gemeinsam. Richtig Tacheles sollte über diese Trauervorstellung später geredet werden. "Wir müssen das Spiel erst einmal sacken lassen und verarbeiten. Das macht man sicherlich nicht in einer halben Stunde", versicherte Preetz.

Skibbe sah sich unmittelbar nach der Schlappe außerstande, die Ursache für das völlige Versagen zu benennen. "Konkret was dazu zu sagen, fällt mir schwer", reagierte er ratlos. "Wir werden die Analyse mit der Mannschaft machen", das wir kann nun gestrichen werden. Trotz seines einmaligen Fehlstarts war er davon überzeugt, den Klassenerhalt schaffen zu können. "Es wird eine schwere Mission. Aber ich bin mir sicher, dass wir steigerungsfähig sind."

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