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1. Bundesliga: Leverkusen siegt glücklich in Freiburg

Robin Dutt kehrte mit einer mäßigen Bilanz an seine alte Wirkungsstätte zurück. Dank eines frühen Treffers von Michael Ballack kann er nun aber etwas entspanner zum wichtigen Champions League-Duell nach Valencia fahren. Seine Elf siegte mit 1:0 beim Schlusslicht, aber nur, weil die Freiburger mehrmals vor dem Tor versagten.

Platz 9, vierzehn Punkte und eine negative Torbilanz sind nicht die Ansprüche eines Champions League-Teilnehmers. Mit dieser Bilanz kam Robin Dutt an seine alte Wirkungsstätte mit Bayer Leverkusen zurück. In Freiburg gelang mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg zumindest teilweise die Wende beim Schlusslicht der Tabelle, weil das Ergebnis stimmte, während die spielerische Leistung noch viele Wünsche offen ließ.

Schon in der zweiten Minute erzielte Michael Ballack den Treffer des Abends, als sich die Freiburger Deckung bei einer Ecke unsortiert zeigte und dem Vize-Welt- und Europameister das erste Bundesligator seit fünf Jahren ermöglichte. In der Folge zeigten sich die Gäste erstaunlich passiv und überließen dem Außenseiter weite Teile des Feldes.

Doch schon wie beim letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV vergaben die Breisgauer beste Chancen und verließen am Ende als Verlierer den Platz, um die nächste unglückliche Niederlage zu beklagen. Ihr ehemaliger Trainer Robin Dutt hielt sich mit dem Jubel an alter Wirkungsstätte zurück, doch die drei Punkte nahm er gerne mit an den Rhein zurück.

Pokalversager gegeneinander

Beide Clubs waren schon in der ersten Pokalrunde gescheitert, weshalb die Partie auf den Freitagabend von der DFL gesetzt wurde, zumal Bayer in der nächsten Woche ein entscheidendes Spiel in der Champions League beim FC Valencia vor den Augen hat. Dutt schonte erst einmal Stefan Kießling und setzte auf Eren Derdiyok als alleinige Spitze. Außerdem kehrte Gonzalo Castro nach seiner Rotsperre aus dem Gladbach-Spiel ins Team zurück und verdrängte Simon Rolfes auf die Bank.

Die Gastgeber änderten ihr System. Mit Garra Dembele bot Marcus Sorg eine zweite Spitze auf neben dem sonstigen Alleinunterhalter Papiss Demba Cisse. Außerdem war Jan Rosenthal reif für die Startelf, so dass Yacine Abdessadki von der Seitenlinie zuschaute.

Ballack trifft nach fünf Jahren

Die Gäste aus dem Rheinland begannen offensiv und kamen gleich zu einem Freistoß. Andre Schürrles Versuch wurde von Oliver Barths Rücken zu einem Eckball abgefälscht. Diesen trat in der zweiten Minute Michal Kadlec vor das Tor. Dort setzte sich Ömer Toprak im Luftkampf durch, brachte den Ball an den Fünfer, wo Manuel Friedrich ebenfalls per Kopf verlängerte und Michael Ballack zur frühen Führung abstaubte. Es war der erste Bundesligatreffer des früheren Kapitäns der Nationalmannschaft seit über fünf Jahren.

Die Gastgeber antworteten mit Schüssen von Johannes Flum und Cisse von der Strafraumgrenze, die das Ziel verfehlten. Bayer ließ den Gegner nach der Führung erst einmal kommen. Die Freiburger taten sich aber schwer mit der stabilen Deckung des Gegners und kamen kaum einmal in den Strafraum und damit zu keinen Chancen. Nur Cisse prüfte per Kopf aus schwieriger Situation Bernd Leno per Kopfball ins kurze Eck. Der Keeper griff sicher zu.

Cisse haut den Ball an den Pfosten

Die Breisgauer beherrschten das Mittelfeld, bissen sich aber immer wieder an der gegnerischen Abwehr die Zähne aus, weil sie allzu überhastet agierten. Nicht immer sicher wirkte aber Leno, der einen Schuss von Rosenthal vor dem Tor fallen ließ und erst in der letzten Sekunde das Leder vor dem heranstürmenden Cisse sicherte.

Noch gefährlicher wurde es in der 38. Minute. Anton Putsila brachte den Ball von der rechten Seite scharf vor das Tor, wo Cisse schneller als die Gegenspieler war, den Ball volley auch an Leno vorbei legte, jedoch enttäuscht registrierte, dass der Pfosten dem Torjubel im Weg war. Freiburg hätte den Ausgleich zur Pause verdient gehabt, ging aber wie im letzten Heimspiel, als man gegen den Hamburger SV unglücklich verloren hatte, mit einem 0:1 in die Kabine.

Alt bekanntes Pausenresultat

Exakt mit diesem Resultat hatte Leverkusen zuletzt in Mönchengladbach auch zur Pause geführt. Aber es wäre sogar mehr drin gewesen, denn Andreas Hinkel rutschte zwanzig Meter vor dem Tor weg, so dass Sidney Sam aus sechzehn Metern drauf hielt und das rechte Eck nur haarscharf verpasste. Im Gegenzug war es allerdings Rosenthal, der nach einer Flanke von Felix Bastians ebenso knapp per Kopf das Tor verfehlte.

So schwungvoll wie vor dem Pausenpfiff ging es auch zu Beginn des zweiten Durchgangs weiter. Erst verpasste Dembele eine Hereingabe von Cisse nur knapp. Auf der Gegenseite flog Oliver Baumann durch seinen Fünfer, um eine Daniel-Schwaab-Flanke zu entschärfen.

Doch beiden Seiten fehlte die Genauigkeit, so dass die Abwehrreihen zwar viel laufen mussten, aber auch stets klärten, wenn der Ball in ihre Regionen kam. In der 65. Minute verließ Ballack unter Pfiffen das Spielfeld in der Heimat des Bundestrainers und Freiburgers Ehrenspielführers Joachim Löw im Tausch mit Simon Rolfes.

Cisse weiter im Pech

Vier Minuten später war es erneut Cisse, der für Gefahr sorgte. Herrlich nahm er das Leder mit der Brust an und zielte per Volleyschuss nur um wenige Zentimeter zu hoch. Diese Chance war das Signal für die Freiburger Schlussoffensive. In der 73. Minute tauchte der eingewechselte Stefan Reisinger in der rechten Strafraumhälfte auf und unterzog Leno einer erneuten Prüfung, die dieser nun abtauchend mit Bravour bestand.

Leno musste noch zweimal ran. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff parierte er erneut gegen Reisinger, der aus spitzen Winkel das kurze Eck anvisierte. Bei der anschließenden Ecke entschärfte er einen Barth-Kopfball. Leverkusen brachte seine wenigen Konter zwar nicht im Tor unter. Am Ende verbuchte Dutt aber drei Punkte und wird sich auf dem Rückweg schon Gedanken über den FC Valencia machen. Am nächsten Wochenende geht es in der Bundesliga dann gegen den Hamburger SV, während der SC Freiburg nach Nürnberg reisen wird.

Uwe Toebe

sportal.de / sportal

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