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1. Bundesliga Verband will Piszczek-Sperre ausweiten


Nach den Vorstellungen der Disziplinarkommission des polnischen Verbandes soll die Sperre von Lukasz Piszczek nicht nur für die Nationalmannschaft gelten, sondern auch für die Bundesliga. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warnte vor "Panikmache".

Seine angebliche Verstrickung in die Spielmanipulation der Saison 2005/06 in Polen könnte für Lukasz Piszczek weiterreichende Konsequenzen als seine sechsmonatige Sperre für Länderspiele haben. Die Disziplinarkommission des polnischen Verbandes will die Strafe auch auf Clubebene ausdehnen.

Das Urteil der Kommission solle "überall dort gelten, wo der Spieler im Einsatz ist", sagte Verbandssprecher Wojciech Petkowicz der Nachrichtenagentur dpa. Das ergebe sich aus dem FIFA-Disziplinarrecht, erläuterte der Sportfunktionär.

Petkowicz sagte, der polnische Verband solle den DFB informieren, nachdem das Urteil rechtskräftig wird. Die deutschen Kollegen sollten die Entscheidung des polnischen Verbandes achten, mahnte er.

Zwei Wochen Zeit für Berufung

Auch der Chef der Abteilung für Disziplinarverfahren des PZPN Artur Jedrych, äußerte sich im kicker in diesem Sinne. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann Lukasz Piszczek auch in der Bundesliga und in der Champions League nicht spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fifa und DFB eine Strafe für Korruption ignorieren", wird Jedrych dort zitiert.

Am vergangenen Freitag wurde die schriftliche Begründung des Urteils an Piszczeks Adresse abgeschickt. "Wir haben noch keine Reaktion seitens des Spielers", so Petkowicz. Der Spieler wird nach Eingang des Schriftstücks zwei Wochen Zeit haben, um Berufung einzulegen. In der vergangenen Woche hatte er noch signalisiert, dass er das Urteil akzeptieren werde. Mittlerweile, so berichtet derwesten.de unter Berufung auf das Umfeld des Spielers, erwäge er aber doch, es anzufechten.

Watzke will "schwebendes Verfahren" nicht kommentieren

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will sich abwartend verhalten. "Das ist ein schwebendes Verfahren. Dazu werden wir uns öffentlich nicht äußern", sagte Watzke der dpa und warnte vor einer Panikmache. "Wir haben weder Befürchtungen noch Hoffnungen", sagte Watzke zu diesem Ansinnen. Er sei aber sicher, dass auch der polnische Verband PZPN zu einer "Verhältnismäßigkeit" kommen werde.

Das Urteil wird in Polen kontrovers diskutiert. Nationaltrainer Francisek Smuda riet Piszczek zum Einspruch und glaubt an eine Änderung des Urteils. Der ehemalige polnische Nationalspieler Zbigniew Boniek bezeichnete die Sperre durch den Verband als "Übertreibung". Auch der BVB hatte mit Unverständnis reagiert und die "totale Unterstützung des Vereins" bekundet.

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