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Anschuldigung im Zweitliga-Endspurt: "Vielleicht hat der Schiri gewettet auf dieses Spiel"

Dem 1.FC Nürnberg wird ein Tor aberkannt und 1860 München profitiert im Abstiegskampf der 2. Liga. Die Nürnberger wittern Betrug.

Die Spieler von 1860 München jubeln - doch ein nicht gegebenes Tor des Gegners Nürnberg sorgt für Diskussionen

Die Spieler von 1860 München jubeln - doch ein nicht gegebenes Tor des Gegners Nürnberg sorgt für Diskussionen

Nicht nur in der Bundesliga ist der Abstiegskampf so spannend wie selten. Auch in Liga zwei steht erst ein Absteiger fest (Aalen), sechs weitere Teams müssen noch bangen. Jedes erzielte oder nicht gegebene Tor kann in der derzeitgen Konstellation schwerwiegende Folgen haben - und darum diskutiert gerade die halbe Liga über eine Szene aus der 87. Minute in München.

1860 München ist eines der sechs abstiegsbedrohten Teams, in der 87. Minute führte 60 gegen Nürnberg mit 2:1, doch dann erzielte Nürnbergs Dave Bulthuis den Ausgleich, er stand nicht im Abseits, der Linienrichter hob nicht die Fahne, die Spieler jubelten lange, liefen schon zurück zum Mittelkreis. Da eilte Schiedsrichter Jürgen Drees zur Seitenlinie, diskutierte mit seinem Assistenten, Gerhard Poschner von 1860 München mischte sich dazu. Am Ende gab Drees das Tor nicht. Selbst die 1860-Fans waren erstaunt. Eine Sky-Kamera fing eine Frau ein, die zu ihrem Sohn sagte: "Das gibt es doch gar nicht."

"Wer dieses Tor zurückgenommen hat, muss sehr viel Fantasie haben"

Es gab es offensichtlich doch, 1860 gewann und steht nun nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Nürnbergs Spieler Dave Bulthuis konnte die Entscheidung des Schiedsrichters überhaupt nicht verstehen und wählte Worte, die man in dieser Deutlichkeit nicht allzu häufig hört: "Das war nicht real. Vielleicht hat der Schiedsrichter gewettet auf dieses Spiel". Club-Trainer René Weiler schob hinterher: "Da muss man nach Worten ringen. Mit dem 2:2 hatten sich alle abgefunden. Das ist eigenartig, die Fernsehbilder zeigen, dass es ein reguläres Tor war. Wer dieses Tor zurückgenommen hat, muss sehr viel Fantasie haben."

Wer dieses Tor zurückgenommen hat, ist in der Tat die entscheidende Frage. Schiedsrichter Drees räumte zwar später bei Sport1 seine Fehlentscheidung ein, sagte: "das war kein Abseits, es wäre ein korrektes Tor gewesen", doch er sagte auch: "Mein Assistent saß ziemlich bedröppelt in der Kabine." Die Fernsehbilder zeigen allerdings nicht, dass der Assistent überhaupt irgendwann einmal Abseits anzeigte.

1860-München-Coach Torsten Fröhling fand es zwar ebenfalls merkwürdig, dass der Schiedsrichter das Tor so spät zurücknahm, sagte aber es sei "umso schöner". Er erinnerte zudem daran, dass Drees seinem Team zuvor einen klaren Elfmeter verweigert hatte. Nürnberg-Trainer Weiler konnte das nicht zufrieden stellen. Er fand, bei dem ganzen Vorgehen komme "man schon auf ganz komische Gedanken."

feh

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