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Bayern München: Klinsmann nennt Taktik-Diskussion "Schwachsinn"

Jürgen Klinsmann setzt sich zur Wehr: Die Diskussionen um die taktische Ausrichtung der Mannschaft nannte der Bayern-Coach "Schwachsinn". Außerdem freue er sich auf die Transfers im Sommer, weil die Preise einbrechen würden. Über das angebliche Interesse von Manchester City äußerte er sich ebenfalls.

Jürgen Klinsmann plant mit "viel Freude" ein langfristiges Engagement beim FC Bayern München, den er mit Millionen aus der Champions League weiter verstärken will. "Mit jedem dort gewonnenen Spiel kommt mehr Geld rein", sagte der 44-Jährige in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". "Der Transfermarkt im Sommer wird der spannendste aller Zeiten. Wegen der Weltwirtschaftskrise werden die Preise einbrechen. Darauf lauern wir." Gerüchte eines angeblichen Interesses von Manchester City am Coach des deutschen Fußball-Meisters interessieren Klinsmann nicht. "Es bedarf nicht irgendwelcher Angebote von auswärts, sondern ich bleib hier und werde hier einen richtig guten Job machen", sagte der Trainer in der ARD-Sportschau. Klinsmann hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 bei den Münchnern.

Zuletzt gab es nach dem misslungenen Rückrundenstart Kritik an Klinsmann. Zudem kursierten auch von Vereinsseite sofort dementierte Berichte, dass die Umstellung zu einer defensiveren Taktik im Bayern- Spiel eine Entscheidung der Mannschaft gewesen sei. "Dass der eine oder andere Spieler sich kritisch äußert, finde ich gut. Wir wollen mündige Spieler, die Verantwortung tragen", sagte der Coach, der sich die Ansichten über Taktik oder Aufstellung anhört. Diese könnten auch mal nach außen getragen werden, wenn ein Spieler zu weit gehe, werde er ihm das schon sagen, betonte Klinsmann im ZDF-Sportstudio. Aber: "Es entscheidet nur einer. Das ist der Trainer."

Klinsmann: Das ist Schwachsinn

Der frühere Bundestrainer wehrte sich gegen die öffentliche Wahrnehmung, Siege gehörten den Spielern, Niederlagen seien allein seine Schuld. "Nach dem Sommermärchen mit der Nationalelf hieß es auch: Jogi Löw hätte angeblich die Taktik gemacht, die anderen die Organisation. Und ich sei der Motivator gewesen. Das ist Schwachsinn", sagte der Klinsmann. Man habe beim Deutschen Fußball-Bund etwas aufgebaut, was nach wie vor erfolgreich greife. "Und was wir in acht Monaten beim FC Bayern geleistet haben, das ist unglaublich." Dass dann selbst nach Erfolgen wie dem Champions- League-Rekordsieg bei Sporting Lissabon (5:0) Kritiker auf den Plan gerufen würden, ärgert den Fußball-Lehrer. "Wenn Neid gezeigt wird und Dinge erfunden werden, die nicht wahr sind, dann haue ich denen auch ein Brett zurück."

Klinsmann bestritt eine interne Mannschaftssitzung bei den Münchnern ohne den Trainer - was er aber auch gar nicht schlimm fände. "Wenn es so wäre, wäre es auch gut, denn das würde bedeuten, dass die Jungs vielleicht ein Bierchen trinken und über die Dinge reden, die passiert sind", sagte Schwabe. "Grundsätzlich wird permanent versucht, einen Keil reinzutreiben." Und Störfeuern dieser Art könne man auch nicht durch einen Wechsel zu einem anderen Club aus dem Weg gehen. "Das ist Blödsinn." In Barcelona, Mailand oder bei Chelsea sei die Konstellation die gleiche.

DPA / DPA

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