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Bittere Pille für Dortmund: Jan Koller geht

Was viele in Dortmund befürchtet hatten, ist jetzt zur Gewissheit geworden: Stürmer Jan Koller wird den finanziell angeschlagenen BVB Borussia Dortmund nach fünf Jahren verlassen.

Wie der BVB am Mittwoch mitteilte, hat sich der 32 Jahre alte Tscheche, der zur Zeit bei seiner Nationalmannschaft in Prag verweilt, gegen das ihm unterbreitete Angebot der Borussen zur Verlängerung seines bis 2006 dotierten Vertrags entschieden und den Verein nach Ende der laufenden Saison verlassen. Koller, der im Sommer 2001 für 10,5 Millionen Euro vom RSC Anderlecht zu den Westfalen gewechselt war, will nach eigenen Angaben eine neue Herausforderung im Ausland suchen.

Keine leichte Entscheidung

"Mit den großartigen Fans des BVB möchte ich eine gute Saison und einen erfolgreichen Abschluss in Dortmund feiern", sagte Koller, der sich die Entscheidung nicht leicht machte und für den wohl nicht nur sportliche Gründe den Ausschlag gaben. Kein Geheimnis ist, dass sich seine Ehefrau Hedvika in Dortmund nicht recht wohl fühlt und allzu gern in ihre tschechische Heimat zurückkehren würde. Dem Vernehmen nach soll Koller aber eher mit einem Wechsel nach England liebäugeln. "Ich habe keine konkreten Angebote, aber ich brauche eine neue Motivation", sagte Koller der tschechischen Sportzeitung "Blesk".

Der Abgang des 2,02 Meter großen Angreifers, der in 132 Bundesligaspielen 56 Tore für den BVB erzielte, trifft den finanziell angeschlagenen Revierclub hart. "Wir bedauern, dass Jan Koller unser Angebot nicht angenommen hat, müssen seine Entscheidung aber akzeptieren", kommentierte Sportdirektor Michael Zorc den Weggang des Publikumslieblings. Die Dortmunder begrüßten dennoch Kollers frühzeitige Entscheidung. "Dadurch haben wir genügend Zeit, einen adäquaten Nachfolger für ihn zu finden", sagte Zorc.

Wird Tomas Rosicky seinem Landsmann folgen?

Mit dem Fortgang des Tschechen dürften auch die Spekulationen um dessen Landsmann Tomas Rosicky neue Nahrung erhalten. Zwar besitzt der Spielmacher noch einen Kontrakt bis 2008 bei den Westfalen, aber Rosicky selbst hatte in den vergangenen Jahren schon mehrfach Wechselabsichten geäußert. Bislang war ein vorzeitiger Verkauf des Nationalspielers wohl nur daran gescheitert, dass kein finanzielles Angebot vorlag, das den Dortmunder Vorstellungen entsprach.

DPA / DPA

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