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Borussia Dortmund: Van Marwijk soll im Sommer gehen

Das Verhältnis der Dortmunder Chefetage mit Trainer Bert van Marwijk galt schon lange als gestört. Jetzt ist es offiziell: Der ungeliebte Holländer wird nach Ablauf der Saison seinen Stuhl räumen. Über einen Nachfolger wird bereits spekuliert.

"Wir haben schon vor Wochen zusammen gesessen und einmütig beschlossen, die Zusammenarbeit am 30. Juni 2007 zu beenden. Eigentlich wollten wir diese Entscheidung erst nach dem letzten Hinrundenspieltag bekannt geben, um den Spielbetrieb nicht zu stören", sagte

Ein Bericht in der "Westfälischen Rundschau" zwang die Dortmunder Führung jedoch, schon nach dem 1:0 über Wolfsburg vor die Öffentlichkeit zu treten. Demnach kamen beide Seiten schon Ende Oktober darin überein, im Sommer einen Schlussstrich zu ziehen. Nach Informationen der Zeitung habe es sich bei dem angeblich klärenden Krisengespräch nur um einen "begrenzten Schulterschluss" gehandelt. Damit hätte der BVB die erst im Juli verkündete Vertragsverlängerung bis 2008 mit dem 54 Jahre alten Niederländer im beiderseitigen Einvernehmen außer Kraft gesetzt. "Beiden Seiten entsteht durch diese Entscheidung kein Schaden", meinte Watzke vielsagend.

Spekulationen über von Heesen

Spekulationen, wonach Thomas von Heesen vom 1. Juli 2007 an die Nachfolge von van Marwijk antreten soll, wollte der BVB-Geschäftsführer nicht bestätigen: "Wir haben uns noch mit keinem Trainer geeinigt. Dazu ist noch genug Zeit." Ähnlich äußerte sich von Heesen, der bei Ligakonkurrent Arminia Bielefeld bis zum Saisonende unter Vertrag steht: ""Ich habe weder da noch woanders etwas unterschrieben und keine Lust mehr, etwas dazu zu sagen."

Allerdings deuten diverse Indizien auf eine Annäherung von van Heesen mit Dortmund hin. So hatte der Coach, der im Dezember seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Köln abschließen will, zuletzt die Gespräche mit der Bielefelder Vereinsführung über eine Vertragsverlängerung hinausgezögert. Erst in der Winterpause wollen beide Seiten über die Fortsetzung ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit reden. Zu diesem Thema äußert sich Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick seit Wochen zwiespältig: "Ich glaube, dass er gern bleiben würde. Aber wenn ein lukratives Angebot eines größeren Vereins kommt, können wir nicht mithalten."

Van Marwijk mit miserabler Heimbilanz

Das Verhältnis zwischen Watzke und van Marwijk galt schon seit Monaten als gestört. Vor allem die dürftige Heimbilanz der Borussia mit nur einem Sieg aus sieben Spielen stimmte den Geschäftsführer nachdenklich. "Ein Verein wie Borussia Dortmund definiert sich in hohem Maße über seine Heimspiele", hatte Watzke noch auf der Jahreshauptversammlung am vorigen Sonntag geklagt. Die Gefahr, dass sich die Mannschaft mit dieser Entscheidung schwer tun könnte, sieht Watzke nicht: "Das Vertrauen ist weiter da. Wir stehen auf dem 6. Rang. Auch der FC Bayern hat bei einer ähnlichen Entscheidung mit dem damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld keine schlechten Erfahrungen gemacht."

DpA / DPA

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