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Bundesliga: stern des Spieltags Hurra, hurra, die Bayern-Krise ist endlich da!

Bayern München Thomas Müller
Bedröppelt: Bayern Münchens Thomas Müller nach der Niederlage in Augsburg.
© Tom Weller / DPA
Nun noch eine Niederlage im Derby gegen den FC Augsburg. So schlecht wie jetzt ist der FC Bayern München lange nicht mehr in die Bundesliga gestartet. Aber Krise beim FCB ist ein Segen für alle Fußballfans. Dafür gibt's den stern des Spieltags.

Leroy Sané stand vor dem Tor, Mané und Müller auch, ebenso Goretzka und Musiala – und alle scheiterten. Manchmal wegen ungenauer Abschlüsse, aber meistens an Augsburgs Torhüter Rafal Gikiewicz. So auch in der Nachspielzeit, als er den Kopfball von Kollege Manuel Neuer von der Linie kratzte. 70 Prozent Ballbesitz, Torschüsse ohne Ende, nichts half dem Rekordmeister, die Innenverteidigung pennte einmal zu oft, ein Törchen reichte dem Derbygegner zum Sieg.

Historisch mieser Saisonstart

Viermal in Folge hat der FCB nun nicht mehr gewonnen, das gab es zuletzt vor zwölf Jahren. Punktemäßig stand das Team zuletzt vor 20 Jahren so mies da wie jetzt. Wenig überraschend brennt in München die Hütte und auch Trainer Julian Nagelsmann macht aus seiner Ratlosigkeit keinen Hehl mehr.

Möglicherweise rächt sich jetzt, dass die Bundesliga für den FCB zu klein geworden ist. Die letzten Jahre hat die Mannschaft die Meisterschaften mehr oder weniger im Vorbeigehen mitgenommen. Den Wettbewerb nehmen sie nicht mehr ernst, die deutsche Fußballmeisterschaft ist nur noch das Minimalziel. Entsprechend fielen auch die Transfers im Sommer aus. Weder ein Sadio Mané noch ein Matthijs de Ligt sind an die Isar gewechselt, um eine Salatschüssel in die Höhe zu recken. Dieser Moment dürfte für sie schon bei Vertragsunterzeichnung abgehakt gewesen sein. Für Verein und Umfeld zählt allein die Champions League, und dort funktioniert die Mannschaft auch.

Im Grunde aber kann der Bundesliga nichts Besseres passieren als Krise an der Säbener Straße. Wer hätte nach dem beängstigendem Saisonauftakt der Bayern gedacht, dass am 7. Spieltag frühere (SC Freiburg) und aktuelle (Union Berlin) Underdogs vor dem Dauermeister stehen würden? Selbst manchem FCB-Fan scheint die Tabellensituation ungewohnt, aber nicht unwillkommen zu sein. So erinnern sich einige an die Jahre 1975 und 1976. Damals lief es in der Liga auch nur mäßig, aber dafür holten sie nacheinander den Landesmeister-Cup, also das, was heute die Champions League ist.

Danke Bayern für diese Krise

Dem FCB muss die Bundesliga gerade wie der DFB-Pokal vorkommen, wo die berühmten eigenen Gesetze gelten. Sprich: Für den Favoriten ist der Grad zwischen Pflichterfüllung und Blamage sehr oft, sehr dünn. Für die allermeisten Fußballfans und der Spannung in der Liga aber kann eigentlich kaum etwas Besseres passieren.

Danke, Bayern! Dafür gibt es den stern des Spieltags.

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