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Bundesliga: Bayern und HSV im Fernduell

Im Fernduell um den Titel sieht sich Felix Magath in einer "komfortablen Situation", Duisburg könnte als erster Absteiger feststehen. Verfolger HSV plagen zum Saisonende große Personalsorgen.

Beim FSV Mainz 05 wollen die Bayern am 31. Spieltag der Fußball- Bundesliga ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Hamburger SV zumindest halten. Insgeheim hoffen sie aber auf einen Ausrutscher des HSV gegen den zuletzt vier Mal in Serie siegreichen Tabellenfünften Bayer Leverkusen. "Wir sind gut drauf und lassen uns nichts mehr nehmen", wischte Magath jeglichen Gedanken an eine Überraschung im Meisterschaftsrennen beiseite.

Zumal den HSV im Saisonendspurt erhebliche Personalsorgen plagen. Sechs Profis, darunter Regisseur Rafael van der Vaart und Kapitän Daniel van Buyten, fallen sicher aus. "Wir wollen deshalb aber nicht rumheulen, sondern die Ärmel aufkrempeln", sagte HSV-Coach Thomas Doll vor dem "echten Spitzenspiel" der beiden besten Rückrundenteams. Die Leverkusener, die ihren fünften Rang verteidigen wollen, können in Bestbesetzung antreten. "Wir haben eine gute Phase, die wir natürlich ausbauen müssen", forderte Trainer Michael Skibbe.

Ohne Valérien Ismael

Vor einer vermeintlich leichten Aufgabe stehen die Bayern. Beim Tabellen-14. Mainz soll eine Vorentscheidung im Titelkampf herbeigeführt werden. Nur die Drei-Spiele-Sperre von Valérien Ismael sorgte beim deutschen Rekordmeister für Ärger. "Das ist ein Eingriff von außen in den Wettbewerb", zürnte Magath.

Im Tabellenkeller kommt es zum "Abstiegs- Endspiel": Der Vorletzte 1. FC Köln (24 Punkte) empfängt den Letzten MSV Duisburg (23). Nur der Sieger darf weiter vom Klassenverbleib träumen. Besondere Brisanz verleihen der Partie die Vorfälle aus dem Hinspiel, als der damalige MSV-Coach Norbert Meier dem Kölner Profi Albert Streit eine "Kopfnuss" verpasst hatte. Sollte der MSV verlieren und Wolfsburg (30), Mainz (30) und Frankfurt (31) gewinnen, stünde Duisburg als erster Absteiger fest.

Beim FC Kaiserslautern hilft nur noch Beten

Mit einem eindringlichen Appell hat die Clubspitze des 1. FC Kaiserslautern um Unterstützung im Abstiegskampf geworben. "Viele haben den 1. FCK abgeschrieben. Wir sagen dagegen: Noch ist absolut nichts verloren", hieß es vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 im Stadionmagazin. Auch Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg droht der Gang in die 2. Liga. Vor dem Gastspiel beim UEFA-Cup-Aspiranten VfB Stuttgart ist Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel etwas bange. "Die Anspannung wird natürlich größer", gab Funkel zu. Zuversichtlich präsentierte sich sein Wolfsburger Kollege Klaus Augenthaler vor der Reise nach Bielefeld: "Drei Punkte wären ein Befreiungsschlag."

Finalen Charakter hat auch die Partie zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04. Vor dem Duell um Champions-League-Platz drei hat Bremen sechs Punkte und 19 Tore Vorsprung auf die "Knappen", die nach dem enttäuschenden 0:0 im UEFA-Cup-Halbfinale gegen den FC Sevilla unter zusätzlichem Erfolgsdruck stehen. "Wir wollen am Sonntag einen großen Schritt tun, um Platz drei sicherer zu machen", sagte Werders Fußball-Lehrer Thomas Schaaf.

Im Rennen um den letzten internationalen Startplatz will Hertha BSC Berlin bei Borussia Mönchengladbach die Ausgangsposition verbessern. "Ich bin für das Spiel optimistisch. Wichtig ist aber, dass wir am 34. Spieltag auf Platz fünf stehen", sagte Hertha-Coach Falko Götz. Auch der Sieger der Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Nürnberg darf noch auf diesen Rang schielen.

Benjamin Haller/DPA

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