Bundesliga Bielefeld schlägt Bayern


Auf dem Weg zum Meistertitel hat Bayern München in Bielefeld eine peinliche Niederlage hinnehmen müssen. Mainz verliert das siebte Spiel in Folge.

Auf glattem Schneeboden ist Rekordmeister Bayern München bei Arminia Bielefeld ausgerutscht und hat den Vorsprung auf Verfolger Schalke 04 eingebüßt. Massimilian Porcello (23. Minute) und Delron Buckley (61./83.) mit seinen Saisontoren 12 und 13 schossen den Aufsteiger am Sonntag zu einem vollauf verdienten 3:1 (1:0)- Heimsieg und machten das Rennen um die deutsche Fußball-Meisterschaft wieder spannend. Mit den ersten Gegentoren des Jahres ging bei den wieder mit Michael Ballack angetretenen Bayern, die dank des besseren Torverhältnisses mit 41 Punkten Platz eins in der Bundesliga verteidigten, eine Serie von neun ungeschlagenen Spielen zu Ende. Daran änderte auch Lucios Anschlusstreffer (80.) nichts. Für Bielefeld war es nach knapp acht Jahren der erste Heimsieg gegen die Münchner und im 26. Vergleich überhaupt erst der vierte.

"Leidenschaftlicher Einsatz"

Als der frisch gefallene Schnee in der mit 26.601 Zuschauern ausverkauften Schüco Arena notdürftig zusammengeschoben war und die Partie mit fünfminütiger Verspätung begonnen hatte, kamen die ohne den kranken Bastian Schweinsteiger und Claudio Pizarro angetretenen Bayern zunächst besser in Tritt. Hasan Salihamidzic hätte dies in der 20. Minute nach glänzender Frings-Vorbereitung schon zur Führung nutzen können. Statt dessen trafen die Arminen, die ihre spielerische Unterlegenheit mit dem von Trainer Uwe Rappolder geforderten "leidenschaftlichen Einsatz" wett machten.

Mit seinem ersten Saisontreffer sorgte der Italiener Porcello in der 23. Minute für das 1:0, das Marcio Borges mit einem gewonnen Kopfballduell vorbereitet hatte. Borges sorgte überdies dafür, dass die Bayern-Angreifer mit "Joker" José Paolo Guerrero weitestgehend in Schach gehalten wurden. Der Pizarro-Vertreter hatte nach knapp einer halben Stunde die größte Chance, scheiterte mit einem Flugkopfball aber an Bielefelds Keeper Mathias Hain.

"Wir wollen den Zuschauern was bieten, aber nicht blauäugig sein", hatte Rappolder angekündigt und an die Tugenden vom letzten Sieg am 20. November gegen Meister Werder Bremen erinnert. Delron Buckley jedoch fehlte die Kaltschnäuzigkeit, als er allein auf Torhüter Oliver Kahn zustürmte, den Ball aber noch quer passen wollte.

Mit Mehmet Scholl für Owen Hargreaves kamen die Bayern aus der Pause. Der frühere Nationalspieler präsentierte DFB-Kapitän Ballack gleich eine Chance zum Ausgleich. Das Tor jedoch erzielte Buckley auf der anderen Seite, der Kahn mit einem 14-m-Schuss nicht glücklich aussehen ließ. Der Südafrikaners machte in der 83. Minute mit dem dritten Tor alles klar, nachdem Lucio (80.) für einen kurzen Hoffnungsschimmer der Bayern gesorgt hatte.

Leverkusen meldet sich zurück

Bayer Leverkusen hat sich im Kampf ums internationale Geschäft mit einem Pflichtsieg gegen den FSV Mainz 05 zurückgemeldet. Eine Woche nach der 0:2-Niederlage bei Bayern München gewann die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und der Tore von Paul Freier (64.) und Jacek Krzynowek (69.) am Sonntag vor 22.500 Zuschauern mit 2:0 (0:0). Punktgleich mit dem VfB Stuttgart lauert Leverkusen weiter auf Platz sechs. Aufsteiger Mainz verkaufte sich teuer, musste aber dennoch die siebente Niederlage in Serie hinnehmen und steckt im Abstiegskampf auf Platz 15 fest.

Die personell geschwächten Mainzer, die seit dem 1:0 in Bochum am 11. November 2004 nicht mehr gewonnen haben, ließen sich von ihrer Negativserie nicht beeindrucken und starteten mit großem Einsatz in die Partie in der ausverkauften BayArena. Sie gingen konsequent in die Zweikämpfe und machten die Räume eng. Weil die Fehlerquote im eigenen Offensivspiel jedoch sehr hoch war, besaßen die in der ersten Halbzeit zu statisch und schematisch agierenden Leverkusener dennoch die besseren Möglichkeiten.

Die besten vergab Krzynowek, der zunächst aus 18 Metern an 05-Torhüter Dimo Wache scheiterte (24.) und mit seinem schwächeren rechten Fuß nur die Querlatte traf (35.). Als Dimitar Berbatow nach einem Wache-Fehler aus Nahdistanz zum Zuge kam, schoss er Hanno Balitsch auf der Linie (25.) an. Der Ex-Leverkusener wurde dabei am Oberarm getroffen, spielte aber nicht absichtlich Hand.

Ein bisschen Glück brauchten in der ersten Halbzeit allerdings auch die Gastgeber: Verteidiger Juan kam nach seiner Tätlichkeit gegen den forsch zu Werke gehenden Balitsch (15.) mit Gelb glimpflich davon. Selbst der Leverkusener Team-Betreuer Hans-Peter Lehnhoff merkte an: "Normal ist das eine Rote Karte. Da hat er Glück gehabt."

In der zweiten Halbzeit platzt der Knoten

Nach der Pause drängten Leverkusen auf die Führung und Mainz in die eigene Hälfte. Doch vor dem gegnerischen Tor konnten sich die Stürmer zunächst nicht entscheidend durchsetzen. Berbatow verstolperte eine Eingabe von Andrej Woronin (53.). Neun Minuten später vergab der Ex-Mainzer freistehend selbst eine Riesenchance.

Der Knoten platzte erst, als der aufgerückte Freier aus halbrechter Position entschlossen abzog. Der Nationalspieler nahm einen bereits abgewehrten Ball mit der Brust an und erzielte mit einem Flachschuss ins entlegene Eck das 1:0 (64.). Fünf Minuten später kam auch Krzynowek noch zu seinem Tor. Der Pole traf nach schöner Körpertäuschung flach ins rechte Eck.

Morten Ritter und Andreas Schirmer/DPA DPA

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