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BUNDESLIGA: Duell der Marktführer

Rekordchampion gegen Meister, Erster gegen Zweiter, beste Heim- gegen beste Auswärtself: Das Duell der Superlative zwischen Bayern München und Borussia Dortmund zieht ganz Fußball-Deutschland in seinen Bann.

Rekordchampion gegen Meister, Erster gegen Zweiter, beste Heim- gegen beste Auswärtself, Lehrmeister Hitzfeld gegen seinen ehemaligen Schüler Sammer, Nationalkeeper Kahn gegen Stellvertreter Lehmann: Das Duell der Superlative zwischen Bayern München und Borussia Dortmund zieht ganz Fußball-Deutschland in seinen Bann. Das frühe Champions-League-Aus des Gastgebers und der nicht minder peinliche Pokal-K.o. des BVB haben der ohnehin brisanten Partie zusätzlichen Unterhaltungswert beschert. Vor allem beim FCB sind die Nerven zum Reißen gespannt. Auch der 2:1-Sieg über Hannover konnte Ottmar Hitzfeld nicht die Angst vor weiterem Unheil nehmen: »Verlieren wir gegen Dortmund, geht das ganze Theater von vorne los.«

»Einiges wieder gutmachen«

Mehr noch als sein Gegenüber Sammer steht der 53 Jahre alte Erfolgscoach gegen seinen Ex-Club unter Erfolgsdruck. Nur mit einem Sieg könnten sich seine Profis vorerst die nationale Vorherrschaft sichern und weitere Häme ersparen. »Wir können gegen Dortmund einiges gutmachen«, sagte Owen Hargreaves voller Hoffnung auf ein Ende der Leidenszeit. Weniger der glanzlose Auftritt gegen »96« als vielmehr die Statistik macht den Bayern Mut: Der letzte Bundesliga-Sieg des BVB gegen den Erzrivalen liegt immerhin sieben, der letzte Erfolg in München gar elf Jahre zurück.

Alle sind hochmotiviert

Zudem hat der Gast in den vergangenen Spielzeiten bei den so genannten Big-Point-Spielen selten überzeugt. Nach der indiskutablen Vorstellung in Freiburg erinnerte Jens Lehmann an die Folgen der Pokalschlappe in der vorigen Saison, als sein Club in den nächsten sechs Partien ohne Sieg blieb: »Ich hoffe, dass wir nicht am Anfang einer Schwächephase stehen.« Eine ähnliche Talfahrt soll unter allen Umständen vermieden werden. »Gegen die Bayern braucht uns niemand etwas zu sagen, da ist jeder hochmotiviert«, sagte Christian Wörns, dessen Team in den vergangenen drei Bundesliga-Auswärtsspielen in Rostock (0:1), Hannover (0:3), Bremen (1:4) keinen Punkt abgab.

Der Showdown der Marktführer stellt am 12. Spieltag die anderen Partien in den Schatten. Dabei stehen auch jenseits des Olympiastadions wichtige Vorentscheidungen an. So geht bei Altmeister Borussia Mönchengladbach vor der Partie gegen Energie Cottbus die Angst vor einem dauerhaften Verbleib im Tabellenkeller um. Das bedenkliche 0:5 im Pokal gegen Schalke hat im Team von Hans Meyer für zusätzliche Verunsicherung gesorgt. »Wir müssen versuchen, den Bock irgendwie umzustoßen. Selbstvertrauen holt man sich nicht mit Reden, sondern durch Siege«, so der Coach. Nach vier Pflichtspiel-Pleiten sagte Profi Markus Münch zur Bedeutung des Duells: »Das Cottbus-Spiel ist doppelt so wichtig wie das gegen Schalke. Wir müssen gewinnen.«

Leverkusen will in den einstelligen Bereich

Einen Schritt aus unteren Tabellenregionen will auch Leverkusen tun. Der beim 3:0-Cupsieg gegen Stuttgart angedeutete Aufwärtstrend soll in der ausverkauften Arena »AufSchalke« fortgesetzt werden. Immerhin strebt Bayer-Trainer Klaus Toppmöller, der die Anzahl der wöchentlichen Trainingseinheiten für seine Profis erhöhte, bis zur Winterpause einen einstelligen Tabellenrang an. Allerdings könnte der vermeintliche Titelaspirant im Falle der dritten Auswärtsschlappe gar auf einen Abstiegsplatz rutschen. »Dessen sind wir uns bewusst - und so müssen wir auch das Spiel gegen Schalke angehen«, sagte der Coach.

HSV gegen die »Löwen«

Die Rolle als Spitzenteam hat überraschend 1860 München von Bayer übernommen. Nach zuletzt fünf Siegen soll nun der Hamburger SV die Gefährlichkeit der »Löwen« zu spüren bekommen. Auf Unterstützung von Gegenüber und Landsmann Peter Pacult braucht der umstrittene österreichische HSV-Coach Kurt Jara deshalb nicht zu hoffen: Geht das Heimspiel verloren, wäre der zuletzt beim 1:1 in Dortmund und beim 2:0-Pokalsieg über Duisburg gewonnene Kredit schon wieder verspielt.

Heinz Büse

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