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Bundesliga im stern-Check Von ungewohnten Bayern-Verfolgern, unironischen Ambitionen und verpassten Entschuldigungen

Gladbachs Breel Embolo gelingt gegen Wolfsburg ein Treffer per Fallrückzieher
Hach, wie schön war der Fallrückzieher von Gladbachs Breel Embolo! Also, aus neutraler Sicht natürlich...
© Tobias Schwarz / DFL / AFP
Traum- und Alptraumstarts geben sich diese Saison die Klinke in die Hand. Aber eines steht fest: Die Bundesliga macht gerade richtig Laune – auch dank der fast vollen Stadien. Der stern-Bundesliga-Check am 7. Spieltag.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 7. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltags

Man könnte sich an dieser Stelle auch künstlich aufregen. Aber warum eigentlich? Die Liga macht gerade einfach Laune: Die Stadien werden voller, die Bayern stehen zur Abwechslung mal nicht allein auf weiter Flur. Warum also nicht einmal den Moment genießen? 

Klar: Am Ende werden's die Bayern wieder machen – trotz ihrer ersten Bundesliga-Niederlage nach 30 (!) Heimspielen. Deren Titelgewinn ist mittlerweile verlässlicher als die Torlinientechnik. Die früheste Meisterschaft feierten die Münchner übrigens im März 2014. Folglich bleibt bis zur Einsicht des Unvermeidlichen noch (ein bisschen) Zeit.

Verlierer des Spieltags

Nun gut: So demütigend wie letzte Woche bei der 0:6-Klatsche gegen die Bayern ging es für die Hertha an diesem Wochenende bei Weitem nicht aus. Allerdings wäre es die Gelegenheit zur Wiedergutmachung gewesen. Doch die Hauptstädter wirkten nicht nur ideen-, sondern vor allem lustlos.

Sky-Kommentator Toni Tomic hat es sehr ordentlich zusammengefasst: "Man hat allerdings das Gefühl, dass die Hertha heute zu einer Schießerei mit Messern gekommen ist." Am Ende verloren die Herthaner mit 1:2. Nur Neuaufsteiger und Tabellenschlusslicht Greuther Fürth hat eine miesere Tordifferenz. Mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, scheinen sie nun in der Demotivation gefangen.

Gewinner des Spieltags

… sind zum vor allem die "Kleinen" – die bislang Großes leisten. Sowohl der 1. FC Köln, als auch der SC Freiburg sicherten sich die nächsten drei Punkte.

Mit einer Zwölf-Punkte-Ausbeute nach sieben Spieltagen dürften die "Europapokaaal"-Chöre in der Domstadt mittlerweile einiges an Ironie verloren haben. Dass Fußball in Köln nicht nur Fingernägelkauen, sondern auch Spaß mit sich bringt – daran müssen sich sicherlich viele Geißböcke erst wieder gewöhnen. Die Breisgauer wiederum kommen plötzlich mit dem Begriff "Bayern-Verfolger" in Kontakt. Natürlich ist das nach nicht einmal einem Viertel der Spielzeit verfrüht – aber ganz gelogen eben auch nicht.

Ein weiterer Gewinner sollte auch nicht unterschlagen werden: der Videobeweis. Ja, richtig gelesen. In einer Welt, in der beim Effzeh beim SC Freiburg von "Traumstarts" die Rede ist, lässt sich auch der Videobeweis loben. Der Kölner Keller (diesmal nicht im Zusammenhang mit dem Verein zu verstehen) verhinderte bei der Begegnung zwischen dem VfL Wolfsburg und den Borussen aus Gladbach nämlich eine doppelte Unterzahl für die Gastgeber. Am Ende verloren die Wölfe zwar dennoch, aber immerhin konnte zur Abwechslung niemand über den VAR meckern.

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Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Fallrückzieher sind der Inbegriff des Traumtors. Jeder, der selbst einmal gekickt hat – und sei es nur auf der Playstation – , wird das bestätigen. Der Fallrückzieher des Gladbachers Embolo in der fünften Minute in der Partie gegen Wolfsburg hätte schöner kaum sein können. Ohnehin machte der Schweizer bärenstarkes Spiel für seine Borussen. Kaum zwei Minuten nach seinem samstäglichen Sonntagstreffer bereitete er das 2:0 seines Teamkollegen Jonas Hofmann vor. Übrigens: Embolos Treffer blieb nicht das einzige Kunststückchen seiner Art. Auch der Freiburger Nils Petersen versenkte per Fallrückzieher – wenn auch nicht ganz so formvollendet.

Bild des Tages

Ein Banner mit einer Zeichnung von Angela Merkel im Fanblock des FC St. Pauli
In Hamburg sagt man bekanntlich Tschüss! Fans des FC St. Pauli verabschiedeten sich mit einem Banner von der scheidenden Bundeskanzlerin. Im und um das Millerntor dürften die Fans bester Laune sein: Die Kiezkicker hievten sich nach dem fünften Heimsieg der Saison an die Tabellenspitze der zweiten Liga. 
© Christian Charisius / Picture Alliance

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