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Bundesliga im stern-check: Wie der RB-Trainer mit den eigenen Waffen geschlagen wurde

Die Bayern sind zurück an der Tabellenspitze - weil Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl mit seiner neuen Mannschaft ausgerechnet über die eigene Arbeit stolpert. Der Bundesliga-Spieltag im Überblick.

Nachdenklich: Ralph Hasenhüttl während des Spiels gegen seinen ehemaligen Verein Ingolstadt

Nachdenklich: Ralph Hasenhüttl während des Spiels gegen seinen ehemaligen Verein Ingolstadt

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Das gesamte Freitagabendspiel zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG 1899 Hoffenheim war ein einziger Aufreger. Es gab zwar keine Tore, dafür aber viele kleine Fouls, viele Diskussionen und einen Schiedsrichter, der gar nichts im Griff hatte. Erst übersah Christian Dingert einen klaren Ellbogenschlag von Frankfurts David Abraham, dann stellte er später Timothy Chandler vom Platz, und niemand wusste so recht, warum überhaupt. Der Verteidiger hatte nichts Rotwürdiges getan. Nach dem Spiel gab es minutenlange Rudelbildungen auf dem Platz. Schiri Dingert selbst wusste aber, dass er nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Gegenüber Hoffenheim-Coach Nagelsmann scherzte er, dass dieser ihn doch besser in der Halbzeit ausgewechselt hätte.  

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Wer hätte das bloß ahnen können? Da zieht Arjen Robben doch tatsächlich von der rechten Außenbahn mit dem Ball nach innen und schlenzt ihn gefühlvoll ins lange Eck. Natürlich war es das gefühlt hundertste Mal, dass er das genau so machte, bei der Wolfsburger Hintermannschaft aber scheint diese Info noch nicht angekommen zu sein. Der kriselnde VfL ging danach sang- und klanglos unter, 5:0 hieß es am Ende auf der Anzeigetafel. Vielleicht ist Robben aber auch einfach so gut, dass der Move klappt, selbst wenn jeder weiß, dass er ihn macht.

Gewinner des Tages

... ist Hamburg. Noch zittert die Hansestadt, in der nächsten Saison nur noch zweit- und drittklassig zu spielen, doch mit diesem Spieltag ist zumindest mal ein Anfang gemacht. Der HSV gewann das zweite Spiel in Folge, und auch in der Zweiten Liga gelang St. Pauli mit dem Sieg gegen Greuther Fürth der lang ersehnte kleine Befreiungsschlag. Die Hamburger sollten den Moment allerdings genießen, denn die Zeichen stehen keineswegs auf Ruhe. Schon gar nicht beim Chaos-Club HSV. Ausgerechnet nach dem zweiten Sieg in Folge trennte der sich von Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer.

Verlierer des Tages

Es hätte so schön werden können für Ralph Hasenhüttl. Gerade begann man zu glauben, dass sich die Bayern vielleicht ernsthaft ein bisschen die Zähne an Leipzig ausbeißen. Und dann verliert RB ausgerechnet gegen Ingolstadt. Auf eine Art, die wieder stark an die Spielweise erinnerte, mit der Ralph Hasenhüttl einst den Erfolg an die Donau brachte. Die Schanzer galten unter ihm als einigermaßen "ekelhafte" Gegner (Lewis Holtby), Bruno Labbadia sprach einmal von einem "Schweinespiel" gegen den damaligen Aufsteiger. Gegen Leipzig stellte der neue Trainer Maik Walpurgis drei Innenverteidiger auf und besann sich auf alte Tugenden seiner Mannschaft: auf Kampf und eine bissige Spielweise, die eher auf Lähmung denn auf Spielfluss setzte. Ausgerechnet die Mannschaft von Hasenhüttl konnte dem nichts Wirksames entgegensetzen. "Der Gegner hat uns sein Spiel aufgezwungen", bekannte der Trainer nach der Partie.

Bild des Tages


Er kann es noch! Auch wenn es lange genug gedauert hat: 999 Spielminuten, mehr als sieben Monate lang musste Thomas Müller auf sein 92. Bundesliga-Tor warten und wettete vor dem Spiel gegen Wolfsburg mit Karl-Heinz Rummenigge sogar selbst dagegen, dass es klappen würde. Im Spiel aber war es dann tatsächlich soweit, in der 76. Minute erlöste sich der Bayer mit seinem Treffer zum 4:0. Und die Hoffnung ist nicht nur beim Torschützen groß, dass der Bann damit gebrochen ist. "Ich hoffe nicht, dass es bis zum nächsten Tor wieder 999 Minuten dauert."


car/fin

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