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Bundesliga: Rückschlag für Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat im Kampf um Platz zwei der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag erlitten. Durch das 1:1 gegen VfL Bochum wuchs der Rückstand auf den FC Bayern auf vier Punkte.

Der VfB Stuttgart hat im Kampf um Platz zwei der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag erlitten. Durch das 1:1 (1:0) gegen den couragiert auftrumpfenden VfL Bochum wuchs der Rückstand auf den FC Bayern München drei Spieltage vor dem Ende der Saison auf vier Punkte. Der Rekordmeister wird in zwei Wochen im Daimlerstadion erwartet, das am Sonntag mit 47.000 Zuschauern ausverkauft war. Mit seinem dritten Saisontreffer brachte der Brasilianer Cacau die Schwaben in der 31. Minute in Führung. Doch sein Teamkollege und Landsmann Marcelo Bordon (58.) sorgte per Kopfball-Eigentor nach einem Schuss des überragenden Martin Meichelbeck für den mehr als verdienten Ausgleich für Bochum, das den Anspruch auf einen UEFA-Cupplatz mit Nachdruck untermauerte.

"Na klar sind wir alle enttäuscht. Der VfL war frischer und aggressiver; wir konnten da nicht mithalten", meinte VfB-Trainer Felix Magath, für den das zehnte Spiel in Serie ohne Niederlage kein Trost war. Auch Peter Neururer war trotz des Unentschiedens nicht zufrieden. "Das war zu wenig, wenn man an einem Mitkonkurrenten vorbei will." Gemeint war Borussia Dortmund, das vor den Bochumern Platz fünf belegt. "Wir wollen in den UEFA-Cup und wieder die Nummer eins im Revier werden. Das werden wir auch schaffen", sagte der beste Spieler des Abends, der Bochumer Meichelbeck.

Stuttgart begann forsch

Bis auf Hakan Yakin, der für Horst Heldt in die Startformation kam, vertraute Magath auf die Mannschaft vom 1:0 in Hannover. "Für Andreas Hinkel und Alexander Hleb wären 90 Minuten noch zu viel", meinte er. Beide durften in der zweiten Halbzeit ihr Comeback feiern. Neururer musste den Gelb-gesperrten Dariusz Wosz, dessen Position sich Paul Freier und Miroslav Stevic teilten, und den verletzten Raymond Kalla ersetzen.

Stuttgart begann forsch. Die bessere Chance hatten aber die Gäste - nach Vorarbeit von Kevin Kuranyi und Keeper Timo Hildebrand , die sich im Fünf-Meterraum in die Quere kamen. Nutznießer war Martin Meichelbeck, der per Kopf knapp vorbei zielte. Nach einer halben Stunde gaben die Bochumer ihre Zurückhaltung auf, und das Spiel wurde abwechslungsreicher.

Die Führung hielt mit Glück und dank Hildebrand

Die kalte Dusche folgte prompt, als Cacaus Angriffsversuch nicht ernst genommen wurde. Den ersten Schuss blockte Sören Colding noch ab, beim zweiten aus 17 Metern aber ließ er den Brasilianer gewähren. Die Führung hielt mit Glück und dank Hildebrand, der sich da noch Hoffnung machen durfte, mit dem 19. Zu-Null-Spiel den Rekord von Bayern-Keeper Oliver Kahn aus der Saison 2001/2002 einstellen zu können. Einen Fahrenhorst-Kopfball lenkte er an den Pfosten, den Nachschuss setzt Meichelbeck an die Latte und knallte dann übers Tor. "Na klar wurmt es mich, den Rekord nicht geschafft zu haben", meinte Hildebrand.

Nachdem Meichelbeck (51.) noch die Latte traf, machte es der Verteidiger dann besser. Seinen Schuss wollte Bordon per Kopf abwehren, traf aber ins eigene Tor. Der Brasilianer, der nach der fünften Gelben Karte in der kommenden Woche gesperrt ist, scheiterte beim Versuch, seinen Fehler wieder gut zu machen auf der Gegenseite mit einem Kopfball (67.), den Thomas Zdebel von der Linie schlug.

Elmar Dreher, dpa

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