Bundesliga-Sonntag HSV rückt den Bayern näher


Die Hamburger dürfen jubeln: Gegen Frankfurt erzielte der HSV seinen ersten Auswärtssieg des Jahres - und ist jetzt direkter Bayern-Jäger. Auch bei den Stuttgartern lief es rund: Der neue Trainer Armin Veh konnte mit einem 2:1-Erfolg gegen Mainz punkten.

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat im dritten Anlauf unter dem neuen Trainer Armin Veh endlich den ersten Sieg gefeiert. Danijel Ljuboja (7.) und Christian Tiffert (71.) erzielten beim 2:1 (1:1) über den FSV Mainz.05 vor rund 28.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion die Tore für die Schwaben, die zum ersten Mal in diesem Jahr gewannen und sich in der Bundesliga-Tabelle auf den sechsten Rang verbesserten. "Das war ein extrem wichtiger Sieg. Wenn wir nicht gewonnen hätten, hätten wir auch wieder nach unten schauen müssen", sagte Veh nach der wechselvollen Partie.

Für die Mainzer, die nach der bereits neunten Auswärts-Niederlage weiterhin auf Platz 15 mitten in der unmittelbaren Abstiegszone verharren, traf Antonio da Silva (25.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. "Wir hätten gewinnen können, sind aber trotzdem ein verdienter Verlierer", erklärte Trainer Jürgen Klopp.

"Unsere Spieler haben viel zu weit weg gestanden"

Der VfB präsentierte sich von den beiden zurückliegenden 1:2-Pleiten in der Liga bei Arminia Bielefeld und im Uefa-Cup gegen den FC Middlesbrough zunächst erstaunlich gut erholt und, wie von Veh angekündigt, offensiver als unter seinem Vorgänger Giovanni Trapattoni. Schon nach 23 Sekunden strich ein Volleyschuss aus gut 20 Metern von Thomas Hitzlsberger nur knapp am rechten Pfosten vorbei.

Sechs Minuten später lag der Ball dann erstmals im Mainzer Tor. Ljuboja nahm einen Super-Pass von Andreas Hinkel in Mittelstürmer-Position an der Strafraumgrenze auf und lupfte das Streitobjekt über den Gäste-Keeper Christian Wetklo hinweg zu seinem fünften Saisontreffer ins Netz. Die Führung hielt allerdings nur gut 20 Minuten. Dann nutzte Da Silva eine Stuttgarter Defensivschwäche zu einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zu seinem dritten Saisontor, bei dem VfB-Schlussmann Timo Hildebrand keine Abwehrchance hatte. "Unsere Spieler haben viel zu weit weg gestanden. Das darf nicht sein", haderte Veh.

Ungeahnte Kräfte

Der unerwartete Ausgleich setzte Kräfte frei, die man bei der auswärtsschwächsten Mannschaft der gesamten Liga kaum vermutet hätte. Mit geschicktem Flügelspiel drang Mainz immer wieder in die gegnerische Gefahrenzone vor und wäre vor dem Halbzeitpfiff fast noch mit der Führung belohnt worden. Der schon geschlagene Hildebrand konnte aber froh sein, dass der Kopfball von Benjamin Auer von der Latte aufgehalten wurde (40.).

Nur kurz nach dem Wiederanpfiff stand Stuttgarts Nummer eins erneut im Blickpunkt, als er einen Distanzschuss von Christian Demirtas (52.) an den linken Posten lenken konnte. Der VfB blieb die Antwort in der ausgeglichenen Partie, die nach dem Wechsel an Niveau verlor, nicht schuldig. Der Kopfball von Christian Tiffert, der erstmals die zentrale Mittelfeldposition übernommen hatte, wurde nach exakt einer Stunde aber von Wetklo glänzend pariert.

HSV feiert Auswärtssieg

Gut zehn Minuten später aber machte sich Stuttgarts neuer Regisseur mit der neuerlichen Führung selbst das schönste nachträgliche Geburtstagsgeschenk. Der 24-Jährige schloss eine tolle Kombination über fünf Stationen überlegt ab und stellte damit die Weichen auf den schwer erkämpften Sieg, den erneut Ljuboja (79.) und Zvonimir Soldo (83.) noch hätten ausbauen können.

Der Hamburger SV hat seine Auswärts-Misere beendet und sich wieder zur "zweiten Kraft" in der Fußball-Bundesliga hinter Spitzenreiter Bayern München aufgeschwungen. Mit dem 2:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt feierten die Hanseaten den ersehnten ersten Sieg in der Fremde nach der Winterpause und lösten damit nach 26 Stunden den Nordrivalen Werder Bremen wieder auf dem für die direkte Champions-League-Qualifikation wichtigen zweiten Tabellenplatz ab. Vor 47.500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena erzielten Piotr Trochowski (20.) und Daniel van Buyten (52.) die Tore für die Gäste. Für die stark ersatzgeschwächten Hausherren, die aus ihren fünf Rückrunden-Partien nur vier Punkte geholt haben, traf der frühere HSV-Profi Alexander Meier (42.).

"Die Niederlage ist bitter"

"Für mich war wichtig, zu sehen, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Die Kompaktheit, die uns im Vorjahr ausgezeichnet hat, war heute wieder da", lobte HSV-Trainer Thomas Doll sein Team. Auch der starke Trochowski war glücklich: "Ich bin mit meinem Spiel und dem Ergebnis zufrieden. Es ist immer am schönsten, wenn man sich nach einer Niederlage wie in Thun mit einem Sieg zurückmeldet." Dagegen war Alex Meier enttäuscht und blickte in der Tabelle sogleich nach unten. "Wir haben immer gewusst, dass wir um den Klassenverbleib spielen. Die Niederlage ist bitter, weil wir in der zweiten Halbzeit gegen eine starke HSV-Mannschaft mitgehalten haben."

Drei Tage nach der UEFA-Cup-Pleite beim FC Thun (0:1) begannen die Hanseaten weitaus engagierter und konzentrierter als in der Schweiz. Die Frankfurter, die kurzfristig Marko Rehmer (Magen-Darm-Grippe) durch Patrick Ochs ersetzen mussten, hatten in der 13. Minute großes Glück, dass Abwehrspieler Aleksandar Vasoski als letzter Mann nach einem Trikot-Zupfer gegen Sergej Barbarez nicht die Rote Karte sah.

"Wir werden noch eine Menge tun müssen"

Der Bosnier war nach dieser Fehlentscheidung von Referee Helmut Fleischer (Sigmertshausen) geladen und leistete kurz darauf eine Klasse-Flanke auf Trochowski, der aus Nahdistanz sein viertes Saison- Tor erzielen konnte. Da die Gäste außer bei einem Schuss von Timothee Atouba ans Außennetz (38.) nun auf Ergebnis-Verwalten spielten, kamen die Hessen auf. Meier scheiterte zunächst an Torwart Stefan Wächter (41.), der beim zweiten Versuch des Ex-Hamburgers machtlos war, denn dessen Kopfball fälschte Kapitän van Buyten ins eigene Tor ab.

"Wir werden noch eine Menge tun müssen, bis wir die Klasse des HSV erreichen", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen zum glücklichen Pausenstand für seine Eintracht. Nach Wiederanpfiff setzte der HSV nach - und wurde schnell belohnt. Naohiro Takaharas Schuss konnte Oka Nikolov noch parieren (51.). Dann jedoch legte der von Nigel de Jong steil geschickte Trochowski geschickt quer auf van Buyten, und der schoss mühelos zum 2:1 ein. Die Hessen drängten zum Ende der Partie zwar auf den Ausgleich, waren aber nicht durchschlagskräftig genug.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker