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Bundesliga-TV-Rechte: Chaos bei der ARD

Die ARD weiß nicht, was sie will: Noch ist völlig unklar, wie und wann die Dritten Programme der ARD die Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga zeigen. Einige Anstalten überlegen, ganz darauf zu verzichten.

Die TV-Berichterstattung von den Sonntagspielen der Fußball-Bundesliga in den 3. Programmen ist weiterhin ungeklärt. Eine parallele Zusammenfassung der beiden Partien in allen Regional-Sendern wird es in der kommenden Saison nicht geben, einzelne Sendeanstalten überlegen aber, neue Sportsendungen zu installieren, die um 21.45 Uhr beginnen.

"Ich könnte mir vorstellen, dass es eine kurze Sendung am Sonntag gibt, aber der Blickpunkt Sport am Montag wird auf jeden Fall bleiben", sagte am Freitag Werder Rabe, Sportchef beim Bayrischen Rundfunk (BR). Nur wenige der 3. Programme haben bereits wie etwa der NDR und der SWR Sportsendungen am Sonntagabend.

ARD will nicht auf Will verzichten

Die ARD hat die Rechte für die Zusammenfassung der Sonntagsspiele von 21.45 Uhr an für vier Jahre erworben, will sie jedoch im ersten Programm erst in den um 22.45 Uhr beginnenden "Tagesthemen" nutzen. Bereits am Tag der Rechtevergabe hatte ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärt, dass am Sendeplatz des Polittalks "Anne Will" nichts geändert werde. "Besonders im Wahljahr 2009 ist für Das Erste eine politische Gesprächssendung dieser Qualität unverzichtbar", hatte Herres am 28. November gesagt.

Wann und in welchen dritten Programmen nun sonntags Bundesliga- Bilder zu sehen sind, ist allerdings noch offen. "Es ist so, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Entscheidung gefallen ist", sagte ein WDR-Sprecher. Er bezeichnete es nur als "denkbar, dass es eine Sportsendung am Sonntag gibt." Das WDR-Format "Sport im Westen" war vor mehr als einem Jahr eingestellt worden. Beim HR hieß es zu einer möglichen Sonntagssendung mit Bundesligaberichten: "Das steht noch zur Debatte."

Einige Sender scheuen neue Sportsendungen

Am einfachsten hätten es von den großen dritten Programmen NDR und SWR. Ihre Sportsendungen am Sonntag beginnen derzeit aber erst um 22.45 Uhr und müssten vorverlegt werden, damit die Bundesliga-Bilder eine Stunde eher zu sehen sind. Einige Sender scheuen neue Sendungen, weil Partien wie beispielsweise Bielefeld gegen Bochum außerhalb von Nordrhein-Westfalen nur wenig Interesse wecken dürften. Zudem gibt es Sender wie den MDR, in dessen Verbreitungsgebiet kein Erstligist angesiedelt ist.

DPA / DPA

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