Bundesliga-Vorschau Ausrutschen verboten


Nach Hamburgs Sieg beim 1. FC Köln muss der FC Bayern unbedingt gegen den VfB Stuttgart gewinnen, sonst könnte der Titelkampf doch noch ganz eng werden. Vor allem Trainer Felix Magath steht unter Druck.

Durch den glücklichen Sieg des HSV gegen die abstiegsbedrohten Kölner bleibt die Meisterschaft spannend. Der FC Bayern München kann den Double-Gewinn nun doch noch nicht am 32. Spieltag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart unter Dach und Fach bringen. Die Bayern müssen auf den nächsten Spieltag warten, um die erneute Chance zu nutzen den vorprogrammierten 20.Meistertitel einzufahren.

"Den Pokalsieg haben wir in der Tasche, jetzt wollen wir uns auch die Meisterschaft holen", kündigte Torjäger Roy Makaay an. Noch keinem deutschen Verein ist es gelungen, in zwei aufeinander folgenden Jahren das Double zu gewinnen. Für Trainer Felix Magath wäre dieser historische Triumph das sichtbare Zeichen dafür, "dass wir wieder eine sehr erfolgreiche Saison gespielt haben".

Keine Verschnaufpause für die Bayern

Für dieses Ziel gönnte Magath seinen Spielern auch kein Durchschnaufen nach dem Pokalsieg. Am Morgen nach dem 1:0 im Finale gegen Eintracht Frankfurt wurde noch vor dem Heimflug trainiert, am Montag und Dienstag standen weitere Übungseinheiten in München auf dem Programm. "Wir haben schließlich am Mittwoch noch ein wichtiges Spiel", erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge: "Wir wollen das Double verteidigen. Wir hätten dann ein Jahr der Superlative."

Diese Einschätzung erscheint zwar angesichts der Münchner Ansprüche etwas zu hoch gegriffen, aber zwei nationale Titel würden die Enttäuschung über das zeitige Scheitern in der Champions League spürbar lindern. "Wenn wir das Double schaffen sollten, wovon ich ausgehe, dann ist es eine sehr gute Saison. Natürlich ist ein kleiner Wermutstropfen drin, wenn man international nicht so gespielt hat, wie wir uns das vorgestellt hatten", sagte Manager Uli Hoeneß.

Trotz Pokalniederlage sind Frankfurter zuversichtlich

Nach dem verlorenen Pokal-Finale wollen die Frankfurter nun das "Endspiel" um den Klassenerhalt gegen den 1. FC Kaiserslautern gewinnen. "Mit jedem Treffer kannst du den Abstiegskampf entscheiden. Das macht die ganze Situation noch aufregender", meinte Eintracht- Stürmer Ioannis Amanatidis vor dem Duell des vier Punkte besser platzierten Bundesliga-13. gegen den 16. Dass Bayern-Keeper Oliver Kahn im Pokalfinale mit einem Weltklasse-Reflex den Ausgleich durch Amanatidis verhinderte, spornt den Griechen an: "Gegen Lautern hole ich die Tore nach, zwei sollten es schon sein." Keine Furcht haben die Hessen, nach dem leidenschaftlichen Pokal-Kampf zu viele Kräfte eingebüßt zu haben. "Die Tage reichen zur Regeneration. Wir werden topfit antreten", sagte U-21-Nationalspieler Patrick Ochs.

Viel auf dem Spiel steht auch in der Begegnung zwischen dem VfL Wolfsburg (14.) und dem FSV Mainz 05 (15.), die an der Schwelle zur Abstiegszone ebenfalls um die Erstliga-Existenz bangen. "Ein Sieg reicht, dann ist das Thema Abstieg erledigt", meinte VfL-Profi Stefan Schnoor. Die Mainzer, sie liegen nur einen Zähler von Rang 16 entfernt, bauen auf ihre psychologische Festigkeit in prekären Situationen. "Die Nerven sind das Wichtigste", weiß Mainz- Mittelfeldakteur Christof Babatz, "und wir haben schon oft bewiesen, dass wir die haben." Als Beispiel dafür zieht Mainz-Trainer Jürgen Klopp das 2:2 gegen die Bayern heran: "Mehr Druck als da geht nicht."

Bremen will Chance auf Platz zwei wahren

Für Tabellen-Schlusslicht MSV Duisburg würde schon ein Remis gegen Werder Bremen den fünften Abstieg besiegeln. Bremen will gewinnen, um die kleinen Hoffnungen auf den direkten Einzug in die Champions League und das Aufrücken auf Rang zwei am Leben zu erhalten. Dass die "Zebras" den Hanseaten noch einmal Paroli bieten können, ist nach der miserablen Leistung im Testspiel beim Oberligisten Wegberg-Beeck (2:2) eher unwahrscheinlich.

Die winzige Chance auf die Champions League will sich Schalke.04 mit einem Erfolg gegen Arminia Bielefeld erhalten. "Wir wollen versuchen die letzten drei Spiele zu gewinnen", forderte Teammanager Andreas Müller. Die Bielefelder, die mit einem Sieben-Punkte-Polster den Klassenverbleib so gut wie in der Tasche haben, könnten letzte Zweifel wohl schon mit dem Gewinn von einem Zähler beseitigen.

Klaus Bergmann und Andreas Schirmer/DPA DPA

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