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Bundesliga-Vorschau: Bayern ohne Ballack auf die Alm

Unendlicher Vertrags-Poker um Ballack, Spekulationen um Ailtons Rückkehr und zwei Trainer vor der Bewährungsprobe: Der Unterhaltungswert in der Bundesliga ist vor dem 13. Spieltag so groß wie lange nicht mehr.

"Das Thema nervt inzwischen alle", meinte Bayern Münchens Chefcoach Felix Magath unwirsch zum Ballack-Ballyhoo. Das Dauerthema wird wohl beim Bayern-Gastspiel bei Arminia Bielefeld entschärft: Wegen einer Oberschenkelzerrung konnte der Mittelfeldstar am Freitag nicht am Abschlusstraining teilnehmen und kann auf der Alm nicht spielen.

Nicht nur der Ausfall von Ballack veranlasst Arminia-Trainer Thomas von Heesen zu einer deutlichen Kampfansage. "Wir sind zu allem in der Lage", tönte er. Die letzten beiden Heimerfolge gegen Hertha BSC und Hannover 96 nähren seinen Optimismus ebenso wie das 3:1 in der vergangenen Saison gegen den FC Bayern. Um dem Spitzenreiter ein Bein stellen zu können, fordert von Heesen taktische Disziplin. Sonst drohe die Gefahr, "ins offene Messer zu laufen".

"Haben Fraktur geredet

Dies wollen auch Peter Neururer (Hannover 96) und Hans Meyer (1. FC Nürnberg) bei ihrem Comeback in Liga eins vermeiden. Besonders knifflig ist die Aufgabe des 63-jährigen Trainer-Oldies beim fränkischen Schlusslicht, das zum Kellerduell beim Tabellen-18. 1. FC Kaiserslautern antreten muss. "Ich weiß, dass es in der Pfalz brodelt", sagte Meyer, "da wäre es nicht schlecht, wenn wir konzentriert beginnen würden und den FCK kitzeln." Sollte dies gelingen, dürfte es eng für den Lauterer Coach Michael Henke werden, der seit neun Spielen sieglos ist.

Aufpolieren soll "Peter der Große" die nicht viel bessere Bilanz der Hannoveraner, die zuletzt nur einen Erfolg in acht Partien verbuchten. "Wir haben Fraktur geredet", sagte Neururer vor der Begegnung beim VfB Stuttgart. Mit einem Strafenkatalog für seine Profis und dem offensiveren 4-3-3-System will er das Ziel 'einstelligen Tabellenplatz' erreichen. Auf Bewährung ist weiter VfB-Trainer Giovanni Trapattoni im Amt. Sein Präsident Erwin Staudt hat den Druck auf ihn erhöht: "In der Bundesliga sind bis zur Pause noch 15 Punkte zu vergeben. Zweistellig sollte die Ausbeute schon sein."

Werder will an den Bayern dranbleiben

So hoch ist fast die Zahl der Ausfälle bei Borussia Dortmund vor dem Treffen mit Hertha BSC. Deshalb wird es nicht einfach sein, die grandiose Bilanz gegen die Berliner, die seit 33 Jahren nicht mehr beim BVB gewinnen konnten, zu verteidigen. "Wir müssen versuchen, drei Punkte zu holen - egal, ob Spieler X oder Spieler Y aufläuft", forderte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Zu einem möglichen Engagement des Ex-Schalkers Ailton, der bei Besiktas Istanbul nicht glücklich ist, sagte er: "Sollte es Signale geben, dass Besiktas sich von ihm trennen will, ist er eine Option."

Seit 18 Bundesligaspielen hat Borussia Mönchengladbach nicht mehr gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. "Was war, ist vorbei", meinte Gladbachs Coach Horst Köppel. "Wir wollen gewinnen und uns weiter in der Tabelle oben festsetzen." An den Bayern dran bleiben wollen die Verfolger Werder Bremen, der im Nordderby auf den VfL Wolfsburg trifft, und der Hamburger SV (gegen MSV Duisburg). "Wir wollen unsere Position in der Bundesliga verbessern", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, dessen Team am Dienstag in der Champions League beim FC Barcelona antreten muss.

Köln unter Zugzwang

Beim HSV kehrt Rafael van der Vaart nach einer Sperre von drei Spielen ins Team zurück. "Wir sind froh, dass er wieder da ist", meinte Trainer Thomas Doll. Er warnte davor, den Tabellen-16. Duisburg auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wir müssen uns auf den Punkt konzentrieren, müssen trotz der Pause willig und griffig sein." Den Kontakt zum Führungstrio will der FC Schalke 04, der beim 1. FC Köln gastiert und vier Zähler Abstand zum HSV hat, nicht verlieren. Dass die Gedanken der Schalker Profis womöglich schon beim Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den PSV Eindhoven sind, glaubt 04-Trainer Ralf Rangnick nicht: "Dafür ist das Spiel zu wichtig. Man muss nur auf die Tabelle schauen." Mit einigem Bangen tun dies auch die Kölner (Rang 15), die aus den letzten zehn Spielen nur vier Punkte holten. "Wir haben im Moment eine gute Stimmung in der Mannschaft", berichtete Trainer Uwe Rapolder trotz alledem.

DPA

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