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Bundesliga

stern des Spieltags Die spektakulärste Rettungstat – und ein paar ehrliche Worte zu Katar

Nico Schlotterbeck wehrt auf der Torlinie einen Schuss von Mario Götze ab
Nico Schlotterbeck wehrt auf der Torlinie einen Schuss von Mario Götze ab
© Arne Dedert / DPA
BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck zeigte am Wochenende, wofür ein Oberschenkel beim Fußball gut ist. Und dann sprach er auch noch ein paar ehrliche Worte zu Katar. Dafür unser stern des Spieltags.

Wenn beim Fußball Körperteile zu Ruhm gelangen, dann meist feine Füßchen, torgefährliche Köpfe oder die magischen Hände eines Torhüters. Aber auch ein Oberschenkel kommt für fußballerische Heldentaten in Frage. Das bewies am Wochenende BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck mit der spektakulärsten Rettungsaktion des Spieltags.

Einmal war Gegner Eintracht Frankfurt im Samstagabend-Spitzenspiel beim Stand von 1:2 noch am überragenden Dortmunder Keeper Gregor Kobel vorbeigekommen. Mario Götze hatte abgezogen, aus zehn Metern zentraler Position. Der Ball raste am Torhüter vorbei, der Frankfurter Torschrei war schon formuliert, Götze musste sich schon dringend überlegen, wie ausgelassen er gegen seine alte Liebe jubeln wollte.

Doch dann riss Schlotterbeck auf der Torlinie stehend den linken Oberschenkel in die Höhe und lenkte das Geschoss noch irgendwie über den Kasten. Dortmund gewann schmeichelhaft – und Schlotterbeck durfte anschließend als Gast im ZDF-Sportstudio ganz entspannt analysieren, wie er das gemacht hatte. "Das war Glück, aber auch ein bisschen Können", sagte Schlotterbeck schmunzelnd. 

Nico Schlotterbeck: Reflektierter Auftritt im Sportstudio

Im Interview mit Moderatorin Dunja Hayali zeigte der Jung-Nationalspieler auch, dass er es nicht nur mit dem Oberschenkel kann, sondern auch im Oberstübchen soweit alles in Ordnung ist. Erfrischend bodenständig, selbstkritisch und ehrlich beantwortete der ins Rampenlicht gestürmte Youngster auch unangenehme Fragen zu schwachen Leistungen und verschuldeten Elfmetern.

Und auch als die Sprache auf die anstehende Weltmeisterschaft in Katar kam, konnte man ihm jedes Wort abnehmen. "Natürlich ist es ein Dilemma", sagte Schlotterbeck zu den politischen Diskussionen um das hierzulande wegen Menschenrechtsverletzungen schwer in der Kritik stehende Ausrichterland. "Dass die WM nicht nach Katar gehört, das wissen wir alle. Dass die WM nicht in den Winter gehört, sondern in den Sommer, dass wissen wir auch", so Schlotterbeck. 

Aber für ihn als Sportler sei es nun mal trotzdem das größte Ziel, bei einer WM dabei zu sein. "Ich bin 22, das ist meine erste Weltmeisterschaft, ich glaube davon träumt man als kleiner Junge. Dann zu sagen, ich fahre da nicht hin - das ist schwer vorstellbar." Sofern Bundestrainer Hansi Flick ihn für den Kader nominiere, werde er alles geben, "dass die Leute in Deutschland einfach glücklich sind". Auf die WM hab er deshalb "richtig Bock, obwohl es diese Differenzen mit Katar gibt". Nachvollziehbare Ansichten für einen 22-jährigen Fußballer. 

Die Chancen, dass der Bundestrainer ihn mitnimmt, stehen gut. Für ehrliche Leistung auf und neben dem Platz gibt’s vorab schon mal unseren stern des Spieltags.

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